Welten erobern: Das Santos Travelmaster 2.9 Welten erobern: Das Santos Travelmaster 2.9 Welten erobern: Das Santos Travelmaster 2.9

Test 2016: Super-Reiseräder

Welten erobern: Das Santos Travelmaster 2.9

  • Jochen Donner

Santos hat einen Ruf unter Weltradlern: Durchdacht, robust und praxistauglich rollen die niederländischen Reiseräder durch die Welt. Das neue Travelmaster tut dies auf 29ern.

Die bange Glaubensfrage "Stahl oder Alu für mein Reiserad?", beantwortet Gründer Robbert Rutgrink so: "Ein Santos-Alurahmen geht nicht kaputt." Voluminöse Alurohre mit belastungsorientierter Formgebung, die per Smooth-Welding verbunden sind, wecken Vertrauen und verleihen dem großen Travelmaster hohe, reisegepäcktaugliche Stabilität. Knicke in Ober- und Unterrohr schaffen Platz für große 2,5-Liter-Flaschen im Flaschenhalter am Unterrohr. Zudem erlauben sie auch den Einbau einer Federgabel. Die verbaute Stahlgabel dreht unten in einem vergrößerten Kugellager und bietet einerseits Stabilität in Sachen Lenkpräzision, Lowrider und Discbrakes, andererseits auch ein wenig dämpfenden Flex an der Vorderachse.

Eine Spannrolle am Getriebeblock erspart aufwendige, verschiebbare Ausfallenden und eventuelle Probleme damit.

Im Tretlager arbeitet ein Pinion-Getriebe mit 18 gleichmäßig und eng gestuften Gängen – extrem wartungsarm und robust, mit gut abgestufter Primärübersetzung und dem pflegeleichten CDX-Riemen von Gates. Santos erspart sich und dem Nutzer eine komplizierte, aufwändige Slider-Achslagerung und spannt den Riemen per Spannrolle, die direkt am Getriebegehäuse verschraubt wird und nur einmalig korrekt eingestellt werden muss. Danach stehen viele sorglose Kilometer auf dem Programm. Das laufruhige, gut handhabbare, aber schwere Rad platziert den Fahrer entspannt sportlich, das Cockpit mit breitem, angenehm gewinkelten Lenker ist vielfach verstellbar. So sollte jeder eine bequeme Langstrecken-Sitzhaltung finden können. Vertikal fühlen sich Rahmen und dicke Sattelstütze hart an, die 50mm-Almotion-Reifen können nicht alle Vibrationsspitzen wegschlucken.

Hilfreich bei Lowrider-Beladung: Lenkeranschlag auf 90 Grad.

Wie viel Praxis-Feedback im Rad steckt, zeigen clevere Details wie ein langer Scheinwerferhalter, der den Schlagschatten des Vorderreifens minimiert, die praktische Direktkontakt-Gabel, die den Radausbau vorn vereinfacht, nahezu ideal und für einfache Wartung außenverlegten Schaltzüge und Bremsleitungen und der Custom-Träger von Tubus, der das Gepäck mit satten 14mm-Streben flexfrei transportiert. Falls doch etwas kaputt geht, liefert Santos Ersatzteile – weltweit.

Fazit: Ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein mit viel direkten Rückmeldungen aus der weltumspannenden Traveller-Szene hebt das Santos-Bike in die Reiserad-Oberliga. Der satt rollende Travelmaster ist das perfekte, weil durchdacht und haltbar konstruierte Weltreiserad, solange man Straßen und feste Wege befährt. Sein relativ hohes Gewicht münzt sich – dafür sinnvoll – direkt in höchste Lebensdauer und Unanfälligkeit um.

Schlagwörter: Santos Travelmaster Test


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