Top-Räder 2017

Merida Crossway Urban XT Ed.

  • Jochen Donner

Viele Radler wünschen sich eine reduzierte, sportliche Fahrmaschine für den Stadtverkehr. Merida streift einem Crossbike ein knappes City-Kleidchen über.

Der Radler sieht sich gern als Sportler. Das lässt sich auch an der langjährig stabilen Tatsache ablesen, dass viele beim Rad-Kauf erst einmal zum reduzierten Bike mit scharfer Optik greifen. Nach dem ersten Regentag steht der Kunde am Tresen und kauft Schutzbleche und Steck-Leuchten nach. Warum also nicht gleich beide Welten vereinen, fragten sich die Entwickler von Merida in Magstadt bei Stuttgart. Merida ist ein Global Player aus Taiwan, der sich große Meriten im MTB- und Rennrad-Sektor erworben hat: Einige WM-Titel wurden schon auf Merida-Bikes errungen. Kein Wunder also, dass der breite Erfahrungsschatz der Ingenieure auch im Crossway spürbar wird: Der leichte, elegante Sportsfreund kommt in glänzend-elegantem Schwarz daher und lässt sich so unauffällig in der Stadt parken, ohne dass eine grelle Farbe brüllt: Klau mich! Für Mutigere stehen jedoch auch andere Farben (und Ausstattungen) in der Crossway-Serie zur Wahl.

Merida Crossway Urban: City-fizierter Sportler

Unser Testrad arbeitet mit seinem weitgehenden XT-Antrieb gewohnt exakt und knackig, Sportsgeist pur. Eine Zweifach-Kurbel spart Gewicht und bringt mit 38/24-Abstufung eine große Gangausbeute bergauf und bei welligem Terrain. Länger bergab vermisst man die ganz dicken Gänge etwas. Die Bremsen stammen aus der gruppenlosen Mittelklasse, überzeugen aber durch Umkompliziertheit, feine Dosierbarkeit, hohe Kraft und ergonomisch günstige Zwei-Finger-Hebel. So braucht man in kritischen Situationen nie alle Finger vom Lenkergriff zu nehmen, um die Bremse zu bedienen. Leichte Eigenmarken-Radschützer aus Kunststoff sind mit relativ kräftigen Streben fest montiert. Bei Bedarf kann man sie auch abschrauben. Jetzt, bei nassem Spätherbstwetter, sind wir dankbar dafür, dass sie Schmutz und Nässe zuverlässig vom Fahrer fernhalten. Die eigentliche Überraschung versteckt sich jedoch unter dem Lack: Der kräftige Rahmen beantwortet beherzten Antritt mit verlustfreiem Vortrieb und gefällt durch hohe Fahrsicherheit. Wozu vor allem die getaperte Vollcarbon-Gabel mit Steckachse beiträgt: Sie steuert das leichte Vorderrad überaus präzise und mit solcher Leichtigkeit, dass eine ruhige Hand am Lenker von Vorteil ist. Der kurze Vorbau steigert die Tendenz zum Nervösen noch ein wenig. Dies macht das Crossway zum spielerischen Kameraden für dynamische Sprints. Und am allerliebsten fetzt es um die nächste Ecke.


Der komplette Artikel „Top-Räder 2017“ stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2017.

Themen: Merida Crossway Urban XT Ed.Test


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