Test Top-Räder 2018: Giant Toughroad SLR EX

Überall zu Hause

Der Anspruch steckt schon im Modellnamen: Das Toughroad ist ein kompetentes Tourenrad für gute wie für schlechte Straßen. Und dabei gar nicht einmal teuer.

Jochen Donner am 09.01.2018
DS1711_Giant-s
Daniel Simon

Als weltweit größter Hersteller von Qualitätsfahrrädern verfügt Giant über eine große Entwicklungsabteilung und -zig Zulieferer-Betriebe. Kein Wunder, dass deshalb exklusive, besonders hochentwickelte Alulegierungen im Rahmenbau zum Einsatz kommen. Auch die Verarbeitungsqualität ist außergewöhnlich hoch entwickelt. Zudem zeugen viele Eigenmarken-Komponenten von der Fertigungstiefe im Konzern:

Das Tourenrad Toughroad gefällt mit seinem hochentwickelten Rahmen, der einen konischen Gabelschaft mit außergewöhnlichen Lagermaßen integriert.

Auch der Übergang von Ober-, Sitzrohr und Sitzstreben ist besonders formschön gelungen; die Stützenklemmung wurde senkrecht im ovalen Sitzrohr integriert. Die Carbon-Sattelstütze erhielt ein D-Profil, wodurch sie seitlich steif, nach hinten aber flexibel wird. Das äußert sich in effektivem Sitzkomfort. Auch die Reifen tragen das Giant-Logo. Sie überzeugen durch geringes Gewicht (nur 700 Gramm), leisen Lauf auf festem, aber viel Grip auf groben Untergründen. Auch ihre ausgeprägte Dämpfung hat uns gut gefallen. Der breite MTB-Lenker steht auf Sattelniveau, die Sitzposition fällt entspannt-sportlich und nicht zu kurz aus. Trotz großer Laufräder beschleunigt das Rad willig, bleibt leichtgängig und lässt sich dynamisch fahren. Die solide 3x10-Schaltung passt perfekt ins Konzept.

Die günstigen, aber sensibel und bei Bedarf zupackende Discbrakes arbeiten souverän. Gespart wurde bei den Naben, die aus den unteren Shimano-Gruppen Alivio und Altus stammen. Hier sind Kugellaufflächen nicht so fein verarbeitet, Dichtungen einfacher und die Gewichte höher als bei teuren Komponenten. Das Frontlicht leuchtet ganz dunkle Strecken nicht ausreichend aus. Leider ist auch das Lichtkabel über einige Zentimeter Strecke ungeschützt außen am Rahmen verlegt. Das sind lässliche Sünden. Ärgerlich wird’s an Träger und Hinterbauständer: Der Träger ist am Steg mit nur einer Schraube statt zwei möglichen außen montiert und schwingt sich schnell auf. Die Parkstütze wird im unteren Bereich von der Schnellspannachse auf Achshöhe fixiert. Beim Aus- und Einklappen bewegt sich der Ständer mit und nimmt auch die Spannachse einige Millimeter mit. Bei jedem Radausbau muss zudem die Achse komplett demontiert werden. Leider finden so weder Hinterrad noch Parkstütze wirklich zuverlässigen Halt.

Die anderen Top-Räder im Test finden Sie hier


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop  bestellen.

Jochen Donner am 09.01.2018

Das könnte Sie auch interessieren