Im Vergleich: 6 aktuelle Pedelec-Motoren

Auf den Zahn gefühlt

  • Uli Frieß

Welcher Motor passt zu welchem Fahrer? Testläufe auf unserem Rollenprüfstand und Fahrtests geben die Antwort darauf. Die Leistungskurven der Motoren zeigen die Charakteristika und die idealen Arbeitsbereiche der Antriebe.

Markenname, maximale Power und Reichweite bestimmen meist, für welchen Antrieb man sich entscheidet. Dennoch sollte man auch andere Kritierien nicht aus den Augen verlieren. Denn im Fahrverhalten lassen sich deutliche Unterschiede zwischen den Antrieben feststellen. Bringt der Antrieb schon bei wenig Tretkraft und geringer Kadenz viel Leistung aufs Hinterrad, werden Fahrer, die vornehmlich kraftsparend unterwegs sein wollen, am ehesten damit glücklich. Antriebe, deren Leistung sich langsam und proportional zur Tretkraft steigert und die ihre maximale Kraft erst bei hohen Kadenzen abgeben, eignen sich am besten für sportliche Fahrer.

Mit Testläufen auf unserem Rollenprüfstand haben wir den Motoren auf den Zahn gefühlt und ihre Leistungsabgabe bei unterschiedlichen Tretleistungen und Kadenzen gemessen. Gemessen wurde bei 15 km/h mit Kadenzen von rund 60, 70, 80 und 90 Umdrehungen. Als Tretleistungen des Fahrers haben wir jeweils 100, 130, 160, 190, 220 und 250 Watt simuliert. Die Abweichungen in den Kadenz-Abstufungen entstehen durch unterschiedliche Übersetzungsabstufungen der Testbikes.

Der Bosch Performance CX zeigt bei allen Kadenzen eine gleichmäßige Leistungsentfaltung, und schon bei 100 Watt Tretleistung drückt er 300 Watt aufs Hinterrad. Das Leistungsmaximum liegt bei etwa 70 Umdrehungen und Tretleistungen zwischen 160 und 190 Watt

Der Brose Drive S gibt schon bei niedrigen Tretleistungen von 100 Watt sowie niedrigen Trittfrequenzen seine maximale Leistung ab. Hohe Trittfrequenzen mag er dagegen nicht so gern

Impulse Evo RS: Bei einer Tretleistung von 100 Watt liegen weniger als 250 Watt Motorleistung an, mit Erhöhung der Tretkraft steigt sie linear bis auf knapp 450 Watt. Wer mit wenig Kraft in die Pedale tritt, bekommt also vergleichsweise wenig Motorleistung

Die Maximalleistung des Panasonic X0 bleibt zwar spürbar hinter der Konkurrenz zurück, dafür gibt er seine Kraft sehr gleichmäßig ab. Dabei spielt es keine Rolle, wie schnell man in die Pedale tritt. Das Leistungsmaximum liegt schon bei einer Tretleistung von knapp über 100 Watt an, über 160 Watt zu treten ist nur wenig sinnvoll

Der Shimano E8000 gibt seine Leistung extrem gleichmäßig ab. Egal, mit wie viel Kraft man in die Pedale tritt, bei Kadenzen ab 70 Umdrehungen liegt in der höchsten Unterstützungsstufe immer volle Leistung an

Yamaha PW-X: Ab 100 Watt Tretleistung liegen bei allen sinnvollen Kadenzen etwas mehr als 300 Watt Motorleistung an, das Maximum stellt sich bei 130 Watt Tretleistung ein und bleibt dann annähernd konstant. Hohe Kadenzen mag der Antrieb nicht

Themen: ElektromotorenVergleichstest


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