Alle Wege, ein Bike: Velotraum Finder FD1 Alle Wege, ein Bike: Velotraum Finder FD1 Alle Wege, ein Bike: Velotraum Finder FD1

Test 2016: Super-Reiseräder

Alle Wege, ein Bike: Velotraum Finder FD1

  • Jochen Donner

Straße, Waldweg oder enger Pfad – das Terrain für Tourenfahrer und Pendler ist oft sehr anspruchsvoll. Der Velotraum Finder akzeptiert keine Grenzen: Sein Konzept funktioniert auf alle Fälle.

"Das Ziel haben wir verfehlt", gestand Stefan Stiener von Velotraum zerknirscht. Sein "Finder", der maximal stabile und vielseitige Pfadfinder im Programm der Schwaben, sollte trotz seiner konzept-immanenten 27,5-Zöller als Ultraleicht-Version das sportliche Ende der Skala ausleuchten. Doch der anvisierte, neue Schwalbe Big One erwies sich als unpassend für dieses Vielseitigkeits-Velo: "Der Reifen war schlicht unfahrbar." So griff Stiener auf den wuchtigen Super Moto-X zurück. Dessen 910 Gramm auf breiter 44-Millimeter-Felge definieren jetzt die Grundlagen des Finder: Dank penibler Druckanpassung meistern diese Laufräder den breitestmöglichen Spagat zwischen superschneller Asphaltfräse (2,5 bar) und souveräner Waldbodenbefahrung bei Niederdruck von 0,7 bar (bei 75 Kilo Fahrergewicht ohne Gepäck).

Große Durchmesser machen das Velotraum überragend seitensteif.

Eine Pumpe sollte also stets mit auf Tour: Ein paar zehntel Bar machen einen fühlbaren Unterschied. Die Super Motos entwickeln bei geringem Druck erstaunlichen Gelände-Grip. Natürlich steigt damit immer auch der Rollwiderstand. 1,3 bar war schließlich der Sweet Spot nach unserer Testerfahrung: Damit läuft das sportlich ausgelegte Rad mit seinem extra-stabil gebauten Alurahmen leichtfüßig und schnell, die direkt-präzise Lenkung trägt entscheidend zum Wohlfühleffekt bei.

Gut vorbereitet: Am Finder-Rahmen befindet sich ein Riemenschloss – trotz Kettenschaltung.

Die Kreiselkräfte am Vorderrad sind relativ niedrig, liegen aber spürbar über denen des ähnlich bestückten Idworx: Der Gewichtsunterschied beider Reifen beträgt 125 Gramm! Die XTR-Kettenschaltung und -Hydraulikbremsen leisten beispielhaft knackigen Antrieb und souveräne Verzögerung – braucht man nicht unbedingt, sind aber ausgesprochen angenehm. Lädt man Gepäck zu, transportiert dies der Finder wie auf Schienen. Kein Wunder, sieht man sich Rahmen und Gabel genauer an. Hier sind Wartungsarmut, Vielseitigkeit und Sicherheit überzeugend vereint. Die 14 Kilo fühlen sich gut an; der gescheiterte Leichtbau-Versuch hätte gut 1,2 Kilo erspart. Doch auch diese "Halbfett-Version" zählt zu unseren Lieblings-Velos. Doch nächstes Mal bitte wieder mit Parkstütze!

Fazit: Das sogenannte "Plus"-Konzept macht den breitbereiften Finder zu einem extrem vielseitigen Fahrzeug für fast alle Untergründe und Landschaftsformen: Dieser "Pfadfinder" kombiniert sportliche Fahrleistungen mit extremer Stabilität. Auch Naben-Riemenantriebe oder aufrechtere Sitzposition sind baulich möglich. Als Rad für kurze oder lange Abenteuer transportiert der Finder auch Reisegepäck souverän.

Schlagwörter: Test Velotraum Finder


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