Test: Günstige Allrounder

Sonnige Aussichten

Zwischen 1100 und 1600 Euro bekommt man eine Menge Rad fürs Geld. Unsere 10 günstigen Allrounder sind ein interessantes Testfeld: Mit viel Licht, aber auch ein wenig Schatten.

Jochen Donner am 14.04.2016
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Daniel Simon

Viel Spaß macht uns Testern jedes Jahr die "Golf-Klasse": Im moderaten Preisbereich bis etwa 1500 Euro passiert viel. Dieses Geld geben auch preisbewusste Radkäufer noch gerne aus. Jeder Hersteller hat in dieser attraktiven Preislage mindestens eins, wenn nicht gleich mehrere Modelle im Angebot. Die Bandbreite an Radtypen und -technik variiert hier bereits so stark, dass auch schon speziellere Wünsche bedient werden können. Dazu kommt, dass durch geschickte Kalkulation und clevere Einkaufs-Taktik der Hersteller hochwertige Komponenten hier und da ein Glanzlicht setzen, das man nicht direkt erwartet hat: Ein gewisser Überraschungsfaktor ist im preislichen Mittelfeld immer drin und wird auch gern genommen – die verkauften Stückzahlen sprechen schließlich für sich.  
Unsere 10 Testkandidaten repräsentieren einen Querschnitt durch den Jahrgang 2016.

Fotostrecke: Die Allrounder im Test:

Dass Ästhetik immer wichtiger genommen wird, lässt sich auch an den völlig unterschiedlich konzipierten und gefertigten Rahmen ablesen: Außer dem Stahl-Spezialisten Fahrradmanufaktur nutzen alle Hersteller das Gestaltungspotenzial, das die moderne Aluminiumverarbeitung mit ihrer Formungstechnik bietet. Flächige Rohrformen wechseln sich mit organisch anmutenden Rundungen ab, so dass einige Rahmen durchaus als Augenschmeichler durchgehen. Radons Sunset mit seinen fließenden, perfekt geglätteten Rohr­übergängen ist dafür das Paradebeispiel. Gleichzeitig nützt die freiere Formgebung auch technisch: Aus vergrößerten Durchmessern bei verringerter Wandstärke und gezielt geformten Verstärkungen an neuralgischen Punkten schöpfen die Rahmen neue Kräfte, die Steifigkeit und Fahrstabilität deutlich erhöhen können. So nutzen Radon, Stevens und Staiger beispielsweise konisch zulaufende Steuerrohre und Gabelschäfte, um die Kräfte am Vorderbau besser zu verteilen. Eine geringere Flatterneigung und das Mehr an Laufruhe, speziell bei Gepäckzuladung, ist den Dreien deutlich anzumerken. Staiger und Stevens nutzen das "Tapering" auch dazu, den Durchmesser ihrer Sitzrohre von 35 Millimetern am Tretlager auf etwa 32 am oberen Ende zu reduzieren: Unten für maximale Biegesteifigkeit und eine perfekte Passform für die Umwerferschelle, oben entsteht der passende Innendurchmesser für eine schlanke, flex-fähige Sattelstütze im 27,2 Millimeter-Format. Auch andere Hersteller verwenden das Komfortmaß 27,2 für ihre Sattelstütze, jedoch mit schlankerem Sitzrohr. Die Umwerferschelle überbrückt die hier fehlenden Zehntel mit einer Kunststoff-Passung. De facto schöpft diese Art von Konstruktion nicht das Machbare an Steifigkeit und exakter Funktion aus, der Umwerfer könnte minimal nachgiebig sein oder die Steifigkeit des Rahmengefüges darunter leiden. Direkt erfahren lässt sich das aber nicht im Detail.  

Fazit

In der unteren Mittelklasse herrscht ein scharfer Wind für alle Wettbewerber. Deshalb liegt die Leistungsdichte hier sehr hoch – schön für jeden Kaufinteressenten. Zudem stehen hier bereits unterschiedliche Rad-Konzepte zur Wahl. Wer einen gepäcktauglichen Reisetourer sucht, ist mit Breezers Liberty, Staigers Oregon und Stevens’ Randonneur gut bedient. Sportliche Ambitionen lassen sich mit VSF T-700, Liv Allure und Gudereit X-80 ausleben. Alltags- und Tourenfahrer werden sich über Bergamonts Vitess, das Radon Sunset, Cube Travel SL oder Scott SUB 10 freuen. 

Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 2/2016. 

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Jochen Donner am 14.04.2016

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