Alle guten Dinge: das VSF T-700 Alle guten Dinge: das VSF T-700 Alle guten Dinge: das VSF T-700

Test: Klassiker-Modelle

Alle guten Dinge: das VSF T-700

  • Jochen Donner

Was 1987 bei der Gründung der VSF Fahrradmanufaktur gut war, ist auch heute noch von Wert – behutsame Modernisierung nicht ausgeschlossen. Bestes Beispiel das VSF T-700.

Man muss echt zweimal hinsehen: Die Rahmenrohre sind schlank, das VSF T-700 wirkt alles andere als wuchtig. Ja, es ist Stahl, das Traditions-Material im Fahrradbau, aus dem der Rahmen gefertigt wird. Modernes WIG-Schweißen fügt die Rohre jedoch fast fugenlos zusammen, sodass erst der zweite Blick Gewissheit gibt. Anders die Gabel. Auch sie ist schlank und muffenlos, ein Magnet zeigt: Sie besteht aus Alu, der Stabilität und Steifigkeit zuliebe.

Booster-Bügel, rote Beläge und eine gute Felge machen die HS22 bei Trockenheit fast unschlagbar.

Die für heutige Sehgewohnheiten filigrane Optik setzt sich konsequent in schmal bereiften Laufrädern, schlankem Cockpit und Sattelstütze, vom Mini-Scheinwerfer bis zu den dünnen Stahlrohren des Tubus-Trägers fort. Nicht einmal 14 Kilo wiegt das T-700, auch ein Verdienst der teuren, sortenreinen XT-Komponenten und der leichten Magura HS22-Felgenbremse. Die hat die Fahrradmanufaktur noch einmal sinnvoll getunt: Booster-Bügel verhindern, dass Bremskraft der extragriffigen, roten Beläge in Rahmenverwindung verpufft. Damit liegt die HS22 fast auf dem Level einer guten Disc! Mit der XT-Schaltung braucht man selbst Berge nicht zu scheuen, die 35er-Reifen limitieren allerdings auf feste Fahrbahnoberflächen.

Stahl als Werkstoff ist so stabil, dass man auf ein Wechselschaltauge getrost verzichten kann.

Auf Schotter und Kies verlieren sie an Spurführung. Riser-Lenker und steiler Vorbau hieven das Cockpit auf Sattel-Höhe, abwärts bleiben drei Spacer Spielraum, um sportlicher zu sitzen. Das T-700 vereint Nachhaltigkeit, Solidität und eine Portion Spritzigkeit, die echten Fahrspaß generieren. Auch hier stören Lichtkabel in Kabelbindern die Taschenhaken an der Trägerstrebe.

Plus:

  • Praktisch, funktional, ästhetisch – und leicht!

Minus:

  • Schmale Reifen schränken ein auf Asphalt und gute Böden;
  • nur Klemm-Parkstütze

Die Modellgeschichte:

In den ersten beiden Fahrradmanufaktur-Modellen "Das Rad" und "Das ATB" steckte bereits 1987 das heutige T-700. Damals waren engagierte Radler dankbar für die langlebigen, soliden Räder aus der selbstverwalteten Fabrik in Oldenburg: Es gab kaum gute Qualität am Alltags- und Tourenrad zu kaufen, die VSF-Modelle wurden aus dem Stand zu Bestsellern. Nachhaltigkeit bei hoher Qualität und eine definitiv nicht vorhandene Trend-Hörigkeit sorgen noch heute für eine treue Kund- und Händlerschaft.

Alle Klassiker-Modelle im Überblick: Hier geht’s zum Test "Die Unsterblichen"

Schlagwörter: Test VSF Fahrradmanufaktur T-700


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