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Test Top-Räder 2018: Winora Nevada

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  • Jochen Donner

Ob Teerstraße, Waldweg oder Schotterpfad: Das Winora Nevada bewältigt Strecken auf jedem Terrain. Im Test zeigt das günstige Tourenrad viele Talente.

Auf den ersten Blick erinnert das Nevada aus Sennfeld in Franken an ein All-Terrain-Bike, wie sie gerne von 12 bis 16-jährigen wilden Jungs gefahren wurden, bevor das iPhone viel cooler wurde:

Ein Mountainbike im zahmen Alltagskleid

Und so weit liegt man damit nicht daneben. Denn die dicken Stollenreifen sind Schwalbes Allrounder Nr. 1, die dank engstehender Stollen in der Mitte auf Asphalt fast lautlos und schnell rollen, in losem Geläuf aber mit ausgeprägteren Schulterstollen kräftig zubeißen. Loser Schotter, Steine, Geröll oder Gras, Smart Sam gibt erst sehr spät wirklich auf. Dazu kommt, dass die Pneus der Größe 27,5 Zoll relativ leicht sind, also auch gut zu beschleunigen und das Tourenrad damit eine bissige Agilität und sportliche Fahreigenschaften erhält. Dennoch bleibt es kompakt, baut nicht zu lang und nicht zu hoch.

Winora spendiert dem schlichten, aber steifen Alurahmen mit konischem Steuerrohr, innenverlegten Schaltzügen und Bremsleitung ein neues Federgabelmodell von Suntour. Die Mobie-Gabel ist luftgefedert, das Alu-Schaftrohr ist ebenfalls konifiziert für einen seitensteifen Vorderbau. Die 32 mm-Alu-Standrohre sind reibungsarm beschichtet und tragen, ebenso wie die hauseigene Q-Loc-Steckachse, zu hoher Seitensteifigkeit bei. Die Gabel arbeitet sensibel, ist per Luftdruck fein auf Fahrergewicht und Untergrund einstellbar und führt das Vorderrad präzise und zuverlässig. Tatsächlich lässt sich mit dem Nevada richtig über enge Trails "räubern", falls man es darauf anlegt.

Eine solide, unaufgeregte Deore-Schaltung tut ihren Dienst exakt, doch nicht ganz so leichtgängig, knackig und mit etwas längeren Hebelwegen als eine höherwertige XT. Die gruppenlosen Discbrakes arbeiten ebenfalls tadellos, sofern man sie anfangs richtig eingefahren hat. Da Winora als Großhändler auch über ein riesiges Teilesortiment gebietet, spect der Produktmanager Schutzbleche, Träger und Hinterbauständer aus den Hausmarken, durchwegs solide Qualität und mit langlebiger Anmutung. Topqualität beim Licht: Das nagelneue IQ-XS, eine kleinere Version des großartigen IQ-X, mit 70 Lux und hervorragendem Leuchtfeld. Hier war es noch ein funktionsloses Messe-Sample, doch die Erwartungen sind hoch. Mit Lenker und Sattel auf gleicher Höhe fährt sich das sympathische Nevada sportlich-ausgewogen, wer Gegenwind hat, duckt sich einfach leicht und gibt Gas.

Die anderen Top-Räder im Test finden Sie hier


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App ( iTunes   und Google Play ) laden oder im DK-Shop   bestellen.

Themen: 2018TestWinora Nevada


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