Ratgeber: Fahrradhelm anpassen

Kopfsache

Nur wenn der Helm richtig getragen wird, kann er seine volle Schutzwirkung entfalten. Unfallchirurg und Fahrradunfallforscher Dr. Christian Juhra erklärt, wie Radfahrer die häufigsten Fehler vermeiden.

Angelika Urbach am 21.10.2015
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Daniel Simon

Ein Helm verhindert keinen Unfall, aber er schützt vor den Auswirkungen. Dass nicht jeder Radfahrer mit Helm gleichermaßen gut geschützt ist, wissen Unfallchirurgen wie Dr. Christian Juhra aus ihrer täglichen Praxis. "Rund ein Viertel aller Verletzungen bei einem Radunfall betreffen den Kopf", sagt der Münsteraner Chirurg und Radunfallforscher. Er warnt: "Schlecht sitzende Helme können bei einem Unfall verrutschen oder ganz abfallen."
Was ist der häufigste Tragefehler? "Meist sitzt der Helm insgesamt zu locker auf dem Kopf. Dann besteht die Gefahr, dass er während der Fahrt oder durch den Aufprall beim Sturz in den Nacken geschoben wird", beschreibt Dr. Juhra. Folge: Die Stirn bleibt bei einem Aufprall ungeschützt. Darüber hinaus kann ein in den Nacken gerutschter Helm aber auch zusätzliche Verletzungen an der Halswirbelsäule verursachen.
"Um den optimal schützenden Helm zu finden, sollten Sie beim Kauf auf einen festen, aber angenehmen Sitz achten", rät der Experte. Zieht man bei der Anprobe das Kopfband an und beugt sich dann kopfüber nach unten, sollte der Helm bei offenem Kinnband nicht gleich vom Kopf fallen.
Interessant: Günstige und teure Fahrradhelme besitzen laut dem Unfallforscher meist eine gleich hohe Schutzwirkung. Der Preisunterschied werde vor allem beim Tragekomfort und der Belüftung spürbar. Auch beim Design können Radfahrer nach Belieben auswählen. Juhra: "Es gibt keine bestimmten Formen oder Materialen, die besser schützen als andere".

Helm anpassen

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Schritt 1
Stellen Sie das Kopfband so ein, dass der Helm fest und ohne Spiel anliegt. Achten Sie auf einen angenehmen Sitz ohne Druckgefühl.

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Schritt 2
Öffnen Sie die linke Riemenweiche und positionieren Sie diese so unter dem Ohr, dass die beiden Bänder das Ohr straff als Dreieck umschließen. Stellen Sie auf die gleiche Weise die rechte Weiche ein.

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Schritt 3
Um die Länge des Kinnverschlusses sicher und bequem einzustellen, sollte zwischen Verschluss und Kinn ein Finger Platz haben.

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Schritt 4
Stellen Sie zuletzt sicher, dass der Helm gerade auf dem Kopf sitzt. Beeinträchtigungen des Sichtfelds oder Sturzverletzungen können so vermieden werden.
Für den perfekten Sitz sollten über die Nasenwurzel zwei Finger passen. 

Angelika Urbach am 21.10.2015

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