Verein(t) für FreiheitFoto: Bikepacking e.V.

VerkehrswendeVerein(t) für Freiheit

Marianne Quelle

 7/20/2021, Lesezeit: 3 Minuten

Synergien nutzen, Kräfte bündeln, Haftung sicherstellen, gemeinsame Gruppenausfahrten organisieren – das steckt hinter der Vereinsgründung.

Lange Zeit ein Insidertipp, ist Bikepacking nun raus aus der Nische. Die Fangemeinde wächst zunehmend, denn viele schätzen diese Art des „Radwanderns“ immer mehr: unterwegs mit wenig Gepäck auf mehrtätigen Wandertouren in teils recht abgelegenen Gegenden, übernachtet wird mitten in der Natur. Die Kombination aus ruppigen Wegen und Übernachtungsgepäck förderte neue Lösungen zu tage, die augenfälligsten sind die Taschen.

  Weniger ist mehr: Bikepacker*innen reduzieren ihr Gepäck auf das Allernötigste: Die Taschen schmiegen sich an die Achsen, um die Agilität des Rads zu erhalten.Foto: Kay Tkatzik Pressedienst Fahrrad (www.pd-f.de),Gunnar Fehlau Pressedienst Fahrrad
Weniger ist mehr: Bikepacker*innen reduzieren ihr Gepäck auf das Allernötigste: Die Taschen schmiegen sich an die Achsen, um die Agilität des Rads zu erhalten.

Während die Packtaschen klassischer Tourenräder am Gepäckträger befestigt sind – über dem Hinterrad und/ oder auch am Vorderrad – verzichten Bikepacker trotz voller Ausrüstung bewusst darauf. Stattdessen wollen sie ihr Fat- oder Mountainbike möglichst handlich und geländetauglich halten. Eine Rolle spielt die Lastenverteilung: Je dichter das Gepäck am Vorderrad an der Lenkachse platziert ist, desto agiler bleibt das Rad. Und je tiefer und mittiger der Schwerpunkt des gesamten Gespanns, desto sicherer das Handling.

Noch aufregender wird das Erlebnis in der Gruppe, weshalb bereits eine vitale Szene in Deutschland entstanden ist. Die Zahl der Bikepacking-Fahrten steigt an, ebenso der organisatorische Aufwand für Initiatoren, diese durchzuführen. Dabei entstand die Idee, Synergien zu nutzen und Kräfte in Form eines gemeinsamen Vereins zu bündeln.

„Hier wird durch einzelne Mitglieder des Vereins ein insgesamt buntes und vielfältiges Fahrtenprogramm angeboten. Für den/die Initiator*in wird der Aufwand so nicht nur geringer, sondern es ist auch die Haftungsfrage des Veranstalters nachhaltig geklärt, denn es handelt sich um eine Vereinsausfahrt für Vereinsmitglieder. Natürlich kann jede/r potentielle Interessent*in einfach und schnell Mitglied im Bikepacking-Deutschland e.V. werden.“ – heißt es auf der Vereins-Website.

Erstmals aufgekommen war die Idee eines Vereins beim Bikepacking-Barcamp im Herbst 2019 und wurde im Mai 2021 wieder aufgegriffen. Die Gründungsversammlung fand am 4. Juni statt. Unter der Leitung von Ulf-Christian Blume wurde der erste Vorstand gewählt. Die Vorsitzenden sind Leona Kringe und Gunnar Fehlau sowie Achim Dickmanns als Kassenwart.

  Vorstand des Bikepacking e.V.: 1. Vorsitzende: Leona Kringe; 2. Vorsitzende: Gunnar Fehlau; Kassenwart: Achim DickmannsFoto: Bikepacking e.V.
Vorstand des Bikepacking e.V.: 1. Vorsitzende: Leona Kringe; 2. Vorsitzende: Gunnar Fehlau; Kassenwart: Achim Dickmanns

Mit der Grenzsteintrophy im Juni 2021 als erste in diesem Modus durchgeführte Vereinsausfahrt, verzeichnet der Verein bereits den erfolgreichen Auftakt der Vereinstätigkeit. Weitere Vereinsausfahrten sind Albtraum Bikepacking, Candy B. Graveller, Mainfranken Graveller, Rhœn Divide und Wetterau Hoch 3.

Die Fahrten sollen nach wie vor ihre Autonomie behalten und sich "auch weiterhin in ihrer individuellen Freiheit entwickeln", wie erste Vorsitzende Leona Kringe erläutert. Wichtig sei dem Verein außerdem, das (sportliche) Radfahren und das damit verbundene Naturerlebnis zu pflegem. Des Weiteren will er den Mitglieder*innen eine umweltschonende sowie nachhaltige Ausübung des Bikepackings vermitteln und die Stellung des Bikepacking(sport)s in Abgrenzung zu anderen Outdoor-Aktivitäten fördern.

Weitere Informationen und Hintergründe zur Vereinsarbeit zum Nachlesen unter: www.bikepacking-deutschland.de