Kürzere Wartezeiten an Ampeln

Grüne Welle für Radfahrer via App in den Niederlanden

Smarte Apps sorgen für grünes Licht, wenn sich Radfahrer in den Gemeinden ’s-Hertogenbosch und Enschede den Ampeln nähern.

Sebastian Palmer-Fischer am 28.03.2018
Grüne Ampeln per Smartphone
Stock-Foto

Wer hat sich nicht schon einmal eine Fernbedienung für die Ampelanlagen auf dem Nachhauseweg gewünscht? In zwei Gemeinden in den Niederlanden nähert man sich dieser Utopie zumindest an – und zwar nicht für Auto- sondern für Fahrradfahrer.

Grünes Licht für ’s-Hertogenbosch

Hier reagieren Fahrradampeln an 50 Kreuzungen auf die Smartphones von Fahrradfahren und bescheren Ihnen freie Fahrt. Möglich macht das neben den Ampeln die App Schwung. Diese fragt eine Ampel an, bevor man sie passiert – die schaltet dann, wenn möglich, auf Grün um. Die App lernt selbst und ist fähig zur Berücksichtigung der Routen ihrer User.

Eine "Grün-Garantie" gibt es nicht – aber eine erhöhte Chance auf eine Durchfahr-Erlaubnis. Die App kann anonym genutzt werden, es besteht keine Verbindung zu den ID-Daten der User. Mit aktiviertem GPS kann das Smartphone in Hosentasche oder Rucksack bleiben. Die anfallenden Daten werden gesammelt und ausgewertet, um den Verkehrsfluss an Kreuzungen zu untersuchen und gegebenenfalls weiter zu verbessern.

 

Grünes Licht für Enschede

Die Stadt Enschede bietet ihren Radfahrern ein ähnliches Angebot. Hier kommt die SMART-App zum Einsatz. Sie bemerkt, wenn ein Fahrradfahrer auf eine Ampel zufährt. Das für die Ampelsteuerung zuständige Kontrollzentrum bekommt dann eine Nachricht vom Smartphone des Radfahrers und schaltet auf Grün, wenn es passt. Die App wurde erfolgreich getestet und darf nun von jedermann genutzt werden.

Eingeführt wurde das Ganze im Zuge der "Enschede Fahrradstadt 2020 Kampagne". Enschede möchte Fahrradstadt werden – und betreibt dafür einen ordentlichen Aufwand.  Und auch Nicht-Radfahrer könnten von dem neuen System profitieren: So wären zum Beispiel auch ausgedehntere Grün-Phasen für ältere Herrschaften oder Menschen mit Behinderung möglich.

 

Sebastian Palmer-Fischer am 28.03.2018

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