Mobil auf kleinen Rädern

Jochen Donner

 · 15.12.2020

Mobil auf kleinen RädernFoto: Jörg Spaniol

Falt- und Kompakträder sind flink auf Alltagsstrecken und Touren. Danach beanspruchen sie nur kleinste Flächen – ideal für ÖPNV, Autotransport oder kleine Appartements

Eng geht’s zu auf Deutschlands Straßen, Geh- und Radwegen. Gefühlt wird es sogar immer enger: Seit Corona nutzen viel mehr Menschen das Fahrrad, um im Alltag, aber auch in der Freizeit vorwärtszukommen, sich im Freien und der Natur zu bewegen. Ein allgemein steigendes Mobilitätsbedürfnis bei gleichzeitig enger werdenden Platzverhältnissen – das kann auf Dauer nicht gut ausgehen.

Falträder erweitern den Radius

Einen konstruktiven Ansatz zur Veränderung der Verhältnisse bieten Falt- und Kompakträder: Sie beanspruchen deutlich weniger Raum als ein normales Fahrrad – sowohl in Fahrt als auch im Stand, zu Hause, im Büro oder gar unterwegs in den Öffentlichen. Mittlerweile akzeptieren die Bahn und fast alle Nahverkehrsverbünde Räder mit 20-Zoll-Rädern oder kleiner als Handgepäck, sofern sie gefaltet sind. Dann gelten keine Sperrzeiten, und auch extra Fahrrad-Tickets sind obsolet. Ungefaltete 20-Zöller oder kleiner dürfen vielerorts auch mit, solange die „baulichen Voraussetzungen im Verkehrsmittel“ gegeben sind.

Solche Regeln erweitern den Radius für Radler erheblich, wenn unter dem Stichwort Intermodalität eine engere, möglichst nahtlose Verschränkung möglichst vieler Verkehrsarten entsteht. Selbst Langstrecken-Pendeln ist mit zuverlässiger Nahverkehrs-App und persönlich optimiertem Gepäckmanagement viel einfacher möglich. Grund genug, uns die Kategorie „20-Zöller und kleiner“ genauer anzuschauen.

Den kompletten Vergleichstest der Falt- und Kompakträder können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Test kostet 1,99 Euro.

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Die Falt- und Kompakträder im Test

Brickerton Argent 1909
Foto: Daniel Simon

  • Brickerton Argent 1909
  • Brompton S6
  • Dahon Curl 14
  • Hercules Versa R3
  • Moulton TSR Kensington
  • Riese & Müller Birdy Touring
  • Strida EVO 3
  • Tern Verge X11
  • Vello Rocky

Fix gefaltet

  Konkurrenzlos: Das Brompton fügt sich ins kleinste Faltmaß im TestFoto: Daniel Simon
Konkurrenzlos: Das Brompton fügt sich ins kleinste Faltmaß im Test

Bis auf eins sind alle unsere Testräder faltbar. Zur Mitnahme in S- und U-Bahn, Tram und im DB-Fernverkehr muss ein Faltrad auch gefaltet sein, um ohne Einschränkungen mitfahren zu dürfen. Auf dem Bahnsteig möchte man sein Rad schnell reisefertig haben – der nötige Faltaufwand soll so gering wie möglich ausfallen. Unsere Faltmaß- und Volumenangaben in den Testbriefen repräsentieren die pragmatische, schnelle „Bahnsteig“-Faltung ohne lose Teile wie zum Beispiel eine Sattelstütze. Viele Herstellerangaben beziehen sich auf die kleinstmögliche Paketgröße. Beim Autotransport oder zum Verstauen in der Wohnung mag mehr Aufwand sinnvoll sein, um ein minimales Faltmaß zu erreichen. Das Kompaktrad Moulton lässt sich mit einem 6-mm-Innensechskant in zwei Hälften mit je einem halben Rahmenanteil und einem Laufrad zerteilen. Das ist unterwegs kaum praktikabel, aber für den Auto- oder Flugzeugtransport hilfreich.

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