Schutzmasken statt Sportbekleidung Schutzmasken statt Sportbekleidung Schutzmasken statt Sportbekleidung

Corona-Hilfe von der Fahrradindustrie

Schutzmasken statt Sportbekleidung

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Der Corona-Virus breitet sich weiter aus. Bekannte Unternehmen helfen, um Versorungsengpässe bei Schutzkleidung und Desinfektionsmittel zu vermeiden.

"Um mit unserem Know-How bestmöglich helfen zu können, haben wir entschieden, Teile der Produktion auf die Fertigung von Mund-Nasen-Schutzmasken umzustellen", berichtet Philipp Zwingenberger, Brand Manager beim Sportartikelhersteller Biehler. Die Masken sollen den direkten Kontakt, auch mit den möglicherweise eigenen infizierten Händen, vermeiden. Sie sind aus kochfester Baumwolle, waschbar und wiederverwendbar, heißt es von Biehler. An zertifizierten Varianten für den Einmalgebrauch arbeitet das Unternehmen noch.

Der deutsche Sportartikelhersteller Biehler fertigt neben Rennrad-Bekleidung nun auch Atemschutzmasken.

Die Firma Santini, die unter anderem die Wertungstrikots des Giro d'Italia gestaltet, fertig jetzt ebenfalls Atemschutz-Schutzmasken. Der Hauptsitz des italienischen Bekleidungsherstellers liegt in Lallio, nur wenige Kilometer von der schwer betroffenen Stadt Bergamo entfernt. Santini arbeitet mit dem ebenfalls in Bergamo beheimateten Textilhersteller Sitip zusammen. Ausgangsbasis ist ein ansonsten für Triathlonanzüge verwendeter Stoff. "Die Masken sind so besonders widerstandsfähig, können bei 90 Grad gewaschen, im Trockner getrocknet und bis zu zehnmal wiederverwendet werden", erklärte Paola Santini in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Die Marketing-Verantwortliche Paola Santini mit einem Prototypen der Maske.

Atemschutzmasken von Prada, Trigema und Co

Auch große Bekleidungsmarken wie die deutsche Traditionsfirma Trigema, die Modekette H&M oder das Fashion-Label Prada, haben ihre Produktion umorganisiert. "Es ist verrückt, was im Moment läuft", sagt Trigema-Chef Wolfgang Grupp im Gespräch mit dem SPIEGEL . "Wir haben bisher Bestellungen für 300.000 Masken angenommen und terminlich zugesagt. Wir hoffen, dass wir nächste Woche auf eine Wochenproduktion von 100.000 Masken kommen."

Das italienische Modeunternehmen Prada will die Krankenhäuser Italiens unterstützen. Laut Nachrichtenagentur Ansa fertigen Pradas Produktionsstätten bis zum 6. April 80.000 Schutzanzüge und 110.000 Atemschutzmasken im Auftrag der Region Toskana. Auto-Riese FCA (Fiat Chrysler Automobiles) will laut Deutscher Presse Agentur in einem asiatischen Werk eine Million Gesichtsmasken pro Monat produzieren.

Was Experten in vielen Fällen kritisch sehen, ist die angesichts der schnellen Produktion und ausbleibender Tests fehlende Zertifizierung. Alle genannten Firmen arbeiten an einer nachhaltigen Zertifizierung ihrer Produkte. Grupp betont aber, es gehe aktuell vor allem um den Schutz der Person gegenüber dem Maskenträger - also für den Fall, dass sich beispielsweise medizinisches Personal angesteckt habe, ohne es zu wissen.

Neue Fabriken für Desinfektionsmittel

Neben Atemschutzmasken fehlen in vielen Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen und anderen sensiblen Einrichtungen auch Desinfektionsmittel. Herkömmliche Produktionsstätten können die gestiegende Nachfrage nicht mehr bedienen.

Ineos-Chef Sir Jim Ratcliffe, Hauptsponsor des britischen Radsportteams Team Ineos, will im Schnellverfahren zwei Fabriken errichten lassen, die Desinfektionsmittel herstellen. Eine erste Fabrik wird bereits in der Nähe der englischen Stadt Middlesborough gebaut.

Eine zweite Fabrik des Chemiunternehmens soll in Deutschland entstehen. Wo genau, wurde in der Mitteilung vom 24. März nicht bekannt gegeben. Ratcliff ließ verlauten, dass Krankenhäuser, Schulen, Apotheken, Supermärkte und Arbeitsstätten die Desinfektions-Sets kostenfrei geliefert bekämen.

Der Luxuskonzern LVMH produziert anstelle von Parfüm für Dior und andere Marken nun Desinfektionsmittel, die kostenfrei an französische Gesundheitseinrichtungen geliefert werden sollen.


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