20 Jahre Birdy 20 Jahre Birdy 20 Jahre Birdy

Test Riese + Müller Birdy

20 Jahre Birdy

  • Jörg Spaniol

20 Jahre nach dem ersten Serien-Birdy hat Riese + Müller sein bewährtes Feder-Faltrad gründlich überarbeitet. Ist es dadurch besser geworden?

Die Wahrheit kann wehtun. Beim Birdy ist diese schmerzliche Wahrheit offenbar der Preis:  Bekannte sind sofort angetan vom Design des knallblauen Flitzers, doch die Ansage "2400 Euro" lässt die Gesichtszüge der Interessenten versteinern. Ja, 2400 Euro für unser Testrad (die "Speed"-Variante mit hochwertiger Dynamobeleuchtung, Seitenständer und Schutzblechen) sind respektabel. Doch Riese + Müller hat viel dafür getan, den eigenwilligen Edel-Falter einmal mehr an den Stand der Technik anzupassen. Wie bei fast allen Falträdern erfordert das viele Sonderteile, die dann teuer in kleiner Stückzahl gefertigt werden müssen.

20 Jahre Birdy: Facelifting am Klassiker

Das "Update" beim Birdy greift genau bei diesen teuren Details an. Zusätzlich zum markanten Hauptrahmen von der vorigen Überarbeitung sind jetzt auch viele Teile der hauseigenen Federgabel und der hinteren Rahmenschwinge geschmiedet oder durch Hydroforming profiliert, was sie leichter, schöner und steifer machen soll. Unscheinbare Details wie ein Kratzschutz der beim Falten gefährdeten Gabel oder eine verbesserte Zugführung mit geringerem Knick-Risiko zeugen davon, dass die Designer ein offenes Ohr für gesammelte Praxis­erfahrungen haben – und sie erfordern einen gewissen Aufwand.
Doch genug der Theorie, das Rad muss auf die Straße. Hier zeigt sich schnell, warum viele Alltags-Pendler zum teuren Birdy greifen: Auch Fahrer über 1,80 Meter finden eine eher sportliche Sitzposition, und die relativ steife Gesamtkonstruktion lässt trotz der besonders kleinen 18-Zoll-Räder eine zügige Gangart zu. Die Vollfederung mit Elastomerpuffern macht den Komfort-Nachteil der kleinen Räder mehr als wett, auch wenn sich die Federfunktion bei Kälte verschlechtert. Mit seiner Kettenschaltung ist das Rad im Tempobereich bis 40 Stundenkilometer zudem gut sortiert.
Der Faltvorgang vermeidet schmutzige Hände und geht mit etwas Übung (Pedalstellung und Lenkerposition wollen beachtet sein) zügig vonstatten. Etwas sperriger als beim ebenfalls hochpreisigen Klassiker Brompton sind Falttechnik und Packmaß, doch fahrdynamisch schlägt das Birdy derzeit alle uns bekannten Falträder mit Reifengrößen von 20 Zoll abwärts.

Plus:

  • Exzellente Fahreigenschaften angesichts der Radgröße
  • Ausgereifte Detaillösungen

Minus:

  • Teuer
  • Falten nicht bei jeder Lenkerposition problemlos

7 weitere Falträder im Trekkingbike-Test finden Sie hier

Der Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 4/2016. 

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Themen: 2016Riese+Müller BirdyTest

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    Test 2016 Riese + Müller Birdy

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