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Test Top-Räder 2018: Boettcher Titanium Gravelbike

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  • Jochen Donner

Titan erlebt eine kleine Renaissance: Das robuste Metall eignet sich hervorragend für fast unzerstörbare Bike-Rahmen. Wenn man das nötige Kleingeld hat.

Der Einsatz von Titan am Bike bringt, neben vielen technischen Vorteilen, auch eine unverwechselbare Optik ins Spiel: Der feine, matte Glanz einer sorgfältig bearbeiteten Oberfläche macht Titan unverwechselbar. Durch seine geringe Dichte bei gleichzeitig hoher Elastizität ist das edle Metall in seinen gebräuchlichen Legierungen den Vibrationen und Erschütterungen eines Fahrradrahmens locker gewachsen.

Ein gut gemachter Titan-Rahmen fährt sich ähnlich komfortabel wie einer aus Stahl.

Dazu kommen die hohe Festigkeit und die Oxidschicht der Oberfläche, die deshalb Beulen, Kratzern, Rost und Korrosion souverän und dauerhaft trotzt. Deshalb werden Titanrahmen so gut wie immer unlackiert verkauft und benutzt. Doch: Das Material und seine Verarbeitung sind sehr aufwändig und nur etwas für ausgewiesene Spezialisten. Das macht den Titan-Rahmenbau sehr teuer und Titan-Bikes zum Luxusobjekt.

Von wahren Meistern dieses Handwerks stammen die Rahmen der Boettcher Titanium-Serie mit vier unterschiedlichen Modellen: Unter dem Namen Rewel schweißen Werner Pichler und die Brüder Santa seit 1986 aus Titangeröhr feinste Fahrradrahmen. Da man sich seit Jahren persönlich kennt, verabredeten Böttcher-Geschäftsführer Harry Brlek aus Heide, nördlich von Itzehoe, und die Südtiroler aus Bozen einen Nord-Süd-Deal: Rewel baut Titanrahmen, sobald eine Kundenorder aus Norddeutschland eintrifft. Rund 6 Wochen muss man warten, bis man einen handwerklich superb verarbeiteten Rahmen sein eigen nennen darf. Unser Testobjekt ist das Gravelbike, das Harry Brlek für sich bauen ließ. Obwohl es für den Tester ein Stückchen zu groß und lang war, können wir dem Rad eine überragende Stabilität und Fahrdynamik attestieren – nicht nur ein Verdienst des schönen Rewel-Rahmens.

Denn insbesondere seine Laufräder machen das Boettcher-Bike so vielseitig: Der weich genoppte G-One von Schwalbe dreht hier seine Runden und lässt den Randonneur auf Asphalt so schnell und sicher auftreten wie auf groberen Forstwegen. Man kann schon sagen, dass der G-One in all seinen Varianten die ganze Fahrradbranche durcheinandergewirbelt und zu einigen neuen Ansätzen inspiriert hat. Er macht auch den schlanken Titanrandonneur zum Allround-Fahrzeug. Ein mustergültiges Rad für Arbeit, Sport und Spiel.

Die anderen Top-Räder im Test finden Sie hier


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Schlagwörter: 2018 Böttcher Titanium Gravel Test


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