Dauertest: Flyer S-Pedelec

Im Alltagseinsatz: das Flyer Urban 7.10 S-Pedelec

Das Flyer Urban 7.10 ist ein hochwertiges S-Pedelec, wie geschaffen für schnelle Fahrten über Land – mit einem Makel: Wenn man es richtig schnell fahren will, ist der Akku in Rekordzeit leer

Anette Jacoby am 07.12.2018
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Robert Niedring

Es liegt in der Natur der Sache: Wer sich ein Fahrzeug mit Power zulegt, will es auch ausfahren. Das ist beim Autokauf so und auch beim S-Pedelec. Vor allem, wenn man weite Strecken in möglichst kurzer Zeit überwinden will, möchte man die theoretisch möglichen 45 km/h gerne auch ausnutzen. Wer fährt schon gerne im Schongang, wenn mehr Speed und Spaß möglich sind?

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Übersichtlich und gut lesbar: das große Panasonic-Farbdisplay

Das S-Pedelec gehört auf die Landstraße

Für mich gehört ein S-Pedelec auf die Landstraße – in der Stadt ist es deplatziert. Radwege darf man nicht nutzen, und auf der Straße wird man von Autofahrern ständig angehupt; erstens, weil man auch mit knapp 45 km/h zu langsam ist, und zweitens, weil die meisten anderen Verkehrsteilnehmer das S-Pedelec trotz des Versicherungskennzeichens als Fahrrad einstufen und nicht akzeptieren wollen, dass man auf der Straße fährt – was man mit dieser Art Fahrzeug aber muss.

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Bremslicht und Nummernschild: Beides kennzeichnet das Flyer als Kleinkraftrad

Abgesehen von diesen verkehrsrechtlich schwierigen Rahmenbedingungen erlebe ich das Flyer-Pedelec der U-Serie als durchdachtes, gut gestyltes Allzweckrad. Dank Gepäckträger und den üppigen Gepäcktaschen ist das Urban 7.10 das perfekte Gefährt, an dem auf dem Weg zur Arbeit, beim Freizeitvergnügen oder dem Wochenendeinkauf alles Platz findet.


Dauertest: Die Bilanz

  • Testdistanz: 1.131 Kilometer
  • Umbauten: gepäckträger Flyer Racktime mit ortlieb Packtaschen
  • Verschleiß: Abnahme der Akkukapazität nach circa 1.000 Kilometern
  • Defekte: keine
  • Verbrauch: durchschnittlich 11,5 WH/km

Das Rad fährt sich auch schwer bepackt noch wendig und ist leicht zu manövrieren. An der serienmäßigen Ausstattung wurde nichts verändert: Der Sattel ist bequem, und die rutschfesten Pedale verschaffen sicheren Halt. Leider bekommt man jede Unebenheit auf dem Weg ungefiltert zu spüren – die Starrgabel macht ihrem Namen alle Ehre. Obwohl die Reifen relativ breit und voluminös sind, dämpfen sie Fahrbahn-Unebenheiten kaum; nach meiner Einschätzung – und der meiner Kollegen aus dem Test-Ressort – ist ein S-Pedelec ohne Federung grundsätzlich keine besonders gute Idee.
Die theoretisch mögliche Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h erreichte ich leider nur selten – dafür musste die Straße schon leicht abschüssig sein. Bei gut 40 km/h war, zumindest für mich, meistens Schluss, trotz maximaler Unterstützungsstufe und kräftigem Treten.


Der komplette Artikel stand in MYBIKE-Ausgabe 2/2018. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes und Google Play laden oder im DK-Shop bestellen.

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Anette Jacoby am 07.12.2018