Fahrradhosen für Alltag und Touren im TestDer kleine Winterhosen-Vergleich

Armin Herb

 · 13.12.2022

Robuste Radhosen für Touren aller Art
Foto: Hersteller
Robuste Radhosen für Touren aller Art

Mit der Jeans kann man immer radeln – sagen die wahren Fans. Aber im Winter sollte das Beinkleid dann möglichst nicht nur aus klassischem Baumwoll-Denim bestehen, sondern eher aus einem robusten Materialmix mit wasser- und windabweisenden Kunstfasern sowie Elastan für bessere Beweglichkeit. MYBIKE hat einige Bike-Hosen auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft.

Radhosen für Menschen, die Alltagswege auf dem Rad erledigen, müssen ganzjährig robust sein und für ein angenehmes Klima sorgen. Wenn an heißen Tagen lockere und Luftige Hosen angenehm sind, sind es im Winter Hosen, die warm und trocken halten. Jeanshosen sind dafür nicht unbedingt gut geeignet, denn der Baumwollstoff nimmt Kälte und Feuchtigkeit aus der Luft schnell auf.

MYBIKE hat Fahrradhosen beim täglichen Commuten durch die Stadt und auf längeren Radtouren ausprobiert. Mit dabei Softshell-Hosen und Fahrrad-Jeans für Herbst und Winter.

Gore Fernflow Pants: Sportlich und komfortabel durch die kühlen Tage

Die Gore Fernflow Hose gibt es in schwarz und in waldgrün Foto: Hersteller
Die Gore Fernflow Hose gibt es in schwarz und in waldgrün

Was der Modellname Fernflow („Flow im Farn?“) ins Deutsche übersetzt genau bedeutet, hat sich dem Testteam nicht so recht erschlossen. Das ist allerdings auch kaum von Bedeutung. Viel wichtiger sind die Trageeigenschaften der Softshell-Hose. Und die konnten schon bei der ersten Ausfahrt im Nieselregen und Winternebel überzeugen. Gore kennt sich eben aus beim Wetterschutz.

Wenn’s doch mal wärmer wird: Lüftungsschlitze mit Zip am Hosenbein Foto: MYBIKE
Wenn’s doch mal wärmer wird: Lüftungsschlitze mit Zip am Hosenbein

Das bewährte Gore-Tex-Infinium-Material (Windstopper) macht das Beinkleid winddicht und wasserabweisend. Radspezifisch vorgeformte Kniepartien erleichtern die Bewegung. Wer gerne sportlich und Schweiß treibend in die Pedale tritt, kann mittels seitlicher Zip-Öffnungen Dampf ablassen. Verschlossen wird die Fernflow vorne mit zwei Druckknöpfen, ergänzt durch einen nicht sichtbaren, klassischen Hosenverschlusshaken. Gürtelschlaufen gibt es nicht, aber die Bundweite lässt sich mittels Klettverschluss gut einstellen. Zum einfacheren Anziehen und damit die Hose beim Radeln nicht flattert befindet sich unten am Hosenbein ein langer Reißverschluss mit zusätzlichem Druckknopf. Die Hose ist so geschnitten, dass man bequem Thermo-Unterwäsche und eine gepolsterte Radunterhose drunter ziehen kann.

Lange Reißverschlüsse am Hosenbein erleichtern das Anziehen. Foto: Hersteller
Lange Reißverschlüsse am Hosenbein erleichtern das Anziehen.

Offiziell gibt es wohl nur eine Herren-Variante. Aber wir würden die Fernflow eher als unisex bezeichnen. Eine Testfahrerin hat sich die Männerhose ausgeliehen und hatte in puncto Design und Passform keine Beanstandungen. Ein Manko ist uns allerdings aufgefallen: Ein aktuelles Smartphone passt kaum in die seitlichen Zip-Einstecktaschen. Und wenn, dann wird dadurch die Bewegung beim Radeln eingeschränkt.

  • Preis: 179,95 Euro >> bei Rose* oder Stadler* erhältlich
  • Plus: Robust, leicht und bequem
  • Minus: kleine Taschen

Löffler Pants Elegance WS Light und Bike Pants Alaska: Die Winter-Allrounder

Die Löffler Pants Elegance WS Light gibt es in zwei Farben. Foto: Hersteller/www.satori.at
Die Löffler Pants Elegance WS Light gibt es in zwei Farben.

Bekleidung zum Biken und für den Wintersport – dafür hat Löffler aus Oberösterreich eine breite, langjährige Expertise. Warum wir aber gleich zwei Modelle zum Winterradeln vorstellen, das hat einen relativ simplen Grund: Einer unserer Tester bestand zum optimalen Fitting auf eine Zwischengröße. Und die sind höchst selten im Angebot. Die speziell ausgewiesene Bike Pants Alaska konnte diese auch nicht bieten, aber dafür die Multifunktions-Alternative in Form der Pants Elegance WS Light*.

