Guter KumpelRiese & Müller Charger3 im Test

Uli Frieß

 · 12.01.2022

Guter Kumpel: Riese & Müller Charger3 im TestFoto: Jan Greune

Ein gutes Alltags-E-Bike braucht wenig Zuwendung, gibt aber täglich alles. Ist das Riese & Müller Charger3 so eine treue Seele?

Gute Freunde halten zusammen, man kann sich auf sie verlassen. Das perfekte Rad für den täglichen Ritt durch die Stadt, über Feldwege und Landstraßen ist wie ein guter Freund. Wenn’s drauf ankommt, funktioniert es ohne lange Diskussionen und gutes Zureden. Das Riese & Müller Charger3 Mixte könnte genau so ein Kumpeltyp sein.

Dass ein gutes Alltags-E-Bike hochwertige, wartungsarme und langlebige Komponenten braucht, hat man bei Riese & Müller schon immer verstanden. Der Hersteller aus dem hessischen Mühltal hat sich auf robuste Pedelecs und S-Pedelecs mit hohem Fahrkomfort spezialisiert. Die Bikes der Marke sind nicht billig, berücksichtigt man aber Fertigungsqualität und Lebensdauer, können sie durchaus preiswert sein. Gut 5.000 Euro für ein Alltags-Pedelec wie das Charger sind beispielsweise eine echte Hausnummer. Blickt man auf die Verarbeitung und die Ausrüstungsliste des Charger3, sind sie gut investiert. So kostet der zusätzlich zum 625 Wh großen Standardakku verbaute 500-Wh-Energiespender des Dual-Battery-Systems im Fachhandel alleine schon rund 800 Euro.

  Parallelogramm-Sattelstütze Cane Creek New Thudbuster: Bügelt groben Fahrbahn­untergrund glatt.Foto: Daniel Simon
Parallelogramm-Sattelstütze Cane Creek New Thudbuster: Bügelt groben Fahrbahn­untergrund glatt.

Qualitativ hochwertiges Material haben die Macher auch an allen anderen Stellen eingesetzt. Die Suntour-XCR32-Luftfedergabel ist voll einstellbar und spricht sensibel an. Eine 15 Millimeter starke Steckachse verbindet sie mit der Vorderradnabe, versteift Gabel sowie Front und sorgt für hohe Lenkpräzision. Eine Parallelogramm-Sattelstütze glättet Fahrbahnstöße vom Hinterrad, bevor sie bis zum Sattel durchdringen. Die 50 Millimeter breiten und damit recht voluminösen Big-Ben-Plus-Reifen von Schwalbe sind auf 28-Zoll-Mach1-Felgen aufgezogen. Sie tragen zuverlässig hohe Lasten und verbessern den Fahrkomfort weiter. Das alles ist schlüssig zusammengestellt und ohne qualitative Ausreißer.

Um den Rahmen trotz gefälliger Linienführung mit stark abfallendem Oberrohr ausreichend steif zu bekommen, haben die Konstrukteure nicht am Material gespart. Das Charger3 Mixte ist mit 33 Kilo (wovon drei auf den Zusatzakku am Gepäckträger entfallen) nicht gerade leicht geworden. Der 625 Wh große „Hauptakku“ versteckt sich im voluminösen Unterrohr. Wer die Akkus zum Laden nicht ausbauen will, findet an der Oberseite des Rahmenknotens eine Ladebuchse.

Charger3-Ausfallende: Rahmenschloss und Schlitten mit Einstellschraube zum Spannen des Carbonriemens.
Foto: Jan Greune

Noch mehr Zuladung gewünscht? Aufrüsten mit dem Heavy Duty Paket

Als Option gibt es für das Charger3 ein „Heavy Duty Package“. Das ist angesichts der soliden Grundkonstruktion nur konsequent und erfordert bei der Ausstattung keine Klimmzüge. Das Upgrade besteht lediglich aus verstärktem Lenker, Vorbau und Pedalen, und es erhöht das zulässige Gesamtgewicht des Pedelecs um 20 auf 160 Kilo. Die mögliche Zuladung einschließlich Fahrer beträgt dann immerhin 127 Kilo. Auf den Frontträger dürfen fünf Kilo geladen werden, der Heckträger verträgt maximal 27 Kilo. Außer diesem Heavy-Duty-Paket stehen verschiedene Trägersysteme zur Wahl, zudem Stollenreifen (GX-Option), eine Abus-Schlosskette mit Tasche und verschiedene Displays aus dem Bosch-Sortiment (Kiox, Nyon, Smart Hub). Das Pedelec gibt es in zehn verschiedenen Ausstattungsvarianten, die Preise beginnen bei 4.649 Euro und enden bei 7.249 Euro – eine Plattform mit reichlich Platz für eigene Ideen.

So solide wie Konstruktion und Ausstattung ist das Fahrverhalten: Mit der Magura-MT5-Bremsanlage bringen Charger-Fahrer das Rad auch aus schneller Fahrt mit kurzem Bremsweg zum Stehen. Mit ihrem Vierkolben-Bremssattel im Vorderrad ist sie fein dosierbar und benötigt nur wenig Handkraft. Das Pedelec rollt auch mit Gepäck auf den Trägern sehr fahrstabil, ist wendig, aber wegen des hohen Gewichts und der schweren Laufräder erwartungsgemäß nicht sehr agil. Der hohe Fahrkomfort entschädigt dafür.

Der Antriebsstrang des Charger3 fügt sich mit ausgesuchten Komponenten nahtlos in die Bemühungen der Macher nach möglichst hohem Komfort. Boschs High-End-Antrieb Performance CX leitet seine Kraft per Gates-Carbonriemen aufs Hinterrad. Dort sorgt die stufenlose, mechanisch angesteuerte Enviolo-Getriebenabe für die gewünschte Trittfrequenz. Ihr Drehgriff dürfte jedoch etwas leichtgängiger sein. Der Bosch-Motor arbeitet vergleichsweise leise und verleiht dem schweren Charger erfreulich viel Fahr­dynamik – eine wartungsarme, zuverlässige Kombination.

Ist der teure Freund also am Ende auch der gute Kumpel? Davon ist auszugehen. Bei normaler Nutzung wird das Charger3 Mixte seinem Besitzer viele Jahre treu zur Seite stehen. Dass es ein bisschen mop­pelig daherkommt, verzeiht man ihm daher gerne.

Test-Fazit zum Riese & Müller Charger3 Mixte

Bis auf sein hohes Gewicht ist das Charger3 Mixte* ein sehr praktisches und komfortables Alltagsrad mit hohem Nutzwert. Es ist toll verarbeitet und hochwertig ausgerüstet.

Der Preis des E-Bikes von Riese & Müller beträgt 4.999 Euro.

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