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Test: Randonneure

Hauptsache flott

  • Jochen Donner

Randonneure stehen für effizientes, zügiges Vorwärtskommen auf langen Strecken. MYBIKE hat fünf schnelle Allround-Renner zwischen 1.500 und 2.000 Euro getestet.

Neues entsteht meist, indem man etwas Bekanntes zerlegt und dann neu zusammensetzt. Betrachtet man das Ergebnis, wird in der Neukombination altvertrauter Bestandteile häufig überraschend ein roter Faden, ein anderes Konzept erkennbar: Etwas Neuartiges ist entstanden. Das gilt zum Beispiel für Kochrezepte, Rock- und Pop-Musik und in der Politik.

Aber eben auch in der Fahrradbranche. Uns war aufgefallen, dass vermehrt Fahrradhersteller ihren aktuellen, rein als Sportgerät gedachten Gravelbikes Schutzbleche, Lichtanlage und Gepäckträger spendieren und diese Allround-Randonneure als vielseitige Sport-, Touren- und Commuterbikes vermarkten. Also fragten wir einige Hersteller dieser vielversprechenden Modelle an und kamen so auf immerhin fünf interessante Vertreter einer neuen Generation von Randonneuren.

Die 5 Randonneure im Test

5 Bilder

Die Mischung macht's

In den Testrädern vermengen sich vertraute Elemente von Rennrad, Crosser, Trekking- und Mountainbike. Am augenfälligsten ist der Kontrast von Rennlenker und voluminösen Profil- Reifen, die man eher vom Trekkingrad her kennt. Damit rollen die Bikes auf und abseits des Asphalts gleichermaßen schnell, leise und sicher. Das im Vergleich zum Crosser oder Rennrad größere Luftvolumen erlaubt niedrige Reifendrücke ab 3 Bar aufwärts, um auch auf schlechten Straßen komfortabel und mit viel Grip unterwegs zu sein.

Die Kettenschaltungen im Testfeld arbeiten mit Zweifach-Kettenblättern und breit gestuften 10er- oder 11er-Ritzelpaketen, die aus Trekking- und MTB-Schaltgruppen abstammen. Ergonomisch geformte Rennrad-Schaltbremshebel steuern die Schaltung und die nässesicheren, sensibel bedienbaren Scheibenbremsen. Rennrad übliche Flatmount-Bremszangen leiten die Bremskräfte über ihre große Auflagefläche in Rahmen und Gabel ab und bieten mit 160- Millimeter-Discs angemessene Standfestigkeit. Steckachsen an Gabel und Hinterbau erhöhen die Steifigkeit im Fahrwerk und sorgen für eine stabile, immer gleichbleibende Einbauposition der Laufräder mit deren Bremsscheiben. Schutzbleche, Licht und Gepäckträger sind weitere Zutaten, die die Bikes tags, nachts und bei schlechtem Wetter fahrbar machen. Die Schutzbleche sind an allen Testrädern lang und breit genug, um Gischt und Schmutz zuverlässig abzuweisen.

Bequemer sitzen

Randonneure bieten eine sportliche, aber deutlich entspanntere Sitzposition als Rennräder. Der vielfältig gebogene Rennlenker bietet abwechslungsreiche Griffpositionen und guten Kraftumsatz vom Rumpf über Arme und Beine zum Pedal. Die spezielle Sitzhaltung reduziert die Stirnfläche von Rad und Fahrerund senkt den Luftwiderstand – das spart Kraft auf langer Strecke. Insgesamt sitzt man auf dem Randonneur bequemer, das Rad läuft ruhiger und sicherer geradeaus und ist etwas weniger agil als ein Straßenrenner.

  1. Der Radstand ist einige Zentimeter länger. Das betont die Laufruhe, schafft Platz für Schutzbleche und Fußfreiheit zum Gepäck.
  2. Das Steuerrohr ist länger und/oder endet höher. So liegt auch das Cockpit höher, die Sitzposition entspannt sich.
  3. Gabel und Hinterbau bieten mehr Bauraum für voluminösere Reifen, Stollenprofil und Schutzbleche.
  4. Das Tretlager liegt ein paar Millimeter höher für mehr Bodenfreiheit auf unebenem Untergrund.
  5. Rahmen- und Gabelgewinde erlauben die Montage von Gepäckträger, Schutzblech, Beleuchtung und Parkstütze.
  6. Der Vorbau ist kürzer, das Lenkverhalten wird wendiger, weniger kraftaufwendig und sensibler.
  7. Die Lenkerenden sind seitlich etwas ausgestellt. So greift man am Unterlenker breiter und hat bessere Kontrolle auf schwierigem Untergrund.
  8. Das Oberrohr ist kürzer. Man sitzt weniger gestreckt, insgesamt aufrechter, entspannter und mit besserem Überblick.

Den kompletten Vergleichstest der Randonneure inkl. aller Testurteile und Einzelbewertungen können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Test kostet 1,99 Euro.

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