Schmerzfrei zugreifenFoto: Daniel Simon

Schmerzfrei zugreifen

Stefanie Weinberger

 5/29/2020, Lesezeit: 3 Minuten

Sie haben es in der Hand: Ob rund oder flächig, mit nackten Händen oder in Handschuhen: Hauptsache, alles so im (oder am) Griff, dass Sie auf dem Rad kraftvoll – und schmerzfrei – zupacken können

Mehr Auflagefläche, weniger Druck: So kann man das Thema Ergonomie, ähnlich wie bei den Füßen und Pedalen, auch bei den Griffen auf einen Nenner bringen. Denn Druck wird hier ebenso durch die physikalische Formel Kraft pro Fläche definiert. Bieten die Griffe eine größere Fläche, lässt sich der Druck auf die Hände, und damit auch auf die Nerven, verringern. Doch wie bei den anderen Ergo-Baustellen am Rad, Pedal und Sattel, ist hier die mögliche und sinnvolle Fläche begrenzt. Denn wer will sein Rad schon mithilfe flossenartiger Handtellergriffe lenken?

Den Druck auf die Hand verteilen

Außer Druckspitzen abzufangen, versuchen die Hersteller ergonomischer Griffe, die Handgelenke in eine günstige Position zu bringen: etwa durch Wölbungen unter den Handballen. Hier gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen und Erfahrungswerte, und – ähnlich wie beim Sattel – muss jeder Radler selbst herausfinden, mit welchem Griff es sich am angenehmsten und komfortabelsten fährt.

Form, Fläche und Material machen den Unterschied

Nicht nur Form und Fläche, sondern auch die Oberflächenbeschaffenheit und das Material spielen dabei eine Rolle: Während der eine es schaumstoffartig und soft mag, setzt der Purist eher auf eine klare Kante, die ihm den nötigen Grip bietet. Wieder andere bevorzugen Naturmaterialien wie Kork oder Leder. Bei aller Ergonomie sind Griffe letztlich auch ein Accessoire, das nicht nur zur Radlerhand, sondern zum gesamten Erscheinungsbild des Rades passen sollte.

Runder Griff

Foto: Daniel Simon

Die klassische Form eines Fahrradgriffs ist rund. Diese einfachste aller denkbaren Griff-Formen ergab sich lange Zeit einfach daraus, dass das Rohr des Lenkers schließlich auch rund war und man es einfach ein wenig abpolstern wollte, um kein hartes und kaltes Metall anfassen zu müssen. Vor allem, wenn man wie zum Beispiel im Gelände oder beim Wiegetritt gerne und häufiger umgreifen möchte, hat der runde Griff auch heute noch seine Berechtigung.

Ergonomischer Griff

Foto: Hersteller

Die teils sehr komplex geformten Ergo-Griffe zielen darauf ab, den Händen mehr Auflagefläche zu bieten, um mögliche neuralgische Punkte zu entlasten. Außerdem sollen die Handgelenke in eine mehr oder weniger gerade Linie gebracht werden, wobei es hier auch auf das Zusammenspiel mit der Lenkerform, Fahrweise, Sitz­position etc. ankommt. Einige Modelle gibt es zudem in verschiedenen Griffweiten, z. B. das Modell 710 von SQ-Lab.

Handschuh

Foto: Hersteller

Eine relativ günstige und einfache Möglichkeit, die Ergonomie zu verbessern, ist das Tragen von (Gel-)Radhandschuhen. Unterschiedlich große und dicke Polster, meist unter den Handballen und an der Handaußenseite, sollen die Position der Hände am Lenker optimieren. Damit kann der Druck vermindert werden, Nervenklemmungen lassen sich verhindern. ­Vibrationen können besser gefedert werden, das Griffgefühl wird weicher, z. B. mit Chiba Bioxcell.