Test: E-Kompakträder

Fünf elektrifizierte 20-Zöller im Test

Größe ist nicht alles, auf die inneren Werte kommt es an. Moderne Kompakträder mit Elektromotor sind insbesondere in der Stadt und für kürzere Strecken eine interessante Alternative. Fünf neue Minis stellen sich dem MYBIKE-Test

Uli Frieß am 07.12.2018
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Jan Greune

Klein, praktisch, wendig und flott: Die moderne Version des Minirads hat einen Motor und das Zeug zum idealen Kurzstreckengefährt. Aus den ehemals klapprigen Mini-Drahteseln, die für wenig Geld von Kaffeeröstern und Baumärkten verscherbelt wurden, sind fahrstabile und gut ausgerüstete Multitalente geworden. Geblieben sind nur die kleinen 20-Zoll-Laufräder und die praktischen, kompakten Abmessungen.

Kompakträder: stabil und agil dank fortschrittlicher Rahmenbauweise

Am deutlichsten wird der technische und konstruktive Fortschritt an der Bauweise der Rahmen. Sie bestehen aus Aluminiumrohren statt aus Stahl, der Rahmen als solcher ist deutlich steifer – und aufgrund der kleineren Abmessungen sogar steifer als normal große Diamant-, Trapez- oder Wave-Rahmen. Das kommt der Fahrstabilität zugute, die bei allen Testrädern absolut untadelig ist. Keines der Minis lässt sich durch Fahrbahnunebenheiten aus der Ruhe bringen, die kleinen Flitzer sind wendig und agil.

Kein Vorteil ohne Nachteil: Die steifen Rahmen und die kleinen Laufräder vermitteln ein eher hartes Fahrgefühl. Da die Räder kompakt und leicht bleiben sollen, verzichten die Hersteller auf Federgabeln (die es für 20-Zoll-Räder ohnehin kaum gibt) und montieren stattdessen dicke, voluminöse Reifen, um die Fahrt komfortabler zu machen. Das ist durchaus sinnvoll. Teleskopsattelstützen wären eine weitere Möglichkeit für mehr Komfort, ohne dass die Räder über Gebühr schwerer würden, aber in diesem Test bietet das keines der Modelle.

Fotostrecke: Die Kompakträder im Test

Apropos: Deutlich leichter als normal große Pedelecs sind die Kompakten leider nicht; das schwerste Rad im Test wiegt 25 Kilo, das leichteste immer noch mehr als 20 – Motor und Akku fordern ihren Tribut wie bei allen Pedelecs. In Fahrt spürt man das Gewicht wegen der kraftvollen Antriebe zwar nicht, wer sein Rad aber tragen muss, bekommt schnell lange Arme.

Schaltungen, Bremsen und Antriebe sind allesamt Standardkomponenten, erprobt und zuverlässig. Fast durchgehend sind hydraulische Scheibenbremsen montiert, nur am Raleigh Leeds  findet sich die Magura HS11 als hydraulische Felgenbremse, die das Rad aber nicht schlechter verzögert als die Scheiben an den anderen Rädern. Für kurze und mittlere Strecken, dem bevorzugten Einsatzgebiet der Minis, sind Getriebenaben erste Wahl. Sie sind wartungsarm, und mit ihren sieben bis acht Gängen verleihen sie den Pedelecs ein ausreichend großes Übersetzungsspektrum. 


Der komplette Artikel stand in MYBIKE-Ausgabe 2/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes und Google Play laden oder im DK-Shop bestellen.

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Uli Frieß am 07.12.2018