Offroad-Renner: Salsa Vaya Ti Offroad-Renner: Salsa Vaya Ti Offroad-Renner: Salsa Vaya Ti

Test 2016: Super-Reiseräder

Offroad-Renner: Salsa Vaya Ti

  • Jochen Donner

Nicht viel dran am Edel-Rad: Spartanisch, aber vielseitig gibt sich die pure Fahrmaschine der Trendsetter von Salsa aus USA. Anyway, wie der Amerikaner dazu sagt.

Eine ganze Menge der aktuellen Fahrrad-Trends hat eine kleine Firma aus Minneapolis, Minnesota, USA, mit losgetreten und/oder als eine der ersten gefördert: 29er, Gravelbikes, Bikepacking. Vielleicht liegt es daran, dass der Minnesota River mit seinem Wildlife Refuge direkt vor der Haustüre liegt. Und die Mitarbeiter alle "bike people" sind. Jedenfalls kann uns der Offroad-Racer Vaya von Salsa mit seinem langlebigen, hochwertigen Titan-Rahmen als flinkes Sportgerät für (fast) alle Wege durchaus überzeugen.

Steifigkeit am Vorderrad bringt eine 15mm-Steckachse.

Im Gegensatz zu einem hochgezüchteten Rennrad blüht das Vaya erst so richtig auf, wenn der Asphalt endet. Seine leichten 28-Zoll-Laufräder mit verschweißten Felgen sind robust, die Surly-Reifen (eine Schwestermarke mit ähnlichem Profil) nehmen es locker, beispielsweise, mit einem Racing Ralph von Schwalbe auf: Sie rollen auf Teer leicht und geschmeidig, greifen aber auf losem Untergrund beherzt zu und bringen Ross und Reiter sicher über Schotterstraßen und Feldwege. Dabei führt die leichte Carbongabel mit Steckachse das Vorderrad gekonnt seitensteif mit leichtem Flexkomfort, und bietet den Mechanik-Discs genügend Bremssteifigkeit. Hier lauert auch schon unser einziger Kritikpunkt: Gute Hydraulikbremsen wären wartungsärmer. Bei mechanischen Scheibenbremsen muss man den Verschleiß der Bremszüge im Auge behalten, gerade, weil es ab und zu damit, schmutzträchtig, ins Gelände geht.

Filigran-Arbeit: Das Titan-Ausfallende ist dreidimensional geformt.

Der angenehm geformte Lenker des Vaya ist oben aerodynamisch günstig enger, unten im Griffbereich breiter ausgestellt. So bleibt das Vorderrad auch in schwierigeren Situationen gut unter Kontrolle. Die Kettenschaltung von SRAM arbeitet extra-knackig, einer Oberklasse-Shimano absolut ebenbürtig und mit MTB-ähnlicher Abstufung. An die DoubleTap-Shifter muss man sich gewöhnen: Ein kurzer Schwenk an dem einzigen Hebel pro Seite schaltet auf kleinere, der tiefe Schwenk auf größere Ritzel. Tadellos verzögern die Avid-Discs, ebenfalls aus dem Hause SRAM. Das Vaya glänzt mit flinker Beschleunigung, ausgewogener Sitzposition und Lenkung, und problemlosen Fahreigenschaften auf Asphalt und jenseits davon.

Fazit: Anleihen vom Renn-, Crossrad und MTB mixen die Vordenker von Salsa zu einem leichten, kompetent-sportlichen Straßen- und Offroad-Racer. Mit Rahmentaschen lockt das Bike zu Bikepacking-Abenteuer ab der Haustüre. Sein Titanrahmen und die Carbongabel leisten hohe Stabilität und angenehmen Fahrkomfort bei geringem Gewicht. Ein edles Gefährt auf allen Wegen.

Schlagwörter: Salsa Vaya Ti Test


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