Test: Gravelbikes

Vielseitige Renner

  • Manuel Jekel

Gravelbikes drängen als neue Radgattung in die Lücke zwischen Straßenrenner und Crossrad. Höhere Lenker sorgen für eine entspanntere, aufrechtere Sitzposition. Wir haben uns vier Modelle angeschaut.

Gravelbikes sind eine Spielart des Rennrades, bei der die Vielseitigkeit im Vordergrund steht.
Ob auf Straße oder Feld- und Waldwegen, im (leichten) Gelände, für Sport oder Reise – Gravelbikes kommen der Idee der sportlichen Allzweckwaffe sehr nahe. Dank ihrer entspannten, bequemeren Sitzposition können sie insbesondere Einsteigern den Respekt vor dem gebogenen Rennlenker nehmen, moderne Scheibenbremsen stärken das Zutrauen obendrein. Lange Radstände schaffen Platz für die Montage von breiten Reifen, Schutzblechen oder Gepäckträgern.

Die Gravelbikes im Überblick

4 Bilder

Bei den Testfahrten wurde rasch deutlich, dass sich die Großserienmodelle von GT, Norco und Specialized in ihren Grundkonzepten sehr ähneln: Man sitzt entspannt wie auf einem Marathonrenner à la Specialized Roubaix. Mit Gewichten nahe neun Kilo sind sie weniger agil als Straßen- oder leichte Crossrenner. Sie laufen stoisch geradeaus, fahren sich unaufgeregt und federn angenehm, auch und vor allem dank der Reifen: Das GT und das Specialized rollen auf relativ voluminösen, gut dämpfenden profillosen Straßenpneus. Trotzdem bewältigen die Räder auch Schotterpassagen und Waldwege, ohne nennenswert zu rutschen. Erst auf tie­ferem oder nassem Untergrund spielen stärker profilierte Reifen, wie am Crema und Norco, deutlich ihre Vorteile aus.
Das Modell Schotter von Crema ist ein Sonderfall in unserem Test-Quartett. Ein Einzelstück mit toll verarbeitetem Stahlrahmen und High-End-Ausstattung, das nicht nur beim Preis in einer anderen Liga spielt; auch bei der Geometrie geht das Crema einen eigenen Weg. Mit weniger hoch positioniertem Lenker und relativ kurzem Radstand ähnelt es eher einem Crosser. Zum Gravelbike wird das Rad durch Ausstattungsdetails wie das perfekt auf die Gabel abgestimmte vordere Carbon-Schutzblech. Eingefleischte Cross-Rennfahrer können mit einem solchen Detail meist wenig anfangen. Was, bitte, soll ein Schutzblech an einem Sportgerät? Weil das Rad aber als Gravelbike deklariert ist, verpufft dieser Einwand. Der Begriff erlaubt den Herstellern neue Freiheiten, wie sie ihre Modelle auslegen. Ob als rennradähnliches Alltagsrad oder Trainingsgerät für den Winter, leichtes Reiserad oder als Spaßgerät für leichtes Gelände: Die Vorteile der Gravelbikes liegen in ihrer Vielseitigkeit. Das klingt zwar nicht unbedingt nach Trendsport, ist aber definitiv eine Bereicherung des Angebots.


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2016. Sie können das gesamte Heft in der Trekkingbike-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop bestellen.


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Schlagwörter: Gravelbikes Rennräder

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