Test: E-Citybikes

Acht City-Pedelecs mit tiefem Einstieg im Test

Pedelecs für die Stadt gibt’s viele – und kaum eines ist so vielseitig wie der gute alte Tiefeinsteiger. Doch wie sexy sind Unisex-Räder? Acht ­Modelle stellen sich unserem Cityrad-Test

Uli Friess am 13.12.2018
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Jan Greune

Hollandrad  war gestern. Moderne Tiefeinsteiger sind nicht nur technisch auf der Höhe der Zeit. Ihre klaren Rahmenlinien mit den üppig dimensionierten Zentralrohren sprechen Frauen und Männer gleichermaßen an. Sie sind ideale Familienvehikel, die aufrechte Sitzposition und der tiefe Einstieg machen sie zum perfekten Gefährt für den täglichen Trip zwischen Wohnung, Arbeitsplatz und Supermarkt. Viele Exemplare sind sogar für längere Ausflüge gut gerüstet, und ihre Motoren erweitern das Einsatzspektrum und die Dynamik der Räder deutlich. Nicht ohne Grund stehen Pedelecs mit tiefem Durchstieg, für die findige Marketingstrategen den vermeintlich so viel schickeren Begriff "Wave-Rahmen" kreiert haben, deshalb nach wie vor ganz oben auf den Verkaufsranglisten.

Die Wave-Rahmen der City-Pedelecs sind deutliche steifer und damit sicherer geworden

Erfreulich ist, dass die Rahmen der Pedelecs in den vergangenen Jahren deutlich steifer und ­damit sicherer geworden sind. Keines unserer Testräder fiel mit instabilen Fahreigenschaften auf. Verwindungsanfällige Rahmen, deren Front sich zu gefährlichem Lenkerflattern aufschwingt, gab es in diesem Test nicht. Der neue Powertube-­Akku von Bosch unterstützt diesen Trend indirekt. Um ihn unsichtbar im Rahmen unterbringen zu können, braucht es ein voluminöses Zentralrohr mit Rechteckprofil. Richtig in den Rahmenverbund integriert, kann das die Stabilität deutlich erhöhen. Gut gelungen ist das beim KTM, dessen klassischer Rahmen mit tiefem Durchstieg nach dem des Elby S1 der steifste im Test ist. Überhaupt ist das Sicherheitsniveau der Pedelecs erfreulich hoch, auch bei den günstigen Rädern.

Fotostrecke: Die City-Pedelecs im Test

Je nach Preislage haben die Räder kräftig zupackende Scheibenbremsen oder hydraulische Felgenbremsen, sie fangen die Räder auch mit viel Gewicht auf dem Gepäckträger aus schneller Fahrt sicher wieder ein. Sämtliche Beleuchtungsanlagen werden mit Strom aus dem Fahrakku versorgt. So sind die Räder im Dämmerlicht und nachts auch während längerer Stillstandphasen von anderen Verkehrsteilnehmern gut zu sehen. Lenker und Vorbauten sind durchweg stabil und in der Höhe verstellbar. Damit lässt sich die Sitzposition an persönliche Vorlieben anpassen.
Deutlichere Unterschiede zeigen die Räder bei der Ausrüstung.

Wartungsarme Nabenschaltungen sind am Citybike erste Wahl

Für unseren Test haben wir den Fokus bewusst auf Pedelecs mit Nabenschaltung gelegt. Die wartungsarmen Getriebe bieten eine für die Stadt ausreichend große Übersetzungsvielfalt, sie sind damit an Citybikes erste Wahl. Sechs unserer acht Tiefeinsteiger schalten mit Shimanos Nexus-8-Getriebe, am Kreidler und am Qwic sogar mit der immer noch beliebten Rücktrittbremse. Dass die Nabe ihre Gänge nur dann prompt wechselt, wenn man die Pedale während des Schaltvorgangs kurz entlastet, ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber kein Qualitätsmangel. Besonders an Rädern mit Bosch-Antrieb ist dieser Effekt recht ausgeprägt, die Motoren nehmen ihre Leistung beim Schalten nicht automatisch zurück. Kalkhoff und Qwic kommen am besten mit der Nexus-Nabe zurecht; ihre Antriebe haben eine automatische Schaltunterbrechung, sie erleichtert Schaltvorgänge deutlich ...


Der komplette Artikel stand in MYBIKE-Ausgabe 3/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes und Google Play) laden oder im DK-Shop bestellen.

MYBIKE 03-2018 Titel

Uli Friess am 13.12.2018