Top-Räder 2017

Goldmarie: Tout Terrain Chiyoda II

  • Jochen Donner

Als modernes Stadtrad meistert das Tout Terrain Chiyoda II sämtliche Prüfungen des hektischen Stadtverkehrs locker. Wie im Märchen hat es seinen Goldregen echt verdient.

Trends kommen und gehen, und manchmal kristallisiert sich dabei ein Optimum heraus, das bleibt. Das gilt auch fürs Chiyoda, Tout Terrains Universal-Alltagsrad: Anfangs sollte sich das City-Rad mit den Attributen leicht, wartungsarm und flott von den robusten Reiserädern der Freiburger Spezialisten abgrenzen. Es war deshalb mit seinem moderne Stahlrahmen als schlanker 26-Zöller mit eher schmalen Reifen, Riemenantrieb und, als einziges Modell, ohne den rahmenintegrierten Gepäckträger konzipiert, der ein zentrales Erkennungsmerkmal der Freiburger ist. Zeiten ändern sich, und Oliver Römer, Kopf von Tout Terrain, sieht das ganz pragmatisch: "Wartungsarmut, Unkompliziertheit und Langlebigkeit hatten wir bisher schon gut im Chiyoda untergebracht. Was die Leute zunehmend nachfragen, ist mehr Fahrkomfort." Deshalb machte er sich noch einmal auf ans Zeichenbrett und baute den Rahmen so um, dass fette 60er-Pneus darin Platz finden.

Das Tout Terrain Chiyoda II: robust, langlebig und wartungsarm

Exzenter-Tretlager und Riemen-Linie sind nun angepasst, und schon rollt das Chiyoda II, wie gewünscht: Die Ballon-Reifen dämpfen und filtern die Vibrationen gröberer Straßenbeläge aus dem Fahrgefühl. Leider sind die Crazy Bob-Reifen über ein Kilo schwer: leichtere Big Apple stehen jedoch von Seiten Tout Terrains auch zur Wahl. Weil Römer 26-Zoll-Laufräder verwendet, bleibt das Chiyoda kompakt in den Rahmenmaßen und der Länge über alles. Und es erhält sich ein ausgewogenes Fahrverhalten und Handling: Die Lenkung ist ausgewogen, leichtgängig und exakt, die Sitzposition sportlich mit leichter Sattelüberhöhung. Zusätzlich erhöht der französische Flex-Lenker Baramind die Komfort-Werte: Der Lenker, den auch Idworx und Velotraum gelegentlich verwenden, federt durch eine ausgeklügelte Konstruktion abwärts stark, aber nur sehr gebremst aufwärts. An den Handgelenken kommen so kaum noch Vibrationen an. Mit Alfine 11 ist das Chiyoda gut unterwegs. Achtet man bei der 11-Gangnabe auf eine optimale Zugspannung, lässt sie sich lange sehr problemlos und sportlich fahren. Selbsttragende Wingees-Schutzbleche und daran montierte, rudimentäre Trägerbügel transportieren bis zu acht Kilo pro Seite problemlos. Einen Coup landete TT beim mit dem Hersteller zusammen entwickelten Pulverlack: Seine beiden Komponenten changieren in prächtigem Gold.


Der komplette Artikel „Top-Räder 2017“ stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2017.

Themen: TestTout Terrain Chiyoda II


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