Neue Radtechnik 2018: 8Bar Mitte

Aus eins mach drei

  • Jochen Donner

Was sich anhört wie ein Hexen-Einmaleins ist eine clevere Idee: Mit wenigen Zusatzkomponenten wird der Berliner Renner „Mitte“ flugs zur Crossmaschine oder zum Touren-Randonneur.

Rädchen, wandle  dich: Zu uns kam das Mitte als Adventure-Tourer. So, wie ihn die Mannschaft des kleinen Berliner Customshops in 8 Tagen 840 Kilometer und 12.000 Höhenmeter weit auf marokkanischen Schotterstraßen quer durchs Atlasgebirge getestet hat. So steht es im Prospekt und auf der Web­site, die das Rad mitten aus unserer schönen Bundeshauptstadt begleiten. Der baby-blaue Alurahmen mit ovalisierten Rohren und verschiebbaren Ausfallenden ist sicherlich kein Leichtgewicht. Doch das muss er nicht: Er soll Gepäck auf Heck- und Frontträger schleppen, er soll steif genug für lange Schotterstraßen, Trage- und Schiebepassagen sein. Und er muss auch den Transport dorthin verkraften. Im Tourer steckt eine Alugabel mit etwas längerer Vorbiegung und größerer Reifenfreiheit im Rahmen. Hier kann auch ein Lowrider montiert werden. Der 7° geneigte Vorbau steht nach oben, Curana-Bleche schützen bei schlechtem Wetter und aufwirbelndem Dreck, ein Racktime-Träger am Heck ist bereit zum Taschentransport.


Nimmt man einen Inbus zur Hand, entfernt Schutzbleche und Träger, kehrt den Vorbau um und steigt dann in die Pedale, tragen die genoppten 35 mm-Reifen flott über Stock und Stein: Feierabendrunde, Crossrennen mit Freunden, Forstweg-Touren – all das kann das Mitte als Crosser, befeuert vom 2x11-Ultegra-Antrieb und gezähmt von kräftigen Hydraulik-Discs.

Nächste Wandlung: Die tapered Alugabel durch eine niedriger bauende aus Carbon ersetzt, die Discs ummontiert. Dazu hinten die Ausfallenden ganz nach innen geschoben und die leichten Rennreifen aufgezogen: Nun haben wir einen kompakten Renner. Sitz- und Lenkwinkel werden je ein Grad steiler, das Tretlager sinkt etwa acht Millimeter tiefer, der Radstand schrumpft gut zweieinhalb Zentimeter. Sofort reagiert das Rad wendiger und steuert sich agiler. Die kreglen Berliner verkaufen Rahmen-/Gabel-Set und Komponenten für die beschriebenen Umbauten für 2550 Euro im Paket. Das ist schmaler Großserien-Kurs und damit ein sehr fairer Preis. In allen Erscheinungsformen kann das Rad überzeugen und bereitet Fahrspaß. Als reiner Renner ist es zu schwer, doch für jemanden, der gerne schraubt und gut 45 Minuten in den Umbau investiert, steckt viel Potenzial im Konzept. Die gute Idee bekommt man kostenlos dazu!


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 5/2017. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App ( iTunes   und  Google Play  ) laden oder im  DK-Shop   bestellen.

Schlagwörter: 8BAR Radtest


Lesen Sie unser MYBIKE Magazin. Einfach digital in der MYBIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Neue Radtechnik 2018: 8Bar Mitte
    Aus eins mach drei

    30.12.2017

  • Test: Allrounder Mittelklasse
    Trekkingräder auf hohem Niveau

    29.04.2014

  • Test: 29er-Hardtails
    Das bessere Crossrad? Acht 29-Zoll-Mountainbikes im Test

    05.07.2013

  • Radtest: Externum Gesundheitsrad
    Komfortabel Rad fahren auf dem Externum-Rad

    26.02.2014

  • Fahrberichte: Die neuen Räder 2014
    Rad-Highlights 2014

    15.02.2014

  • Radtest: Mountainbike-Hardtails
    27,5 Zoll-Mountainbikes drängen in den Markt

    23.04.2014