Test Top-Räder 2018: Rabeneick TX7

Metropolenflitzer

„Weniger ist mehr“ behauptet nicht nur Rabeneick. Mit dem Cityrad TX7 übersetzen die Oldenburger das Bauhaus-Motto in ein schnörkelloses Bike für urbane Räume.

Jochen Donner am 09.01.2018
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Daniel Simon

Ein sportlicher Rahmen mit flächig-kantigen Rohren in schickem Bronze-Lack, abfallendes Sloping-Oberrohr, tief angesetzte Sitzstreben, breiter Lenker und deutliche Sattelüberhöhung – selbst als Branchen-Insider würde man da nicht sofort auf die Marke Rabeneick kommen! Und doch profiliert sich die alte Bielefelder Fahrrad- und Motorradmarke, die seit 1999 bei der Cycle Union liegt, neu als moderne „Brand“ mit puristisch anmutenden, zeitlosen Fahrradmodellen.

Das Stadtrad TX7, Jahrgang 2018, kommt mit Scheibenbremsen und Nabenschaltung mit Gates-Antrieb.

Der von klarer Linie geprägte Alu-Rahmen erhielt einen eingeprägten Marken-Schriftzug und aufwändig konstruierte verschiebbare Ausfallenden mit Stellschrauben, damit man über den Achsabstand die Riemenspannung exakt regulieren und Achsschrägstand vermeiden kann.

Das preisgünstige Gates CDN-System übernimmt den Antrieb der 8-Gang-Nabe. Hier läuft der etwas einfachere Centertrack-Riemen über eine Riemenscheibe aus Kunststoff-Komposit an der Kurbel. Diese Konstruktion ist auf nicht ganz so extreme Lebensdauer ausgelegt wie das teurere CDX-System. Nicht jeder radelt schließlich um die Welt. Für ein ganzes Fahrrad-Leben im Alltagsverkehr soll die CDN-Version jedoch locker ausreichen.

An der Shimano Nexus-Nabe, wo sich hoher Anpressdruck auf weniger Zähne verteilt, montierte Rabeneick dagegen ein CDX-Edelstahl-Ritzel. Etwas Aufmerksamkeit benötigt die Vierkant-Innenlagerpatrone: Lockern sich die Kurbelschrauben, führt das oft zu hässlichen Quietschgeräuschen, die Schrägen verlieren schnell ihre exakte Passform, das Lager muss ausgetauscht werden. Das sollte man wissen. Leichte Curana-Alubleche folgen exakt der Kontur der schnellen Sportreifen, nichts lenkt den Blick ab von der essenziellen Form eines Fahrrads. Eine kleine, helle Front- und die im Schutzblech integrierte LED-Leuchte von Busch & Müller hinten sorgen nachts für Sicht und Sichtbarkeit und fügen sich optisch prima ein. Einzig "störende" Zutat ist ein Hinterbau-Ständer, der die pure Linie bricht. Puristen schrauben den wohl einfach ab. Das TX7 fährt sich präzise und flott, die Sattelüberhöhung bringt Druck aufs Vorderrad und dadurch sicheren Grip in schnellen Kurven. Trotz sportlicher Sitzhaltung hat man guten Überblick im Verkehr.

Die anderen Top-Räder im Test finden Sie hier


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop  bestellen.

Jochen Donner am 09.01.2018

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