Gesundheitsguide: Hände

Tipps und Teile gegen taube Finger

Die häufigste Ursache von Handbeschwerden beim Radfahren ist zu viel Druck auf die Nerven der Handinnenseite. Aufrechtes Sitzen und ein gut eingestelltes Cockpit können helfen.

Angelika Urbach am 11.06.2014
DS140321_0086
Daniel Simon

Im Alltag sind unsere Hände ständig in Gebrauch. Ganz nach Bedarf tasten sie sanft, reagieren blitzschnell oder packen fest zu, ohne dass wir großartig darüber nachdenken. Die Bedeutung der vielseitigen Alleskönner wird uns erst dann bewusst, wenn ihre Funktion durch Schmerzen oder Taubheitsgefühle eingeschränkt ist.

„Um die Ursache typischer Beschwerden beim Radfahren ausfindig zu machen, lohnt sich ein Blick auf den komplexen Bauplan der Hand“, sagt Dr. Maximilian Meichsner, Orthopäde und Sportmediziner aus Bad Tölz. Ihr konstruktives Meisterwerk besteht aus 27 Knochen, 36 Gelenken und 33 Muskeln. Fast die Hälfte der Muskeln, die unsere Finger bewegen, sitzen am Unterarm und nicht in der Hand. Diese Muskeln sind über Sehnen mit den Gliedern verbunden und ziehen an ihnen wie Seile: manche krümmen, andere strecken. Dank dieses Aufbaus ist die Hand schlank und flexibel, dennoch kann sie viel Kraft ausüben.
Während die Beine vom Gehirn über eine mehrstufige Befehlskette angesteuert werden, läuft zu den Händen eine Direktverbindung, die rasche Reaktionen und feine Bewegungen ermöglicht, zum Beispiel das schnelle und gleichzeitig dosierte Ziehen am Bremshebel. Diese neuronale Schnellstraße ist für Handbeschwerden beim Radfahren von zentraler Bedeutung. „Werden ihre Nerven durch den Druck auf den Lenker über längere Zeit hinweg komprimiert, entstehen Kribbeln, Taubheitsgefühle oder auch brennende Schmerzen“, so Dr. Maximilian Meichsner.

Die sensible Nervenleitung beginnt mit feinen Verästelungen in den Fingerspitzen und läuft von dort in dickere Stränge zusammen. An der Unterseite des Handgelenks schließlich sind die Nerven zu zwei Hauptleitungen gebündelt: Nervus ulnaris und Nervus medianus. Sie liegen an den Handinnenseiten und sind dort dem Druck des Lenkers bzw. der Griffe ausgesetzt.
Der Medianus, auch Mittelhandnerv genannt, ist fast so dick wie der kleine Finger. Er läuft mittig an der Unterseite des Handgelenks durch den Karpaltunnel und wird – bedingt durch den besonderen Aufbau der Hand – nach außen hin kaum durch Muskeln oder Gewebe gepolstert. Das so genannte Karpaltunnelsyndrom ist ein häufiges Krankheitsbild, bei dem der Nerv geschädigt wird, weil der Platz im Karpaltunnel durch anatomische Veränderung zu eng wird. Menschen mit einer Vorschädigung des Mittelhandnervs leiden im Alltag – und mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf dem Rad – unter Beschwerden, die über den Handteller hinaus den Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und die Innenseite des Ringfingers betreffen.
Tritt das unangenehme Kribbeln dagegen nur im kleinen Finger und der diesem zugewandten Seite des Mittelfingers auf, weist es eindeutig auf den Ulnarnerv als Verursacher. Dieser versorgt die eineinhalb Finger sowie den äußeren Bereich des Handtellers und verläuft unter dem äußeren Ballen zum Handgelenk und von dort weiter zum Unterarm.

Den Artikel aus Ausgabe 3/2014 in voller Länge erhalten Sie als gratis PDF-Download. 

Downloads


(für Print-Jahresabonnenten kostenlos)

Artikelstrecke Trekkingbike-Gesundheitsguide


Angelika Urbach am 11.06.2014

Das könnte Sie auch interessieren