Test Allrounder

Jeden Tag aufs Rad - gut & günstig

  • Jochen Donner

Ein gutes Rad für jeden Tag muss nicht teuer sein. Bereits zwischen 1.000 und 1.500 Euro gibt es Bikes für anspruchsvolle Fahrer, die ihr Material täglich fordern. Aktuelle Technik, attraktiver Preis: Unser Test beleuchtet acht preiswerte Allrounder mit breitestmöglichem Einsatzbereich.

Ein Rad für jeden Tag muss schon einiges draufhaben. Für anspruchsvolle Radler zählen da vor allem eine umfassende, sinnvolle Ausstattung mit tauglichen Komponenten, solides Fahrverhalten, unkomplizierte Bedienbarkeit sowie eine gewisse Robustheit und Zuverläs- sigkeit. Wer sich entscheidet, die meis- ten Wege per Fahrrad zurückzulegen, kann sich oft nicht aussuchen, zu welchem Zeitpunkt oder bei welchem Wet- ter die nächste Fahrt stattfindet. Des- halb stehen auch gutes Licht, effektiver Nässeschutz, unkomplizierte Gepäckmitnahme und sicheres Parken im Lastenheft. Doch auch eine hohe Vielseitigkeit des genutzten Bikes, sein geschmeidiges Handling oder schnittiges Fahrverhalten sind je nach persönlicher Neigung wichtig. Nicht zuletzt zählt für die meisten Neukäufer vor allem ein möglichst attraktiver Preis. Denn da hüpft nicht nur das Sparer-Herz: Je teurer das neue Rad ist, desto kostspieliger werden auch Verschleiß, Wertverlust und ein etwaiger Diebstahl. Da ist es gut, wenn Rad und Ersatzteile zwar robust, aber nicht gleich so edel sind, dass sie auf Dauer das Mobilitäts-Budget sprengen. In unserem Testfeld stimmt der Mix aus Preis und Qualität. Alltags- Radler sind mit so einem Allrounder- Bike mit leichtem, stabilem Rahmen aus Aluminium oder Stahl in den allermeisten Fällen gut bedient. Die Sitzposition sollte dabei weder zu aufrecht noch zu gestreckt ausfallen: Eine leicht geneigte Sitzhaltung auf dem Fahrrad bringt mehr Fahrsicherheit durch ausgewogene Gewichtsverteilung, bessere Aerodynamik als beim Hollandrad und damit spürbar geringere Beeinträchtigungen durch den Gegenwind. Unter einer zu sportlichen Körperhaltung mit überstrecktem Nacken leidet dagegen schnell der Überblick im Verkehr, zudem kommt viel Last auf Schultern und Hände. Als optimaler Antrieb bringt die Kettenschaltung die breitestmögliche Gangspreizung und -anzahl mit, womit sich auch längere Steigungen oder Fahrten mit Gepäck bequemer bewältigen lassen. Eine Kettenschaltung ist meistens leichter, preisgünstiger und bietet mehr Gänge als eine Getriebenabe. Doch eines muss man akzeptieren: Das offene Kette-Ritzel-System verschleißt mit jedem Kilometer Fahrstrecke und funktioniert nicht ohne ein Mindestmaß an Wartung und Pflege.

Fortschrittliche Technik

Gut & Günstig

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Unser Testfeld dokumentiert einen aktuellen Trend: die Abkehr von der klassischen 3x10-Kettenschaltung. Die drei Hersteller Cube, Diamant und KTM statten ihre Räder mit nur einem Kettenblatt vorne, aber zwölf Ritzeln hinten aus. Dabei hat das größte Ritzel hinten bis zu 51 Zähne. Der vordere Umwerfer fällt weg. Am Bulls ist auch die Kombination von klassischer Zehngang-Kassette am Hinterrad mit kompaktem Doppel-Kettenblatt vorne vertreten.

Diese modernen Schaltungs-Varianten schicken sich – vom Mountainbike so- wie den Gravel- und E-Bikes kommend an, auch das Trekkingbike zu erobern. Dabei bedeutet die geringere Gangzahl nicht zwingend, dass es an Berggängen fehlt: Der leichteste Gang liegt bei den Ein-, Zwei- und Dreifach-Antrieben im Test etwa auf demselben Niveau. Eng wird es eher in den schnellen Gängen. Wer auch bei Tempo 40 mittreten möch- te, ist mit 3x10 besser bedient. Auch die größeren Gangsprünge bei 1x12 gefal- len nicht jedem. Sie umfassen häufiger sechs, acht oder gar zehn Zähne, was beim Gangwechsel in der Praxis einen großen Drehzahlunterschied bedeutet. Dazu kommt, dass bei 1x-Schaltungen grundsätzlich alle Gangwechsel vom rechten Daumen und Zeigefinger erledigt werden müssen – bisweilen harte Arbeit für den Daumen, denn die Berggänge auf den größten Ritzeln schalten sich sowohl bei SRAM als auch bei Shimano etwas schwergängig, weil sich Kette und Schaltwerk dabei arg recken müssen. Der erhebliche Kettenschräg- lauf in den größten und kleinsten Gängen verursacht teils deutliche Geräusche. Dennoch ergeben auch unabhängige Tests keinen wesentlich höheren Verschleiß an Kette, Kettenblatt oder Ritzeln als bei Zehnfach-Antrieben. Für die 1x12-Schaltung spricht die simplere Bedienung mit nur einem Schalthebel und strikt aufeinanderfolgenden Gängen. Sie schaltet sich damit so intuitiv wie eine Nabenschaltung. Durch den Verzicht auf linken Schalthe- bel und Schaltzug, Umwerfer und Kettenblätter kann eine 1x12-Schaltung zudem etwas leichter werden als eine mit mehreren Kettenblättern – was man jedoch nicht überbewerten sollte: Die zwei größten (Stahl-)Ritzel einer preiswerten Zwölffach-Kassette machen die Gewichtsersparnis weitgehend zunichte.

Am Ende bieten alle Schaltvarianten ausreichend Gänge für fast jede Fahrsituation im Alltag. Wer seinen Allrounder allerdings öfters lang bergauf pedaliert, vielleicht sogar mit Gepäck, oder häufig wechselnden Höhenunterschieden oder Windrichtungen ausgesetzt ist, wird bei 1x12 schon den einen oder anderen Zwischengang vermissen und sich die feinere Abstufung einer 3x10-Kombo zurückwünschen. Ganz sicher spart der Hersteller mit 1x12 Montagekosten. Ob er diesen Preisvorteil weitergibt und deshalb beispielsweise höherwertige Scheinwerfer, Reifen oder Laufräder montiert, ist im Einzelfall schwer herauszufinden.

Genau betrachtet

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Den kompletten Vergleichstest der Allrounder inkl. aller Testurteile und Einzelbewertungen können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Test kostet 1,99 Euro.

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Themen: AllrounderFahrradTest

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