Die Löffler Bike Pants Alaska mit auffallender Reflex-Lasche am Beinende. Foto: Hersteller
Die Löffler Bike Pants Alaska mit auffallender Reflex-Lasche am Beinende.

Die Unterschiede in Schnitt und Softshell-Material sind unerheblich, beide haben vorgeformte Knie. Allerdings bietet die Bike Pants ein paar spezielle Fahrrad-Features, wie eine ausklappbare Leuchtlasche (Flap) am linken Hosenbein in Neon-Gelb und Reflexelemente oberhalb der beiden Reißverschluss-Gesäßtaschen. In puncto Bewegungsfreiheit beim Pedalieren können beide Modelle gut punkten. Der Materialmix aus Polyamid, Polyester und Elastan gibt sich sehr elastisch, allerdings ist das Softshell-Material beim Elegance-Modell aus Goretex-Windstopper Infinium, bei der Bike Pants ist es eine hauseigene Membran. Damit die Hosenbeine nicht im Fahrtwind flattern, können sie per Reißverschluss enger gestellt werden. Im offenen Zustand erleichtern sie das An- und Ausziehen. Beide Modelle sind winddicht und wasserabweisend – bei einem kleinen Regenguss halten sie den Radler locker trocken – und sind innen mit einem dünnen Thermo-Fleece zum Wärmen ausgestattet. Da viele Sportradler und Radpendler gerne einen Gürtel verwenden, verfügen beide Hosen über Gürtelschlaufen. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass die Bike Pants Alaska vorne mit zwei Druckknöpfen geschlossen wird und die Pants Elegance mit einem klassischen Hosenknopf. Dabei sehen unsere Tester den klassischen Verschluss leicht im Vorteil in der täglichen Praxis.

Gut sichtbar: Leucht-Lasche an der Löffler Bike Pant Alaska. Foto: MYBIKE
Gut sichtbar: Leucht-Lasche an der Löffler Bike Pant Alaska.

Zum Verstauen von Geldbörse, Handy etc. bietet das Multifunktionsmodell zwei seitliche Zip-Taschen, die Bike Pants sogar noch zwei zusätzlich am Gesäß. Die Taschen sind zudem so geschnitten und geräumig genug, dass sie im gefüllten Zustand beim Radfahren nicht stören. Unser Test-Fazit: Zwei sehr empfehlenswerte Modelle für den Radelalltag in der kühlen Jahreszeit. Beide sind als Damen und Herren-Variante erhältlich.

  • Preis: 169,95 bzw. 179,95 Euro >> bei Rose* bzw. Bergfreunde* erhältlich
  • Plus: Winddicht und wärmend; gute Bewegungsfreiheit
  • Minus: wenig Farbvarianten

Alberto Bike Damen Marta-3XDry®Cooler:
Hautnah und bequem

Die Alberto Marta hat einen bequemen Schnitt im Slim Fit-Design. Foto: MYBIKE
Die Alberto Marta hat einen bequemen Schnitt im Slim Fit-Design.

„Die trägt sich ja wie eine Jogginghose!“ So lautete der erste Kommentar unserer Testfahrerin nach einigen Herbst/Winter-Ausfahrten mit dem Gravelbike und ihrem Stadtrad. Das Design der Marta-Hose erinnert stark an dunkelblaue Five-Pocket-Jeans im Slim fit-Schnitt. Das heißt, Frau kann die Marta quasi fast überall und bei jeder Gelegenheit tragen. Nur der Stoff aus so genanntem 3XDry-Cooler unterscheidet sich deutlich: Es ist ein Materialmix aus 93 Prozent Polyamid und 7 Prozent Elastan. Die Vorteile: Er ist schmutz- und wasserabweisend, atmungsaktiv, und er trocknet relativ schnell. Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sollen Reflexelemente an den Gesäßtaschen und am Innensaum sorgen. Das könnte nach unseren Erwartungen gerne umfangreicher sein.

Das Hosenmodell Marta eignet sich auch für sportliche Ausfahrten. Foto: Hersteller
Das Hosenmodell Marta eignet sich auch für sportliche Ausfahrten.

Auf die wahren Jeans-Liebhaberinnen wartet noch eine gute Nachricht: Das Modell Marta wird ebenso in einer Denim-Variante im klassischen Jeansblau angeboten mit 65 Prozent Baumwolle, 28 Prozent Polyacryl, 5 Prozent Polyester und 2 Prozent Elasthan. Allerdings dürfte dieser Materialmix dann etwas langsamer trocknen und weniger robust sein. Dafür ist er nachhaltiger.

  • Preis: 159,95 Euro >> bei Rose erhältlich*
  • Plus: sehr bequem, viele Größen
  • Minus: wenig Reflexelemente
Alberto Marta: eine Five-Pocket-Jeans zum Radfahren. Foto: Hersteller
Alberto Marta: eine Five-Pocket-Jeans zum Radfahren.

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