Wann darf wer wo mit dem Fahrrad fahren?

Kleine Radwegkunde

In der Stadt kommt es oft zu Unstimmigkeiten zwischen Radfahrern und Fußgängern, weil der Radweg direkt neben dem Gehweg verläuft – oder beide sogar eine Kombination bilden. Hier ein kleines Update, welche Rechte und Pflichten die jeweiligen Verkehrsteilnehmer haben.

Sebastian Palmer-Fischer am 07.05.2018
Radverkehr frei
Stock-Foto

Die Deutsche Verkehrswacht klärt in Ihrem Newsletter auf: Teilen sich Radfahrer und Fußgänger einen Weg, weil dieser für beide benutzungspflichtig ist, gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten:

Getrennte Geh- und Radwege

Es handelt sich um einen getrennten Rad- und Gehweg – beide sind direkt nebeneinander angesiedelt und durch Markierungen auf dem Boden auch visuell getrennt. Zu erkennen sind solche Wege auch am Verkehrszeichen 241 – dieses zeigt jeweils ein weißes Fahrrad- und ein weißes Fußgänger-Symbol auf blauen Grund, welche durch einen senkrechten weißen Strich getrennt sind. Hier gilt für Fahrradfahrer: Fußgänger im Auge behalten und wenn nötig die Geschwindigkeit anpassen. Der Radweg gilt im Gegenzug als Fahrbahn und darf von Fußgängern nicht genutzt werden. Sie dürfen ihn höchstens betreten, wenn sich keine Fahrräder in der Nähe befinden – und müssen ihn dann schnell und auf kürzestem Weg überqueren.

Verkehrszeichen 241

Gemeinsame Geh- und Radwege

Es handelt sich um einen sogenannten gemeinsamen Geh- und Radweg, den beide Parteien nutzen müssen. Diese Wege haben keine Trennlinien, sondern bilden einen gemeinsamen Verkehrsraum. Das entsprechende Verkehrszeichen mit der Nummer 240 zeigt die gleichen Symbole wie die 241 – allerdings ist der weiße Trennstrich hier ein waagrechter. Hier ist sowohl von den Radfahrern als auch von den Fußgängern besondere Rücksicht gefordert – Behinderungen und Gefährdungen müssen vermieden werden. Fahrradfahrer sollten die Geschwindigkeit der Fußgänger als Orientierung nutzen und gegebenenfalls absteigen und schieben, wenn sie nicht durchkommen.

Verkehrszeichen 240

Ausnahmen bestätigen die Regel

Kinder unter acht Jahren müssen mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren, wenn kein Radweg vorhanden ist – zwischen acht und zehn haben sie die freie Wahl zwischen Fahrbahn und Gehweg. Ist eine Aufsichtsperson mit dem Kind unterwegs, die mindestens 16 Jahre alt ist, darf auch sie auf dem Gehweg fahren. Weiterhin dürfen selbstverständlich keine Fußgänger gefährdet werden und bevor eine Fahrbahn überquert wird, muss vom Rad abgestiegen werden.

Steht an einem Gehweg das Zusatzschild "Radverkehr frei", dürfen altersunabhängig alle Fahrradfahrer darauf fahren. Die Schrittgeschwindigkeit sollte hier nicht übertreten werden – absoluten Vorrang haben hier nach wie vor die Fußgänger.

Weitere Infos zur Verkehrssicherheit und anderen Themen hält die Deutsche Verkehrswacht bereit:

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Sebastian Palmer-Fischer am 07.05.2018

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