Test Canyon Roadlite AL 6.0 WMN

Fitness-Bike vom Versender

Schwerelos, flink und immer scharf auf einen Ausflug: Die Damenversion des Versand-Fitnessbikes „Canyon Roadlite AL“ findet leicht Freundinnen.

Jörg Spaniol am 12.09.2016
DS160506-0006
Daniel Simon

Ja, es gibt dieses Rad auch in einer Version mit pinkfarbenen Designelementen – was im Radsport manchmal den einzigen Unterschied zwischen einem Damen- und einem Herrenprodukt ausmacht. Bei Canyon ist das anders, und es ist weniger augenfällig: Das Fitnessbike Road­lite AL unterscheidet sich in seiner Damenversion vor allem mit seiner Rahmengeometrie vom Herrenmodell. Sichtbar ist das etwas tiefer angelegte Oberrohr, doch mehr Originalität steckt im Unsichtbaren: Das Steuerrohr ist minimal länger, der Sitzwinkel ein halbes Grad steiler, der Lenkwinkel ein halbes Grad flacher als für die Männer.

Die Rahmengeometrie des Canyon Roadlite WMN basiert auf detaillierten Kundendaten


Diese kleinen Unterschiede sind das Ergebnis seltener Akribie und einer großen Datenbasis. Dass Canyon die hat, ist einer der Vorteile des Vertriebsweges "Versand": Auf dem Weg zum passenden Rad geben die Kundinnen ihre Proportionen an – und geben Canyon so die Möglichkeit, die Rahmengeometrie an die tatsächlichen Größenverhältnisse anzugleichen.
"Wir wollen, dass die Frauen die gleiche sportliche Sitzposition einnehmen wie die Männer", sagt Produktmanagerin Katrin Neumann, "und dafür haben wir den Rahmen etwas kompakter konstruiert. Der Hauptunterschied bei den Messungen waren nämlich die kürzeren Arme der Frauen – und nicht etwa ihre längeren Beine!"
Ob es diese kleinen Unterschiede zum Herrenmodell sind oder nicht, ist schwer zu entscheiden. Jedenfalls erweist sich das neun Kilo leichte Fitnessbike als spritziges, wendiges Gefährt mit beinahe rennradmäßigen Fahreigenschaften. Es fühlt sich sowohl im Stehen als auch im Sitzen einfach "richtig" an, statt bloß ein Rennrad mit geradem Lenker oder ein Trekking-Allrounder ohne Schutzbleche zu sein. Vom Rennrad nimmt es die Kürze, den seidig laufenden Reifentyp, die leichte Carbongabel und die präzise Antriebsgruppe, vom Trekkingbike kommen der gerade Lenker und die gemäßigt flache Sitzposition. Der gut proportionierte Rahmen verbindet beide Welten zu einem schlüssigen Schönwetter-Erlebnis. Und wenn die Sommerliebe die trockene Jahreszeit überdauert, lassen sich Schutzbleche montieren.

Plus:

  • Geringes Gewicht,
  • spritziges Fahrverhalten,
  • gute Schaltfunktion,
  • Topreifen,
  • günstiger Preis 

Minus:

  • Versandhandel, daher Einschränkungen bei Probefahrt und Service

Der Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 4/2016. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes und Google Play) laden oder im DK-Shop bestellen.

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Jörg Spaniol am 12.09.2016

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