Basiswissen: Schaltung 1 x 11

Ist 1 x 11 auch für Trekkingradler spannend?

Umwerfer ade: Die zwei großen Schaltungshersteller Shimano und SRAM bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Mountainbikes mit nur einem Kettenblatt vorne auszustatten. Riesige Ritzelpakete hinten sollen den Übersetzungsverlust ausgleichen.

Jörg Spaniol am 21.10.2015
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Daniel Simon

Elf Zahnräder nebeneinander sind ein Anblick, den Rennradler schon länger kennen: Die Kettenschaltungs-Spezialisten von Campagnolo, kurz darauf auch von Shimano und SRAM, haben bei ihren Topkomponenten den Wechsel auf Elffach-Ritzelpakete längst vollzogen – ohne allerdings die Zahl der Kettenblätter zu reduzieren. Bei den Mountainbikes hat SRAM aber genau das getan: Die Highend-Schaltgruppe „XX1“ kam 2012 mit 11 Ritzeln und nur einem Blatt auf den Markt, jetzt bietet Shimano zusätzlich zur Topgruppe XTR auch eine Deore XT-Version mit der Technik an. SRAM ist inzwischen auch ins mittlere Preissegment eingestiegen und will neuerdings sogar Renn- radler mit einer spezifischen „1 x 11“-Gruppe von der neuen Einfachheit überzeugen.

Die Voraussetzung dafür ist ein enormes Ritzelpaket am Hinterrad. Statt bisher üblichen 11-34 Ritzelzähnen sind es nun bei SRAM und Shimano bis zu 42 Zähne. Diese Ritzelpakete alleine decken etwa den Übersetzungsbereich einer Alfine-Elfgangnabe ab, bleiben aber deutlich unter dem Übersetzungsspektrum einer üblichen Trekkingbike-Übersetzung mit 3 x 9 oder 3 x 10 Gängen.
Die von zehn auf elf erhöhte Ritzelzahl erlaubt trotz der großen Spreizung moderate Gang­sprünge. So unterscheiden sich die „schnellsten“, unteren Gänge nur um je zwei Zähne, erst ab der Mitte des Ritzelpakets beginnen die 3er- und 4er-Sprünge. Eine weitere Steigerung der Ritzel-Anzahl ist vorerst nicht zu erwarten: angesichts der aktuellen Baubreite der Rahmen ist die nötige Hinterradstabilität weitgehend ausgereizt. Noch breitere Ritzeltürme würden ein neues Einbaumaß für breitere Hinterräder sinnvoll machen.
Was die Technik auch für Trekking­radler sexy machen könnte, ist ihre Einfachheit. Der Blick auf Ganganzeige oder Kettenschräglauf beim Schalten entfällt. Die Gänge können einfach hintereinander weggeschaltet werden wie bei einer Nabenschaltung. Auch optisch ist „1 x 11" durch den Wegfall von Umwerfer sowie dazugehörigem Schalter und Zügen ein Gewinn. Eine spezielle Zahnform am Kettenblatt verhindert bei beiden Anbietern, dass die Kette auf holprigem Untergrund abspringt. Die Gewichtsersparnis beträgt schon bei einer hochwertigen Deore XT-Schaltkombination fürs Mountainbike etwa 350 Gramm, mit einfacherem Material läge sie eher um 500 Gramm. Bislang sind 1 x 11-Übersetzungen vor allem im Mountainbike-Rennsport (Cross Country und Enduro) sehr beliebt, beim Rennrad tröpfeln die ersten Teile in den Markt. Wir haben Branchen-Insider gefragt, ob auch Trekkingbiker künftig einfach unterwegs sein werden.

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Jörg Spaniol am 21.10.2015

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