Schnelle Fitnessräder, geländegängige Crosser Schnelle Fitnessräder, geländegängige Crosser Schnelle Fitnessräder, geländegängige Crosser

Test: Leichte Sporträder

Schnelle Fitnessräder, geländegängige Crosser

  • Jörg Spaniol

Sportliche Trekkingräder teilen sich in zwei Klassen auf: Die ungefederten Fitnessbikes erleben eine Renaissance auf der Straße, während die Crossräder sich immer stärker an den Geländeeinsatz anpassen.

Alles war schon mal da? Alles vielleicht nicht. Aber das Fitnessbike erlebt derzeit seinen zweiten Frühling. Mindestens den zweiten. Schnelle, leichte Räder ohne Federgabel und Vollausstattung tummelten sich schon lange in einer kleinen Marktnische, doch selten war es so leicht, das halbe Testfeld mit spannenden Vertretern der Gattung zu bestücken. Verantwortlich für die zaghafte Renaissance des Fitnessbikes ist die andere Hälfte des Testfeldes: die Crossbikes. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Die beiden sportlichsten Trekking-Marktsegmente haben sich einfach so weit auseinanderentwickelt, dass für beide Platz ist.

Crossbikes folgen den Mountainbikes

Die fünf Crossbikes im Test sind technisch da angekommen, wo vor einigen Jahren noch manches Mountainbike stand: 44 Millimeter Reifenbreite sind 1,75 Zoll, das war einst Gelände-Standard. Die Federgabeln im Test haben bis zu 75 Millimeter Hub – weitaus mehr als die ersten Geländegabeln. Ihre Lenker sind bis zu 70 Zentimeter breit und damit so ausladend, dass weder Ergonomie noch Aerodynamik zu längeren Touren im Flachland einladen. Es sind Mountainbike-Lenker, dimensioniert für maximale Radbeherrschung bergab. Noch sind die Reifen der aktuellen 29er-Mountainbikes etwas breiter, ihre Sitzpositionen länger und flacher, ihre Bremsen stärker als bei unseren Testrädern. Doch die Crosser marschieren technisch Richtung Geländetauglichkeit. Für zügige Flachlandrunden mit gelegentlichen Trampelpfaden sind längst nicht mehr alle die erste Wahl. Man könnte sagen: Die Crossbikes ziehen sich ins Mittelgebirge zurück.

Die leichten Sporträder im Test

10 Bilder

Diese Sporträder haben wir getestet

Scheibenbremsen sind Standard am Fitnessbike

Der Platz, den sie geräumt haben, gehört nun dem Fitnessbike. Das hat sich weitgehend davon verabschiedet, einfach ein Rennrad mit geradem Lenker zu sein. Auch hier sind die Reifen breiter und Scheibenbremsen zum Standard geworden. Die Entwicklung der Straßenkomponenten hin zu größerer Bergtauglichkeit macht diese Straßenräder zudem vielseitiger als bisher: Aktuelle Fitnessbikes haben zwei Blätter vorne und elf Ritzel mit bis zu 36 Zähnen hinten. Mit Zweifach-Kompaktkurbeln und Riesen-Ritzeln erobern sie deshalb auch bergiges Gelände. Dank überwiegend flacher Lenker und ihrer Starrgabeln sind sie vorne niedriger als die Crosser – und sie sind erheblich leichter! Satte drei Kilo bringt der Verzicht auf die Geländeperformance der Crosser: 8,5 Kilo wiegt das leichte Canyon-Fitnessbike, 11,4 Kilo der leichteste Crosser.
Dabei ist die technische Streuung bei den Crossern eher gering: Ein paar oder sehr viele XT-Schaltkomponenten ergänzt um unauffällige Sparteile, im Steuerrohr steckt eine der zahlreichen Versionen der Suntour-Trekkinggabeln NCX und NRX, allesamt per Luftdruck auf den Fahrer einstellbar und meist mit 63 Millimeter Federweg ausgestattet. Das ist gut, aber nicht aufregend. Den auf Dauer spürbarsten Unterschied machen manchmal die Wahl der Bremse oder Art und Güte der Schaltzugverlegung.
Spannender sind die konzeptionellen Unterschiede beim Fitnessbike. Hier findet sich eine V-Bremse (Centurion) und ein Carbonrahmen (Specialized), dazu kurze Renngeometrien wie bei Canyon oder Rose – und auch Fahrwerke, die eher entspannt darauf warten, genau den Platz auf glatten bis leicht rauen Radwegen einzunehmen, den ihnen das Crossrad neuerdings geräumt hat.

