„Grünes Täuschungsmanöver“ statt echter Transformation? „Grünes Täuschungsmanöver“ statt echter Transformation? „Grünes Täuschungsmanöver“ statt echter Transformation?

Radsternfahrt & Demo anlässlich der IAA Mobility geplant

„Grünes Täuschungsmanöver“ statt echter Transformation?

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Ein Aktionsbündnis aus Umweltschützern und Fahrradaktivisten nimmt den Machern der IAA die neue Zielrichtung nicht ab – und ruft deshalb zu Protesten auf.

Als im September 2019 die IAA in Frankfurt die Pforten für die 68. Automobilausstellung öffnete, sorgte der formierte Widerstand aus Reihen von Umweltschützern für Schlagzeilen. So wurden beispielsweise bei einer Fahrrad-Sternfahrt zu den Messetoren bis zu 25.000 Teilnehmer gezählt, die friedlich demonstrierten. Einen Tag später jedoch riefen Klimaaktivisten zur Blockade der Eingänge zur IAA auf und behinderten den Einlass zur Veranstaltung erheblich.

In etwa zwei Monaten, vom 7. – 12. September, findet nun eine neu konzipierte IAA Mobility statt, am neuen Standort München. Die Messe München strebt eine Transformation von einer reinen Automobilmesse hin zu einer Mobilitätsmesse an, die thematisch weit über das Automobil hinaus gehen soll. So wurde intensiv auch um Unternehmen (Komplettrad- als auch Komponenten-Anbieter) aus der Fahrradbranche als Aussteller geworben – durchaus mit Erfolg, wenn man die aktuelle Liste der teilnehmenden Firmen betrachtet. Weitere Bausteine dabei sind beispielsweise das im Rahmen der IAA Mobility stattfindende World Cycling Forum mit wichtigen Entscheidern aus der Fahrradbranche, aber auch die soeben verkündetet Auszeichnung der „Fahrradfreundlichsten Schule 2021“ (staatliche Realschule Hilpoltstein) durch Cem Özdemir.

Widerstand regt sich

Doch in Kreisen von Umweltschützern und Fahrradaktivisten nimmt man den IAA-Machern die neue Zielrichtung nicht ab. In einer soeben von einem Aktionsbündnis von ADFC, Attac, BUND, Campact, DUH, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD wird vielmehr von einem „grünen Täuschungsmanöver der Automobilindustrie“ gesprochen.

Unter dem Motto #aussteigen fordert das Bündnis konkret:

  • Faire Verteilung des öffentlichen Raums mit Vorrang für Fuß, Rad- und öffentlichen Verkehr
  • Gut ausgebauter, bezahlbarer ÖPNV, für alle und immer
  • Halbierung des Autoverkehrs und Klimaneutralität im Verkehr bis 2035
  • Sofortiger Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, keine Plug-in-Hybride und großen E-SUVs
  • Sofortiger Stopp der Planung und des Baus von neuen Autobahnen und Bundesstraßen
  • Eine generelle Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf Autobahnen, 80 km/h außerorts und eine Regelgeschwindigkeit 30 km/h innerorts

ADFC Bereits 2019 forderten die Demonstrierenden im Rahmen der IAA #mehrplatzfürsfahrrad.

ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters sagt dazu: „Auch die Weiterentwicklung der IAA von der PS-Peep-Show zum Gemischtwarenladen in Sachen Mobilität löst das Kernproblem nicht: In den Städten ist kein Platz zum sicheren Radfahren oder Zufußgehen, weil die Autos alles dominieren. Eine Radspur ist fünfmal effizienter als eine Autospur – und auf einen Auto-Parkplatz passen zehn Fahrräder. Wir retten die Welt nicht durch immer mehr Fahrzeuge, sondern wir brauchen mehr Platz für durchgängige, komfortable Radwegenetze, dann lassen die Menschen gerne das Auto stehen.“

ADFC Genau wie in 2019, sollen auch dieses Jahr eine Radsternfahrt sowie eine Demo stattfinden, zwar nicht in Frankfurt, dafür aber in München.

Das Aktionsbündnis will am 11. September 2021 unter dem Motto #aussteigen in München demonstrieren. Geplant sind eine große Fußgängerdemo sowie eine Fahrradsternfahrt mit 17 Demozügen aus dem Münchner Umland zur zentralen Kundgebung in der Innenstadt. Erwartet werden mehr als zehntausend Teilnehmende aus ganz Deutschland.
Informationen zum Ablauf der Demo: www.iaa-demo.de

Quellen: velobiz, adfc

Themen: Messe


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