Test Top-Räder 2018: Falkenjagd Hoplit PI Plus

Maximal-Rad

Weltumradelung geplant? Wüstendurchquerung? Dschungel-Expedition? Es könnte sein, dass das exklusive Titan-Reiserad Hoplit dafür ein perfekter Partner wäre.

Jochen Donner am 09.01.2018
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Daniel Simon

Die Nische der Extrem-Reiseräder ist gewiss nicht groß, nicht einmal weltweit. Zudem tummeln sich einige honorige Hersteller mit durchaus ausgereiften Radkonzepten in diesem Feld. So nimmt es fast schon Wunder, dass eine kleine, hochspezialisierte Firma wie Falkenjagd so viel Mut beweist, permanent mit neuen High-End-Modellen zu überraschen. Zum Test eingereicht hat Gründer Andreas Kirschner sein neuestes Hoplit in der Pinion-Plus-Variante. Das bedeutet:

Hochklassiges Titanrahmen/-gabel-Set mit Pinion/Gates-Antrieb und ganz, ganz dicken Reifen nach sogenanntem "Boost-Standard".

Da wächst die Achsbreite vorn auf 110 statt 100, hinten auf 148 statt 142 Millimeter. Der Effekt: Der Zuwachs erzeugt auch einen breiteren Abstand der Nabenflansche; so können sich die Speichen seitlich breiter abstützen, die Laufräder werden bis zu 25% seitensteifer. Gerade durch moderne Technik wie Nabendynamo, Discs und immer breitere Ritzelpakete bei 10- und 11-fach-Antrieben gingen die Flanschabstände dramatisch zurück und zwangen linke und rechte Speichen in ungesund asymmetrische Stellung zur mittig gespeichten Felge. Bei Gepäcktransport auf schlechten Wegen ein Risiko für die Laufrad-Stabilität. Das wird durch Boost besser. Die Vorderradnabe erreicht wieder denselben Flanschabstand wie ohne Disc. Breite Reifen mit 70 Millimetern sorgen im Hoplit für fettest-möglichen Bodenkontakt. Sie sind mit 1,5 bis 3,0 Bar fahrbar und bewältigen fast jedes denkbare Terrain auf Gottes Erdboden.

Ein technischer Kunstgriff (von vielen mehr) bewahrt dem Hoplit-Fahrer seinen gewohnten, biomechanisch günstigen Kurbel-Abstand, Q-Faktor genannt: Der leicht verlängerte Hinterbau mit ausgeklügeltem Profil der Kettenstreben lässt die Standardkurbeln von Pinion sauber passieren, ohne den Bauraum für bis zu 70-584 oder 60-622-Reifen mit Schutzblechen zu beschneiden. Zudem steht so das symmetrische, hintere Laufrad bei maximaler Stabilität mittig und belastungsoptimiert im Rahmen. Das Hoplit rollt, etwas träge im Antritt, wie auf Schienen. Mächtige 4-Kolben-Bremsen und 18 Pinion-Gänge bieten Optionen im Überfluss. Doch für hektischen Alltagsverkehr ist es nicht gedacht: Der opulente Titan-Titane ist gebaut, um damit die große, weite Welt zu erkunden. Und die beginnt direkt vor der eigenen Haustür!

Die anderen Top-Räder im Test finden Sie hier


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop  bestellen.

Jochen Donner am 09.01.2018

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