IAA versus Eurobike IAA versus Eurobike IAA versus Eurobike

Integrierte Plattform für Mobilität der Zukunft

IAA versus Eurobike

  • Jo Beckendorff

Auto & Fahrrad, passt das zusammen? Ja, meinen die Auto-Lobbyisten. Das spiegelt sich im neuen Konzept der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) wider.

Auto und Fahrrad, passt das zusammen? Durchaus meint der Verband der Automobilindustrie ( VDA ). Dafür wollen die Automobil-Lobbyisten die Internationale Automobil-Ausstellung ( IAA ) zur grünen Mobilitätsmesse pimpen. Nachdem die IAA ihrem traditionellen Standort Frankfurt den Rücken gekehrt hat, wird sie vom 7. bis 12. September 2021 mit neuem Konzept in München debütieren.

Die neue Fach- und Publikumsmesse IAA soll – mit dem Zusatz »Mobility« versehen – alle Mobilitätsbereiche an einen Tisch bringen. Somit sind dort auch einige Stühle für die Fahrrad- und E-Bike-Branche reserviert. Sofern es die Corona-Lage zulässt, ist die Messe als Präsenzveranstaltung für alle Interessierten geplant. Damit tritt sie für Aussteller, Fachbesucher und Fahrradfans in Konkurrenz zur „Eurobike“ am Bodensee. Die traditionelle Fahrrad- und E-Bike-Messe findet kurz zuvor vom 1. bis 4. September statt.

Das Konzept der IAA Mobility sieht eine Zweiteilung zwischen Fach- und Publikumsmesse vor: Auf dem Münchener Messegelände selbst findet die Fachmesse statt, ein „Open Space extended“ lässt dort auch Endverbraucher ein. Gleichzeitig sollen „Open Space“-Ausstellungsorte in der Stadt die Verbraucher ansprechen. Zwischen diesen Messeteilen soll die sogenannte „Blue Lane Road“ eine Verbindung schaffen, auf der „zukunftsweisende Mobilität für jeden erlebbar wird“, sagt Messe-Manager Bastian Dietz. „Der Hauptfokus unseres Fahrradsegments liegt auf Publikumsverkehr. Das ist für die meisten Marken der Grund, warum sie auf der IAA Mobility ausstellen.“

Eurobike oder IAA? Oder Präsenz auf beiden Messen?

Die Haltung der Radbranche zur neuen IAA ist uneinheitlich. Fabienne Gilliéron, Kommunikationsleiterin des Schweizer S-Pedelec-Herstellers Stromer: „Als Anbieter von Mobilitätslösungen sehen wir die IAA Mobility als ideale Plattform. Es wird unser erster Besuch auf der IAA sein. Auf der Eurobike werden wir deshalb nicht vertreten sein, zumal wir noch zwei eigene Händlerevents haben.“

Andere, wie Jörg Matheis vom Pedelec-Hersteller Riese & Müller, drücken sich angesichts der noch nicht absehbaren Corona-Lage vorsichtiger aus. „Ohne die Corona- Situation würden wir auf der IAA Mobility ausstellen und nicht auf der Eurobike. Das IAA-Mobility- Messekonzept und der für alle gut erreichbare Standort München haben uns überzeugt. Aber in diesen Tagen müssen wir sehr flexibel sein. Wir wissen nicht, was im September in München oder in Friedrichshafen los sein wird“, sagt Matheis.

Wolfgang Renner, Geschäftsführer von Merida & Centurion Deutschland, hat sich dagegen klar für die Eurobike entschieden: „Wir möchten mit unserer erneuten Teilnahme die Bedeutung und Wichtigkeit der Leitmesse für die Fahrradbranche – insbesondere für kleinere Fachhändler – seit nunmehr fast 30 Jahren unterstreichen. Sich wegzuducken wäre der falsche Weg und entspricht nicht unserer Philosophie.“ Bis Ende Mai (Redaktionsschluss MYBIKE-Ausgabe 4/21) zeigte sich die Radbranche gegenüber der neuen IAA auch zahlenmäßig noch unentschieden.

Neben den E-Bike-Antriebsanbietern „mit Auto-Genen“ (Bosch, Brose, Mahle, Valeo, ZF) sowie dem Newcomer Fazua haben laut Messe München circa 40 Komplettrad- und Komponenten- Anbieter als Aussteller zugesagt. Die Eurobike meldete insgesamt etwa 800 Aussteller .


Update

Zwei der neun IAA-Messehallen widmen sich dem Thema Fahrrad. Hinzukommt ein 4.000 Quadratmeter großer Testbereich auf dem Außengelände, aufgeteilt in eine Fahrrad- & Pedelec-Teststrecke (inkl. Auf- und Abfahrtsrampen) sowie eine „Mercedes-Benz Mountain Bike Experience“ mit unterschiedlichen Untergründen und Steilkurven. Dort soll auch dreimal täglich eine Dirtjump-Show stattfinden. Die beiden Fahrradhallen und das Außengelände befinden sich in dem Bereich der IAA Mobility, der über die komplette Laufzeit für alle Besuchergruppen geöffnet ist. Das gesamte Messegelände ist ab Freitagnachmittag für alle Besucher geöffnet. Laut Ausstellerverzeichnis sind auch Unternehmen wie die ZEG, Riese & Müller, Specialized oder Canyon vertreten.

Als „Open Space“ werden die Ausstellungsflächen bezeichnet, die für alle Interessierten ohne Ticket frei zugänglich sind, zum Beispiel der Hofgarten oder auch der Marstallplatz. Auf den Ausstellungsflächen selbst sind keine Testbereiche ausgewiesen. Stattdessen kann und soll man die Fahrräder unter Realbedingungen in der städtischen Infrastruktur testen, etwa auf den Fahrradwegen in der direkten Umgebung oder im nahegelegenen Englischen Garten. Die “Kids World” als Teil der IAA, befindet sich ebenfalls auf dem Marstallplatz und richtet sich mit dem Programm speziell an Kinder und Familien.

Messe München Geländeplan Open Space

Die sogenannte „Blue Lane Road“ verbindet die beiden Ausstellungsbereiche. Dabei handelt es sich um eine Fahrspur zwischen Innenstadt und Messe, die für schnellere Elektromobile freigehalten wird. Nutzen können diese Fahrspur alle Personen, die rein elektrisch unterwegs sind, und auch „Verbrenner“, sofern sich mindestens drei Personen im Fahrzeug befinden.

Quelle: velobiz.de

Themen: E-MobilitätFahrrad-MesseMesseMobilitätUrban Mobility


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