Top-Räder 2017

Kompromisslos urban: Canyon Commuter 5.0

  • Jochen Donner

Wie sieht das perfekte Stadtrad aus? Für sportive Radler gibt es nun eine – fast –perfekte Antwort. Canyon legt mit dem Commuter die Messlatte ziemlich hoch.

Als Canyon auf der Eurobike 2015 sein futuristisches Commuter-Projekt vorstellte, ging ein Raunen durch die Szene: Mit ungewöhnlich hohem Grad an Integration, polarisierendem Design und praxisgerechter Umsetzung des neu und radikal gedachten Stadtrad-Konzepts schufen die Koblenzer damals eine reizvolle Alternative zum Althergebrachten. Mit dem 5.0 geht Canyon nun in die neue Saison. Das schicke Rad weitet die Commuter-Serie zur Mittelklasse hin aus. Für 1400 Euro bekommt der anspruchsvolle Kunde eine ganze Menge eigenständiger Lösungen – und ein Rad, das auffällt. Sein grauer Rahmen geriet bei flächiger Optik kompakt und gefällig dank fließend verschliffener Rohrfügungen. Ein Exzenter reguliert die Riemenspannung des wartungsarmen Alfine-Antriebs. Hier kommt Contis CDS-System zum Einsatz, das durch größere Zahnprofile weniger exakte Spannung benötigt als der Gates-Riemen.

Das Canyon Commuter liefert ein durchdachtes City-Konzept

Der Conti tritt sich genauso straff wie sein Mitbewerber, Unterschiede fühlt man keine. Er nutzt ein Kunststoffritzel hinten, eine Aluscheibe vorn und dürfte in Sachen Lebensdauer etwa dem "Günstig-Gates" CDS entsprechen. Die Alfine 8 lässt sich exakt und knackig schalten, sie ist im Stadtverkehr prima untergebracht. Allerdings bleibt ihr der große Gangsprung im stark genutzten Bereich von Gang 5 auf 6. Shimanos "Günstig-Discs" arbeiten problemlos bei jedem Wetter. An selbsttragenden Wingees-Blechen sind Dauerlicht-Frontleuchte, Rücklicht und schlanke Trägerbügel montiert, die mit 8 Kilo pro Seite belastet werden dürfen. Die Bleche sind so stabil, dass weder das Licht zittert, noch eine Überlast den Träger in Probleme bringt. Für Reisegepäck ist er jedoch nicht gemacht. Komfort entwickelt der Commuter durch seine sanft flexende Carbonstütze und vor allem aus der höchst geschmeidigen G-One-Bereifung von Schwalbe. Die 35er-Pneus mit 27,5-Zoll-Dimension rollen schnell und leise, schlucken viele kleine Vibrationen einfach weg und halten durch ihre moderate Größe den Rahmen kompakt. Fußfreiheit ist weder zum Vorderrad noch zu Gepäcktaschen ein Thema. Der Commuter huscht und schleicht, er fährt sich außergewöhnlich leichtfüßig, dynamisch und sicher, dass es eine Freude ist. Gesicherte Schrauben an Sattelstütze und Achsen sorgen für praxisgerechtes, unkompliziertes Parken überall. Wenn es dazu doch nur noch einen Kick-Ständer hätte!


Der komplette Artikel „Top-Räder 2017“ stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2017.

Schlagwörter: Canyon Commuter 5.0 Test


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