Fazit

Beim Crossrad tobt auf den ersten Blick ein Ausstattungswettkampf, der auch zu Mogelpackungen führt. Am schlüssigsten erschien uns das preiswerteste Testrad, ein Cube Cross Pro, auch Bulls und Radon glänzen. Die Fitnessbikes sind vom Fahrgefühl breiter gestreut. Den besten Mittelweg aus Komfort und Sportlichkeit, gepaart mit einer durchgängig guten Ausstattung, fand Stevens, gefolgt von den Versendern Rose und Canyon.

Der gesamte Sportrad-Test stand in Trekkingbike-Ausgabe 3/2015. Den einzelnen Artikel erhalten Sie hier als PDF-Download. 


In einigen unserer Auftritte verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Diese sind mit Sternchen (*) gekennzeichnet. Wenn Sie auf so einen Affiliate-Link klicken und über diesen Link einkaufen, erhalten wir von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis dadurch nicht.

Themen: CrossräderFitnessräderSporträderTest

  • 1,99 €
    Test Leichte Sporträder

Lesen Sie unser MYBIKE Magazin. Einfach digital in der MYBIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Test: Räder mit Alfine-Nabe
    Brave Arbeiter: Alfine-Räder 2016

    02.11.2016Shimanos Alfine-Naben sind in der Mittelklasse konkurrenzlos. Äußerlich unterscheiden sich die 8- und 11-Gang-Nabe kaum. Erst ihr Innenleben bestimmt, welches Getriebe wo ...

  • Test: Carbonräder
    Kohlefaser besser als Metall?

    04.05.2007Mit aller Macht drängt das Hightech-Material Carbon in den Trekkingbike-Markt. Noch nie war das Angebot an Carbonrahmen für den Alltag so groß wie 2007.

  • Test: Rad-Handschuhe
    Radhandschuhe bis 30 Euro

    21.10.2014Handschuhe verschleißen oft schneller als eine Saison lang ist. Da greift man natürlich nur ungern zum teuren Luxus-Modell, besonders wenn günstige Handschuhe in Ausstattung und ...

  • Kaufberatung: Regenjacken
    Wetterschutz für die Radtour

    23.06.2015Die Auswahl bei Regenjacken reicht vom federleichten Minimalschutz für den kurzen Regenschauer bis hin zum Outdoor-Modell für stundenlangen Regenfahrten. Im Test: 13 Modelle für ...

  • Test: Leichte Reiseräder
    Intelligenter Fahrrad-Leichtbau

    19.08.2015Nicht mehr als 14 Kilo Gewicht, aber bitte mit 15 Kilo Gepäck-Kapazität. Und egal, zu welchem Preis. So lautete unsere Testanforderung. 10 Radhersteller setzten diese ...

  • Regenjacken-Test
    Eine für alles

    13.10.2020Gute Regenjacken sind keine Schnäppchen. Deshalb liegt es nahe, eine zu kaufen, die nicht nur auf Radtour, sondern auch beim Wandern oder im Alltag funktioniert. 14 Allrounder im ...

  • Test: Klassiker-Modelle
    Koga Worldtraveller 29: einmal um die Welt

    09.12.2016Den Worldtraveller von Koga gibt es zweimal: Als konfigurierbares Signature-Modell und als Vernunft-Exemplar aus der Serie. Das haben wir uns genau angesehen.

  • Erster Test: Radon Sunset 9.0
    Neuer Radon-Rahmen

    20.10.2014Direktvertreiber Radon hat das Sortiment überarbeitet: Die Allround-Bestseller der Sunset-Serie kommen 2015 mit einem raffinierten Alurahmen.

  • Test: Klassiker-Modelle
    Wunschrad vom Versender: Poison Atropin Tour IGH

    09.12.2016Als reiner Versender bietet Poison eine interessante Rohloff-Gates-Version seines Longsellers Atropin. Der Kundenwunsch ist für den Custom-Bauer Befehl.