Test Top-Räder 2018: Canyon Commuter

Smarter Stenz

Design und Funktion gehen bei der Commuter-Serie von Canyon Hand in Hand. Das AL4.0 zeigt, dass auch ein Tausend-Euro-Bike nicht öde aussehen muss.

Jochen Donner am 09.01.2018
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Daniel Simon

Offenbar spricht gutes Design nicht nur Architekten an: Auf Münchner Straßen sieht man inzwischen auffallend viele "Commuter" von Canyon – die Designbikes sind ja leicht erkennbar. So viele Architekten kann es selbst in München nicht geben.

Mit Sicherheit liegt es auch daran, dass die Designbike-Serie schon bei 749 Euro startet.

Wir haben dem 2018er AL 4.0 für 999 Euro auf den Zahn gefühlt. Am 2018er-Rahmen wurden die Züge und Bremsleitungen für bessere Austauschbarkeit nach außen verlegt. Dazu hat Canyon das Unterrohr so umgeformt, dass eine Sicke auf der Unterseite entstanden ist. Dort verlaufen die Züge nun fast ebenso unsichtbar wie zuvor. Weiterhin fehlt jedoch jede Möglichkeit, eine Parkstütze zu befestigen – keine gute Idee bei einem Citybike, das an jedem Ziel auch oft nur kurz abgestellt werden will. „Darauf haben wir bewusst verzichtet, da das Rad an- und nicht nur abgeschlossen werden soll“, beantwortet Produktmanagerin Milena Weber unsere Anfrage dazu. So kann man es auch sehen.

Neu ist auch das einteilige Cockpit: Lenker und Vorbau sind fest miteinander verschweißt.

Sieht gut aus, ist sicher, bietet aber keine einfachen Alternativen mehr, falls jemand mit Lenkerform, -breite, Vorbauneigung oder -länge experimentieren will. Die Sitzposition mit Sattelüberhöhung fällt klar sportlich aus. Eine 1x11-Schaltung versorgt den Canyon-Rider mit breit abgestuftem Gangspektrum: bis zu 46 Zähne am Ritzelpaket machen eine Untersetzung bergauf möglich. Bergab oder in der Ebene mit Rückenwind ist ein sportlicher Fahrer aber schnell im schwersten Gang. Das Bike bietet eine hohe Fahrkultur. Die fast schon obligatorischen G-One sorgen für geschmeidiges Abrollen und leichten Lauf, das geringe Gewicht der in dieser Preisklasse ungewöhnlichen Carbongabel schadet dabei gewiss auch nicht. Gespart wurde an den Naben: Die stammen aus den billigen Shimano-Gruppen Alivio und Tourney und sind relativ schwer. Die Achs-Inbusschrauben und die der Sattelstützklemme sind zur Diebstahlsicherung mit Hexlox-Magneten ausgefüllt: Nur mit individuellem Schlüssel sind die Magneten zu entfernen und die Schrauben zu öffnen. Der Schlüssel liegt natürlich bei. Auch am Canyon dienen dreidimensional profilierte Wingees-Bleche als stabile Basis für die Dauerlichtanlage von Supernova und den Leichtträger für Ortlieb Sportroller-Taschen.

Die anderen Top-Räder im Test finden Sie hier


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop  bestellen.

Jochen Donner am 09.01.2018

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