Edeltourer: Falkenjagd Hoplit Reiserad im Test Edeltourer: Falkenjagd Hoplit Reiserad im Test Edeltourer: Falkenjagd Hoplit Reiserad im Test

Test 2017: Falkenjagd Hoplit PI Reiserad

Edeltourer: Falkenjagd Hoplit Reiserad im Test

  • Uli Frieß

Feinstes Material, edel ausgestattet, toll zu fahren: Das Falkenjagd Hoplit vereint höchste Ansprüche kompromisslos und spielend. Begegnung mit einem perfekten Reiserad...

Am Falkenjagd Hoplit kann kein Fahrradfreund einfach so vorbeigehen. Edles Titan, wohin man schaut, perfekt verarbeitet. Steuerrohr, Spacer und Vorbau wie aus einem Guss, das Pinion-Getriebe fügt sich nahtlos in die ­geschmiedete Rahmenbrücke. Sauber gefräste und harmonisch in die Kettenstreben eingepasste Ausfallenden sind ein Augenschmaus für Menschen, die sich für schöne Technik begeistern können. Klare Linien und runde Rohre verleihen dem Rad eine klassische Anmutung, der Name "Hoplit" – im klassischen Altertum ein Kämpfer des griechischen Heeres – kommt nicht von ungefähr.

Dass das Hoplit indes nicht fürs Auge entstanden ist, offenbaren schon die ersten Meter. Der Radler sitzt entspannt im Sattel, der breite, angenehm gekröpfte Lenker am verwindungssteifen Vorbau greift sich bequem. Auch ohne Motorunterstützung fährt sich das Hoplit angenehm, es läuft spurstabil und lässt sich spielerisch dirigieren. Go-Swissdrive-Nabenmotor, das Tretlagergetriebe von Pinion sowie der Conti-Zahnriemen sind annähernd wartungsfrei und für ein Reiserad ideal. Der Motor ist leise, spricht prompt und sensibel an und überträgt seine Kraft verlustfrei auf die Hinterradnabe. Die zwölf Gänge des Pinion-Getriebes lassen sich exakt und leicht schalten, der Conti-Riemen läuft leise und muss nicht geschmiert werden.

Erlesenes Material

Seit 2007 fertigt Falkenjagd hochwertige Rahmen vornehmlich aus Titan, Stahlrahmen firmieren seit einiger Zeit unter der Marke Rennstahl. Kennzeichen der Rahmenbauer ist das Bestreben, aus dem Material konstruktiv das Optimum herauszuholen: Obwohl – vom Sattel und den 50 Millimeter breiten Reifen abgesehen – ungefedert, ist der Fahrkomfort des Hoplit erstaunlich. Das geht vor allem aufs Konto des Rahmens, der gleichermaßen verwindungssteif wie vertikal nachgiebig ist, weil Wandstärken und Querschnitte der Rohre an die Belastungen angepasst sind. Sichtbar ist das zum Beispiel an den Kettenstreben, deren Querschnitt von hochoval über queroval zu rund wechselt. Ähnlich die ­Gabel: Damit sie seitlich verwindungssteif ist und in Fahrtrichtung möglichst flexibel Stöße abfedert, wechselt die Wandstärke zwischen Steurrohr und Ausfallenden von 1,2 über 0,9 bis 0,7 Millimeter. Das stark abfallende Oberrohr ermöglicht eine lange Sattelstütze, die ebenfalls federt. Die angenehme Dämpfung verbindet das Rad mit hoher Fahrstabilität, 185 Kilogramm zulässiges Gesamt­gewicht sind ungewöhnlich hoch.

Effizienter Antrieb, Highend-Zubehör

Auch beim Antrieb geben sich die Macher nicht mit Standard­material zufrieden. Ansprechverhalten und Abstimmung zwischen Leistungsabgabe und Energieverbrauch der einzelnen Unterstützungsstufen hat Falkenjagd auf die Zielgruppe abgestimmt. In niedrigen Unterstützungsstufen setzt die Leistung betont weich ein, der Energieverbrauch ist gering; höhere Unterstützungsstufen stellen mehr Drehmoment bereit, wenn am Berg oder mit viel Gepäck mehr Schub gewünscht wird.

Falkenjagd fertigt die meisten Teile selbst, neben dem Rahmen auch Steuersatz, Steuerrohr, Spacer, ­Vorbau, Lenker, Sattelstütze, Ausfallenden und selbst den Gepäckträger. Auch der optional erhältliche Lowrider stammt aus der Falkenjagd-Schmiede. Ergänzt wird das mit hochwertigen ­Teilen ausgesuchter Zulieferer wie der Tune-Nabe mit Syntace-Steckachse am Vorderrad, Supernova-Lichtanlage oder Shimanos Zee-Vierkolbenbremsen. So viel edles Material hat seinen Preis. Wer aber ein Rad fürs Leben sucht und sich ein Hoplit leisten kann und will, der bekommt dafür attraktive Ingenieurskunst auf höchstem Niveau.

PLUS   steifer Rahmen hoher Fahrkomfort erstklassig verarbeitet
MINUS   Kunststoff-Schutzbleche

Daniel Simon Falkenjagd Hoplit PI Reiserad: Durchdacht – Das hintere Ausfall­ende, aus dem Vollen gefräst.

Daniel Simon Falkenjagd Hoplit PI Reiserad: Doppelfunktion – Die Gabel federt spürbar, eine 15-Millimeter-Steckachse macht das System verwindungssteif.

Daniel Simon Falkenjagd Hoplit PI Reiserad: Flexibel – Die lange Sattelstütze federt angenehm.

Daniel Simon Falkenjagd Hoplit PI Reiserad: Zentrale – Steuerlager, Spacer und Vorbau wie aus einem Guss.

Daniel Simon Falkenjagd Hoplit PI Reiserad: Knotenpunkt – Die geschmie­dete Rahmen­brücke nimmt das Getriebe auf.


Technische Daten: Falkenjagd Hoplit PI Reiserad

Rahmen   Titan
Schaltung   Pinion P1.12, 12-Gang
Bremsen   Shimano Zee
Antrieb/Akku   GoSwissdrive/588 Wh
Gewicht   24,7 kg
Preis   8.360 Euro
Info    www.falkenjagd-bikes.de


hoher PreisDer komplette Artikel stand in E-BIKE Ausgabe 3/2017. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App ( iTunes   und  Google Play ) laden oder im  DK-Shop   bestellen.


Themen: FalkenjagdHoplitTest


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