E-Bike Ratgeber: Kontrollieren, pflegen, einstellen

Frühjahrs-Check: Die wichtigsten Einstellarbeiten am E-Bike

Andreas Bähren am 02.02.2018
Der Frühjahrs-Check für Ihr E-Bike
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Der Frühjahrs-Check für Ihr E-Bike

DIE WICHTIGSTEN EINSTELLARBEITEN

Zwickt’s im Rücken, am Po oder in den Knien? Dann ist das Pedelec vielleicht nicht richtig auf Ihre Körperproportionen eingestellt. Mit wenigen Handgriffen können Sie Cockpit und Sitzposition am Rad deutlich angenehmer und effizienter gestalten.

1 Sattelwinkel & -Neigung

Normale Fahrrad-Sättel können Sie mit Hilfe einer Wasserwaage leicht horizontal ausrichten. Ist die Form Ihres Sattels hinten etwas nach oben gewölbt, legen Sie die Wasserwaage ein Stück weiter vorne an – ab dem Bereich, wo Ihre Sitz­knochen liegen. Eine exakt waagerechte Ausrichtung des ­Sattels ist für die allermeisten Radfahrer die optimale Position. Sollten Sie trotzdem unangenehmen Druck an den Sitzknochen verspüren, neigen Sie den Sattel ganz leicht nach hinten. Bei Schmerzen im Dammbereich kippen Sie den Sattel leicht nach vorne (und "leicht" bedeutet: Wir ­sprechen hier über Verstellungen um wenige Millimeter). Wenn all das nicht hilft, brauchen Sie vielleicht einen anderen Sattel. Es gibt sie in verschiedensten Breiten, Formen und Härtegraden, je nach Sitzknochenabstand, persönlicher Vorliebe und Fahrradtyp, also Sitzposition. Gute Fachhändler helfen Ihnen bei der Auswahl und erlauben auch Probefahrten mit verschiedenen Sätteln.

Der Frühjahrs-Check für Ihr E-Bike

1. Sattelwinkel und -neigung | 2. Sitzhöhe und Sattelposition | 3. Lenker und Bremshebel

2 Sitzhöhe und Sattelposition einstellen

Die Sitzhöhe ermitteln Sie, indem Sie gerade auf dem Sattel sitzen (lassen Sie einen Helfer das Rad festhalten, damit Sie beide Füße aufs Pedal setzen können). Der Sattel sollte so positioniert sein, dass Ihr gestrecktes Bein bei tiefster Kurbelstellung gerade noch mit der Ferse das Pedal berührt. Ausgehend von dieser Sitzhöhe, stellen Sie die Kurbeln waagerecht und setzen einen Fußballen auf das vorne stehende Pedal. Verschieben Sie den Sattel so weit vor oder zurück, bis Ihre Kniescheibe auf einer gedachten senkrechten Linie mit der Pedal­achse liegt. Dies stellt eine für viele Radler gute Standard- bzw. Ausgangs­position dar, von der aus Sie individuelle Anpassungen vornehmen können. Achten Sie ­darauf, dass der Sattel innerhalb des ­markierten Bereichs geklemmt wird. Sonst riskieren Sie, dass das Gestänge wegen zu hoher Biegebelastung bricht.

3 Lenker und Bremshebel einstellen

Grundsätzlich sollte Ihr Lenker ungefähr so breit sein wie Ihre Schultern. Ist er zu breit, belasten Sie Ihre Arme und Schultern unnötig stark. Ist er ­schmaler, geht das auf Kosten der Fahrkontrolle. Die meisten Lenker haben eine Biegung – auch Kröpfung genannt –, die das Greifen ergonomisch günstiger macht, weil die Handgelenke in natür­licher Stellung zum Unterarm auf die Lenkergriffe treffen. Eine zu starke Kröpfung kann die Hand­gelenke allerdings auch in eine unnatürliche Stellung zwingen. Die Bremshebel sollten horizontal so eingestellt werden, dass das Handgelenk beim Bremsen gerade bleibt und keinen Knick macht – sie weisen also in der Regel nach schräg unten. Zu hoch stehende Hebel können Schmerzen verur­sachen und mindern die Handkraft. Achten Sie bei der Einstellung darauf, dass Ihre Arme leicht gebeugt sind, und die Hände möglichst in einer Linie mit den Armen stehen, sprich: nicht abknicken. ­Durchgestreckte Arme sind ein Zeichen dafür, dass entweder der Lenker zu breit oder der Vorbau zu lang ist.

Der Frühjahrs-Check für Ihr E-Bike

Ergonomie to go:  Mit der Fitting Box lassen sich Sattel, Lenker und Pedale einfach und präzise auf den Fahrer einstellen. Preis 24,90 Euro, Info www.ergon-bike.de


Der komplette Artikel stand in E-BIKE Ausgabe 1/2017. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes  und Google Play) laden oder im DK-Shop  bestellen. 

 


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Andreas Bähren am 02.02.2018

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