Respiratorischer Quotient Respiratorischer Quotient Respiratorischer Quotient

Respiratorischer Quotient

  • Trekkingbike

Trekkingbike

Für ein effektives Training sollte man wissen, wann der Körper von Fett- auf Kohlenhydratverbrennung umschaltet. Wer sein Leistungsvermögen nur mit Messung der Milchsäure (Laktat) bestimmt, ermittelt diesen Übergang nicht ganz exakt; da ist der respiratorische Quotient – kurz RQ – schon genauer.

Der RQ beschreibt das Verhältnis von ausgeatmetem Kohlendioxid (VCO2) zu eingeatmetem Sauerstoff (VO2). Zu seiner Bestimmung trägt der Sportler eine Atemmaske, über die ein Spirometer Sauerstoff und Kohlendioxid misst. Bei ergometrischen Untersuchungen, das heißt wenn zugleich die erbrachte Leistung in Watt bestimmt wird, lässt der RQ Rückschlüsse darauf zu, wie nahe sich der Sportler am Leistungslimit bewegt: Atmet er mehr CO2 aus als O2 ein (RQ größer/gleich 1), geht er eine Sauerstoffschuld ein, was niemand über einen längeren Zeitraum durchhält. Die zweite wichtige Information, die der RQ verrät, ist, welche Energiequelle der Sportler bei einer bestimmten Herzfrequenz oder Leistung vorwiegend anzapft: Bei (theoretisch) reiner Fettverbrennung liegt der Wert um 0,7; der Sportler atmet deutlich mehr Sauerstoff ein als Kohlendioxid aus. Je mehr Kohlenhydrate (Zucker, Stärke) er bei höherer Belastung "verfeuert", um so mehr nähert sich der RQ dem Wert 1, bei dem ausschließlich Kohlenhydrate als Brennstoff dienen. Steigt er über 1, geht das auf den aktiven Abbau von Milchsäure zurück. An der Stelle, wo sich Kohlendioxidabgabe und Sauerstoffaufnahme die Waage halten, erreicht der Sportler seine "respiratorische anaerobe Schwelle".

(Foto: Jan Greune)


Lesen Sie unser MYBIKE Magazin. Einfach digital in der MYBIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige