Zubehör: Fahrradbeleuchtung (5/2017)

Leuchtsignale

Jeder kann jetzt eine Dynamo- oder Akku-Beleuchtung an seinem Rad montieren. TREKKINGBIKE zeigt ein paar der interessantesten Aufrüstmöglichkeiten.

Kai Hilbertz am 02.01.2018
Fahrradbeleuchtung_2017
Daniel Simon

Wer jetzt seine Beleuchtung auf den neuesten Stand bringen möchte, hat mehr Möglichkeiten als je zuvor. Seit dem 1. Juni 2017 gilt bei der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) die neue Fassung des §67 – lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern. Die wichtigsten Änderungen haben wir hier aufgelistet:

■ Wenn Spannung der Energiequelle und Lichtanlage aufeinander abgestimmt sind, gibt es keinerlei

Nutzungseinschränkungen. Dynamo-, Akku-, Batterie- und E-Bike-Beleuchtungen sind gleichberechtigt.

■ Normale Pedelecs (Unterstützung bis 25 km/h, maximal 250 Watt Motorleistung) sind rechtlich mit

Fahrrädern gleichgesetzt. Für schnelle S-Pedelecs (bis 45 km/h, max. 500 W) gilt dies nicht.

■ Mehrspurige Fahrräder und Pedelecs (oder solche, bei denen Handzeichen des Radfahrers schlecht

zu erkennen sind) dürfen fahrtrichtungsanzeigende Blinker verbauen. Aber: Blinkende Scheinwerfer

und Rücklichter sind nicht erlaubt, wie bisher.

■ Fahrräder und E-Bikes dürfen wahlweise einen oder zwei Scheinwerfer verwenden. Scheinwerfer dürfen

über Tagfahrlichtfunktion und Fernlichtfunktion verfügen. Die Einhaltung der Hell-Dunkel-Grenze gilt

nach wie vor: Die Mitte des Lichtkegels sollte ungefähr zehn Meter vor dem Rad auf die Straße fallen.

■ Ein roter Rückstrahler mit der Z-Kennzeichnung reicht jetzt aus – es muss nicht mehr ein zusätzlicher

kleiner Rückstrahler angebracht werden.

■ Rücklichter können jetzt auch mit Batterien oder Akkus genutzt werden, die eine andere

Nennspannung als 6 Volt haben. Rücklichter dürfen mit einer Bremslichtfunktion ausgestattet

sein, die mit der Bremse gekoppelt ist.

Ob Sie nun eine Dynamo- oder Akkubeleuchtung an Ihrem Fahrrad montieren, spielt keine Rolle. Da zwei Scheinwerfer bzw. Rückleuchten zulässig sind, können Sie z.B. Ihre bestehende Dynamobeleuchtung mit einem Akkuscheinwerfer ergänzen.

Man sollte anmerken, dass die aktuelle Akkubeleuchtung so gut geworden ist, dass sie auch bei Trekkingrädern längst mehr als nur eine Ergänzung sein kann. Spitzen-Akkumodelle unterscheiden sich kaum in der Leistung von den besten Dynamoscheinwerfern. Wir haben je sechs Scheinwerfer und drei Rückleuchten beider Kategorien erprobt.

Für 50 bis 60 Euro bekommen Sie gute Akku-Scheinwerfer mit einer Beleuchtungsstärke von circa 35 bis 40 Lux.

Während der Sigma mit seiner Kompaktheit punktet, bietet der M-Wave ein angenehm breites Lichtfeld. Wer ungefähr das Doppelte ausgibt, bekommt beim Trelock 70 Lux und ein tolles Display, während der Cateye helle 80 Lux erzeugt.

Knapp 200 Euro kosten der bewährte Airstream von Supernova sowie das neue Lichtwunder von Busch & Müller (B&M) - der Ixon Space erzeugt nicht weniger als 150 (!) Lux in der höchsten Leuchtstufe und lässt sich mühelos per Schiebetaster einstellen. Bis auf M-Wave werden alle Akkuscheinwerfer per Micro-USB-Kabel aufgeladen.

Fotostrecke: Aktuelle Akku-Fahrradbeleuchtung im Überblick

Vor zehn Jahren hat B&M beim IQ Fly zum ersten Mal das Licht der LED indirekt über einen computerberechneten Spiegel gelenkt. Damals eine Revolution, benutzen heute die meisten Hersteller bei ihren Dynamoscheinwerfern eine ähnliche Technik.

Bei der Dynamobeleuchtung ist die erkaufte Leistung ebenfalls abhängig von der Tiefe Ihres Portemonnaies. Für circa 50 Euro erhalten Sie mit dem Axa Blueline50-T einen modernen Scheinwerfer mit guter seitlicher Sichtbarkeit, 50 Lux und Tagfahrlicht.

Fotostrecke: Aktuelle Dynamo-Fahrradbeleuchtung im Überblick

Bei 90 bis 100 Euro bekommen Sie von Herrmans bzw. Trelock hochwertige Scheinwerfer mit 80 Lux. Ab 140 Euro bieten B&M, SON und Supernova ihre High-End-Modelle an. Interessant: Der patentierte Herrmans H-Black Pro benutzt zum ersten Mal eine Projektionsoptik aus dem Automobilbau. Wird auch dies eine Revolution auslösen?

Dynamo-Rückleuchten gab es früher nur aus schwarzem Kunststoff, sie wurden vornehmlich am Gepäckträger montiert. Heute können sie auch an Sattelstützen oder Streben befestigt werden, zudem bekommen Sie schicke, kompakte Alurückleuchten in allen möglichen Eloxalfarben. Sie haben die Wahl!


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 5/2017. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop  bestellen.

Kai Hilbertz am 02.01.2018

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