Test Batavus Quip

Batavus Quip: Holland-Fahrrad des Jahres 2016

  • Jörg Spaniol

Das preiswerte und originelle Batavus Quip wurde in Holland als „Fahrrad des Jahres“ ausgezeichnet. In Deutschland hätte es das wohl nicht geschafft.

Ist "knuffig" ein Wort, mit dem man beim Scrabble-Spiel durchkäme? Auf jeden Fall ist es ein Adjektiv, das den Look dieses weich geformten, karamellbonbonfarbigen Hollandrades treffend beschreibt. Nichts wirkt kantig oder aggressiv, blanke Metalloberflächen sind die Ausnahme. Selbst der Vorbauschaft und der weit zurückgeschwungene Lenker verschwinden unter Kunststoff-Ummantelungen. Dazu noch der unkonventionelle Rahmen ohne Sitzrohr – da konnte die Jury des Tweewieler Trendkongresses kaum anders, als dem Batavus Quip die Siegerschleife umzuhängen. Und ein Rad, das im Radlerland Holland prämiert wird, weckt automatisch unser Interesse, auch wenn der Preis nicht von Radlern, sondern von einem Interessenverband der niederländischen Fahrzeugindustrie vergeben wird...
Den Test aus Radlersicht hat TREKKINGBIKE dann rasch nachgeholt, auch wenn das Siegerrad mit nur 600 Euro deutlich unter dem Preis liegt, den wir für ein hochwertiges Rad sonst veranschlagen. Die erste Sparmaßnahme ist so offensichtlich wie in Holland verbreitet: Das Quip hat keinen Dynamo, sondern bloß zwei angeschraubte Batterielämpchen mit bescheidener Leistung.

Das Batavus Quip ist kein Sportrad

Doch unsere Testfahrten bei Tageslicht absolvierte das sehr komfortorientierte Rad souverän und unauffällig. Die Lenkgeometrie passt zur aufrechten Sitzposition, die Dreigangnabe deckt die typisch holländischen Fahrzustände Rückenwind, Seitenwind, Gegenwind ausreichend ab, und unter Flachlandbedingungen sind auch die fast wartungsfreien Shimano-Rollerbrakes (Trommelbremsen) stark genug. Das Quip ist eben kein Sportrad, und angesichts des auf 120 Kilo begrenzten Gesamtgewichtes auch kein Lastenrad, sondern eben ein ... Hollandrad.
Als solches hat es auch einen geschlossenen Kettenkasten, und der nervte. Der vergebliche Versuch, das Schleifen abzustellen, führte zum Montageständer – und zwang dazu, das Rad hochzuheben. Erkenntnis: Das Quip ist schwerer als manches E-Bike mitsamt Akku und guter Beleuchtung. Fast 21 Kilo sind es mit Pedalen. Dieses Rad muss  draußen übernachten, auch wenn die Rahmenform gute Trage-Griffpositionen anbietet. Ein "Rad des Jahres"? Für uns eher nicht. Aber ein sympathisches Moppelchen mit ganz eigenem Charakter.

Plus

  • Sicheres Fahrverhalten,
  • wartungsarme Antriebsteile,
  • solide Gepäckträger,
  • origineller Look

Minus

  • Hohes Gewicht,
  • kümmerliche Beleuchtung,
  • hakelige Rad-Demontage

Der Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 4/2016. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes und Google Play) laden oder im DK-Shop bestellen.

Den einzelnen Artikel erhalten Sie hier als PDF-Download. 

Schlagwörter: Batavus Quip Hollandrad Test

PDF-Download

Für Abonnenten kostenfrei. MYBIKE-Abo gibt's hier


  • 1,99 €
    Test 2016 Batavus Quip

Lesen Sie unser MYBIKE Magazin. Einfach digital in der MYBIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Test: Alltagsräder
    Acht Alltagsräder für 800 Euro im Test

    21.04.2009

  • Einzeltest: Kalkhoff Endeavour 8
    Schnupper-Kontakt

    14.04.2016

  • Test: Hochwertige Reiseräder
    Nur vom Feinsten: Reiseräder fürs Leben

    05.10.2016

  • Test: Winterschuhe
    9 Paar Winter-Klickschuhe in Labor und Praxis

    22.02.2013

  • Fahrbericht Loopwheels
    Rad neu erfunden

    18.08.2014

  • Test: Sorglos-Räder
    Neun Pflegeleichte im Test

    25.08.2007

  • Test Top-Räder 2018: Canyon Commuter
    Smarter Stenz

    09.01.2018

  • Test 2017: E-Cargo-Bikes
    4 Transporträder mit E-Unterstützung im Test

    31.05.2017

  • Test: Randonneure
    Sechs aktuelle Vertreter einer seltenen Spezies

    09.08.2007