Test Top-Räder 2018: Bergamont Grandurance RD

Zauberwort Plattform

Der alte Bergamont-Katalog ist ausgemistet, viele Modelle mit Rennlenker sind verschwunden. Der Ersatz: die vielseitige Rahmen-Plattform Grandurance.

Jochen Donner am 09.01.2018
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Daniel Simon

Eins der allerersten Testräder des Grandurance RD 7.0 steht derzeit in unserem Testkeller: Selbstbewusst zieht der auf Hochglanz polierte Alurahmen des "Gravelbikes im Alltagskleid" die Blicke auf sich. Die Grandurance-Serie als zeitgemäßer Breitreifen-Renner wurde bereits 2016 vorgestellt.

Nun werden die bisherigen Carbon-Top-Modelle durch fünf neue Alu-Varianten ergänzt.

Darunter findet sich mit dem RD 7.0 auch ein interessanter Randonneur, der Pendler und Tourenfahrer mit leichtem Gepäck ansprechen soll. Für knapp 1800 Euro bietet das 7.0 einen klasse verarbeiteten Alurahmen mit kontrastierend bunter Gabel. Leider krankt das Rahmen-/Gabel-Set, wie viele Sportrad-Konzepte, an einem zu kurzen Vorderbau: Der Abstand zwischen Mitte Pedalachse und außen umlaufender Schutzblechstrebe des Vorderrads beträgt an der engsten Stelle knapp unter 8 Zentimeter – die ISO-Norm schreibt hier 10 Zentimeter Abstand vor. In der Praxis kann man mit der Schuhspitze an der Blechstrebe hängen bleiben, sobald man stärker einlenkt. Das ist bei normaler Fahrt nicht nötig, doch beim Einspuren vom Straßenrand in den fließenden Verkehr oder in engen Kurven innerörtlicher Radwege kann das durchaus kritisch sein.

Die Engstelle hat auch damit zu tun, dass dicke 35er Schwalbe G-One-Reifen montiert sind. Was für ein Glücksfall! Denn so gut wie er vereint derzeit kaum ein Pneu positive Eigenschaften: Er rollt mit extrem niedrigem Widerstand, walkt hervorragend und bietet auf trockener wie nasser Fahrbahn wie auch auf losem Untergrund besten Grip und Spurführung. Beim Bremsen bricht er nicht so früh weg, wie das feinere Diamantprofile tun. Mit diesem Reifen rollt das Grandurance außergewöhnlich leichtgängig, leise und mit fast schwebendem Komfort, dass es die pure Freude ist. Mit seiner sportlich ausgelegten 2x11-Schaltung und den kraftvollen, aber sensiblen Discbrakes führt das zu hochdynamischer Fahrweise. Die Sitzposition fällt sportlich aus, man kann auch lange Strecken aerodynamisch und biomechanisch günstig zurücklegen. Die hochfesten und klapperfreien Wingee-Bleche, der custommade Tubus-Träger und das hervorragende IQ-X-Frontlicht mit Nabendynamo machen das RD 7.0 ideal als Winter-Trainingsrad, Langstreckentourer oder Ganzjahres-Rad. Oder gleich alles zusammen.

Die anderen Top-Räder im Test finden Sie hier


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop  bestellen.

Jochen Donner am 09.01.2018

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