Test: Kalkhoff Endeavour P12 (6/2016)

Kalkhoff Endeavour P12: Pinion für alle?

Direkt vom Messestand am Bodensee konnten wir das erste Testrad mit Pinions günstigem C-Getriebe in die Redaktion entführen. Erster Fahreindruck: Super!

Jochen Donner am 09.12.2016
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Daniel Simon

Dass das erste Tourenrad mit Pinions günstiger und nagelneuer C-Getriebelinie von Kalkhoff kommt, ist auch ein Zeichen: Die Marke von Derby Cycles, einem von Deutschlands größten Fahrradherstellern mit einem Ausstoß von über 500.000 Rädern per anno, zählt zu den ganz Großen im Markt. Dies trifft sich genau mit dem Ziel, das sich auch die Stuttgarter Getriebe-Spezialisten gesetzt haben: Höhere Absatzzahlen bei solider, hochwertiger Qualität machen mehr Radler glücklich. Für weniger Geld.

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Das C1.12 schaltet alle 12 Gänge völlig ohne Hakeln oder Geräusche.

Denn die Preise an die Hersteller konnte Pinion durch neue Fertigungsmethoden so weit senken, dass 12-Gang-Pinion-Räder in der Preiskategorie eines Rohloff-Rads möglich sind. Kalkhoffs Endeavour-Rahmenplattform eignet sich bestens für die Implementierung des neuen Mittelklasse-Getriebes Pinion C1.12: Das Endeavour hat einen stabil gebauten, kompakten Rahmen, der zudem hübsch und modern gestaltet ist. Das Rad fährt sich ausgewogen und sicher, es leistet sich keinerlei Ausreißer. Zu bemängeln wären höchstens die hohe, vertikale Härte am Sattel und die relativ schweren Laufräder, die die sportliche Fahrweise etwas einschränken. Die Träger-Befestigung an flacher Lasche zum Hinterbau transportiert Tourengepäck noch stabil. Bei mehr als 12 Kilo schwankt der Träger. Doch damit ist sein Einsatzbereich immer noch sehr breit: Vom täglichen Arbeitsweg bis zur  Wochenend-Tour spielt das C-Getriebe seine Stärken aus. Sein Innenleben ist mit der 12-Gang-Variante der bekannten P-Linie identisch: An der riesigen Gesamtübersetzung von 600% und den Gangsprüngen von 17,7% hat sich so wenig geändert wie an der Güte der Zahnrädchen.

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Riesige Diemensionen, gute Verarbeitung: Der Kalkhoff-Rahmen ist stark und schön.

Dreh- und Angelpunkt der C-Linie sind die neuen, schlankeren Gehäuseschalen. Die fertigt ein Druckguss-Spezialist aus der Region für Pinion. Magnesium als Material macht rund 30 % Gewichtsersparnis (zum Fräs­teil der P-Linie) und extreme Festigkeit möglich und ist, da pulverbeschichtet, höchst korrosionsbeständig. Gleichzeitig konnte Pinion verstellbare Zugeinlässe für bessere Rahmenanpassung und eine 8 Millimeter kürzere Kurbelachse mit hinein konstruieren. Ein C1.12 wiegt deshalb etwa 300 Gramm weniger als ein P1.12-Getriebe. Sein neuer Preispunkt stellt das C1.12 zwischen Alfine 11- und Rohloff-Räder. Wir sind gespannt, wie der Markt reagiert!

Plus:

  • Kompaktes Tourenrad mit Piniongetriebe
  • preisgünstig

Minus:

  • vertikal harter Rahmen
  • schwere Laufräder

Der Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 6/2016. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes und Google Play) laden oder im DK-Shop bestellen.

Jochen Donner am 09.12.2016

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