Maskenpflicht in Bayern gilt auch im Auto & auf dem Rad Maskenpflicht in Bayern gilt auch im Auto & auf dem Rad Maskenpflicht in Bayern gilt auch im Auto & auf dem Rad

ADFC klärt auf

Maskenpflicht in Bayern gilt auch im Auto & auf dem Rad

  • MYBIKE Online

In sensiblen Gebieten ist das Tragen einer Maske Pflicht – unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel man unterwegs sei.

In Düsseldorf mussten nach Kenntnis des Radfahrverbands ADFC Menschen beim Radfahren eine Maske tragen, in Ludwigsburg nicht, in Berlin hieß es erst ja, dann nein, in Bottrop fahrend nein und schiebend ja.

„Es scheint so, als hätten wir beim Thema Radfahren in sensiblen Gebieten mit Maskenpflicht bereits ein heilloses Durcheinander, welches sich auch in bayerischen Kommunen fortzusetzen drohte“, so Christian Hader, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Bayern . So schrieb das bayerische Innenministerium auf Twitter, dass die Tragepflicht unabhängig davon bestünde, mit welchem Verkehrsmittel man unterwegs sei und bestätigte dies auch gegenüber des ADFC Bayern. Der Verband hatte um Klärung gebeten, da man einen kommunalen Flickenteppich unterschiedlicher Auslegungen befürchtete. Damit muss in den jeweils definierten Gebieten nicht nur zu Fuß, sondern sowohl auf dem Rad als auch im Auto eine Maske getragen werden.

"Wir verweisen auf die jeweiligen, lokalen Corona-Vorgaben, leider ist das beim Thema Radfahren nicht einheitlich geregelt", heißt es von der Bundesgeschäftsstelle des ADFC auf Nachfrage der Redaktion.

Praktikabilität fraglich

Wie es mit der Praktikabilität für Brillenträger auf dem Rad aussieht, oder ob nicht auch eine verrutschte Maske im Auto eine erhöhte Unfallgefahr darstellt, steht auf einem anderen Papier. Umso mehr scheint es nach Ansicht des ADFC jedoch wichtig, dass geltende Regeln auch allgemein bekannt sind. „Was wir für eine hohe Akzeptanz der Maßnahmen benötigen, sind klar kommunizierte und vor allem nachvollziehbare Regelungen, die auch praktikabel sind“, so Hader hinsichtlich der bisher unklaren Auslegung. Wenngleich für den ADFC der Gesundheitsschutz an oberster Stelle steht, muss daher die praktische Umsetzung mit Augenmaß betrachtet werden.

#MehrPlatzFürsRad statt Maskenpflicht

Radfahren als aktiver Pandemieschutz braucht #MehrPlatzFürsRad. Neben der Anordnung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit, fehlt es laut ADFC aber vor allem an weiteren Maßnahmen, um sicheres Radfahren mit Abstand zu gewährleisten. Den Radfahrenden zu ermöglichen, dass sie überhaupt Abstand halten können, sei der beste Schutz, so Hader. Aber das sei vielerorts nicht möglich, weil für den Radverkehr immer noch nicht ausreichend Platz geschaffen werde. „Wir müssen jetzt handeln und brauchen in den Kommunen Konzepte zur schnellen Umsetzung, damit das Potential des weitestgehend infektionsfreien Radverkehrs sich positiv auf die Entwicklung der Coronapandemie auswirken kann“, so Christian Hader.

Westrich Gerhard adfc Mehr Radfahrer, mehr Platz für diesselben? Das wäre sinnvoller als beim Radfahren Masken zu tragen, findet zumindest Christian Hader vom ADFC Bayern.

Popup-Radweg, Protected Bikelane, Fahrradstraße – Hauptsache schnell

Der ADFC fordert seit zwei Jahren mit einer bundesweiten Kampagne, dem Radverkehr mehr Platz auf der Straße einzuräumen. Die Forderung verstärkt der Fahrradclub noch einmal im Hinblick auf die Pandemie. Stork: „Unterdimensionierte Radwege gibt es überall, das hat kürzlich sogar der Automobilclub ADAC festgestellt. Jetzt sollen wegen der Pandemie noch mehr Menschen auf das Rad umsteigen – aber wie soll das gehen, wenn es keine anständigen, breiten Radwege gibt?“

Wie Städte und Gemeinden das Problem des fehlenden Platzes für den Radverkehr lösen, muss individuell entschieden werden, so der ADFC. Eine Möglichkeit ist die Errichtung sogenannter Popup-Radwege, wie sie in Metropolen weltweit und auch in Berlin und Hamburg erprobt werden. Aber auch mit anderen Infrastrukturmaßnahmen können Kommunen unkompliziert mehr Platz für den Radverkehr schaffen. Stork: „Hauptsache schnell. Wer pandemiefesten Radverkehr will, muss jetzt sofort handeln, nicht in den üblichen Zeithorizonten von zehn, fünfzehn Jahren.“

Der ADFC bietet Kommunen einen Handlungsleitfaden mit schnell umsetzbaren Infrastrukturmaßnahmen.

Themen: ADFCCorona-VirusRadverkehr


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