Wie deutsche Hersteller mit der Krise umgehen Wie deutsche Hersteller mit der Krise umgehen Wie deutsche Hersteller mit der Krise umgehen

Corona-Folgen für die Fahrrad-Industrie

Wie deutsche Hersteller mit der Krise umgehen

  • MYBIKE Online

Am Standort der deutschen Fahrradhersteller Cube und Ghost gilt seit einer Woche Ausgangssperre. Welche Folgen hat das für die Rad-Produktion?

Bevor Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Ausgangsbeschränkungen für ganz Bayern verhängte, galt diese extreme Einschränkung bereits im 7000-Einwohner-Ort Mitterteich. In der Oberpfälzer Gemeinde hatte noch ein Starkbierfest stattgefunden, als vielen schon klar war, wie ernst die Lage ist. Die Corona-Fallzahlen schnellten in die Höhe.
Was viele nicht wissen: Der Standort Mitterteich ist für die deutsche Fahrradindustrie von großer Bedeutung.

Drehscheibe deutscher Radindustrie

Im Landkreis Tirschenreuth, einer eher konjunkturschwachen Grenzregion zu Tschechien, befindet sich eine Drehscheibe der deutschen Fahrradindustrie. Denn mit Ghost und Cube fertigen dort zwei große Fahrradfirmen. Ähnlich wie in der Automobilindustrie, stehen auch hier die Fertigungslinien still. Konkrete, Corona-bedingte Krankheitsfälle gibt es aber laut Firmenauskunft nicht. Für die Radproduktion bedeutet das: Mehrere tausend Räder (im fünfstelligen Bereich) können vorerst nicht montiert werden.

Cube ist einer der größten deutschen Hersteller von Fahrrädern. Nach eigenen Angaben werden am Firmensitz in Waldershof deutlich über eine halbe Millionen Räder in einer zweistöckigen Produktionsstraße montiert. Im Vordergrund ist die Laufradfertigung von Cube zu sehen. Durch die Corona-Krise steht die Produktionsstraße derzeit still.

>> Mehr Details zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Fahrradindustrie in Deutschland lesen Sie bei unseren Kollegen vom BIKE-Magazin . <<

Vorbereitung auf verspäteten Saisonbeginn

Obwohl der Einzelhandel derzeit keine neuen Räder verkaufen kann, stornieren die Bike-Shops keine vorbestellten Fahrräder. Ganz im Gegenteil. "Die Läden nutzen das Öffnungsverbot, um die Bikes, die sie bereits auf Lager haben, aufzubauen", berichtet Cube-Produktmanager Frank Greifzu. Vielmehr rüstet sich der Fahrrad-Einzelhandel für den verspäteten Saisonbeginn, auch wenn man nicht weiß, wann dieser einsetzt. Große Online-Händler bestellen momentan sogar Ware nach, um die hohe Nachfrage im Netz zu decken. Auch der Warenversand aus der Cube-Firmenzentrale zu den Händlern finde regulär statt. Wenn sich die Situation um die Corona-Pandemie beruhigt hat, wolle man den Betrieb wieder ganz normal aufnehmen, sagt Greifzu.


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