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Radfahrtraining an weiterführenden Schulen

Deutsche Verkehrswacht startet Pilotprojekt

  • MYBIKE Online

Um Fahrradunfälle zu reduzieren, spricht sich die Deutsche Verkehrswacht für eine Ausweitung der schulischen Radfahrerziehung aus.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung „Fundación Mapfre“ hat sie daher das Projekt „Geschickt und sicher auf dem Rad“ ins Leben gerufen und Unterrichtsmaterial für das Radfahrtraining in der Sekundarstufe I ausgearbeitet. Das Training umfasst zehn Fahrparcours, die von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) entwickelt wurden. Das Pilotprojekt wird an ausgewählten Schulen in sechs Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) umgesetzt und wissenschaftlich evaluiert. Ziel ist es, die Kompetenzen von jugendlichen Radfahrenden zu verbessern und somit der hohen Unfallbeteiligung dieser Altersgruppe entgegenzuwirken.

Jeder Parcours bildet eine Trainingseinheit und ist auf eine spezifische Kompetenzschulung ausgerichtet. Das Radfahrtraining kann im Sport- oder Nachmittagsunterricht absolviert werden. Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) begleitet den Prozess der Implementierung an den Schulen, zu der auch deren Ausstattung mit Materialien und Fahrrädern gehört. Die Kosten der Ausstattung übernimmt in der Pilotphase die Fundación Mapfre. Die international tätige, gemeinnützige Stiftung hat einen Schwerpunkt in der Verkehrserziehung von Kindern und arbeitet in Deutschland seit zwei Jahren erfolgreich mit der Verkehrswacht zusammen.

Deutsche Verkehrswacht Durch die Radfahrausbildung in der Grundschule kennen die Jugendlichen Verkehrsregeln und wissen, wie wichtig rücksichtsvolles und umsichtiges Verhalten ist.

Warum ein Radfahrtraining?

Sobald sie eine weiterführende Schule besuchen, müssen die meisten Schüler*innen einen neuen, häufig längeren Schulweg in Kauf nehmen. Zahlreiche Jugendliche nutzen dafür das Fahrrad. Durch die Radfahrausbildung in der Grundschule kennen sie Verkehrsregeln und wissen, wie wichtig rücksichtsvolles und umsichtiges Verhalten ist.

Dennoch hat ein längerer Schulweg auch mehr Gefährdungssituationen: Die Jugendlichen halten sich länger im Verkehr auf, sie begegnen einem größeren Verkehrsaufkommen und neue infrastrukturelle Bedingungen müssen bewältigt werden. Die Anforderungen an ein verantwortungsvolles Verhalten im Verkehr kollidieren mit pubertärem Benehmen, nämlich höhere Risikobereitschaft, Sich-ausprobieren-wollen und Imponiergehabe in der Gruppe. Das Fahrrad verleiht dabei „Freiheit“, die ausgekostet werden möchte.

Die negativen Folgen beschreibt ein Forschungsbericht der Unfallforschung der Versicherer (UDV): Fast jeder zweite Jugendliche im Alter zwischen 10 und 15 Jahren mit dem Fahrrad im Straßenverkehr. Ursachen liegen - wie bereits genannt - unter anderem in der erhöhten eigenständigen Mobilität, die von typischen Verhaltensweisen geprägt ist, wie beispielsweise Übermut, falscher Selbsteinschätzung oder der Lust am Risiko.

Für diese Altersklasse gibt es jedoch noch kein flächendeckendes Präventionsprogramm. Die DVW erhofft sich mit dem Radfahrtraining in der Sekundarstufe I, die schulische Verkehrserziehung bald bundesweit abrunden zu können. „Gefragt ist der politische Wille, dann wird es auch einen Weg geben, das Radfahrtraining in den Lehrplan der Sek. I verbindlich aufzunehmen – analog zur Radfahrausbildung in der Grundschule, die eine große Erfolgsgeschichte ist“, bekräftigt der DVW-Präsident Prof. Kurt Bodewig.

Themen: FahrtrainingSicherheitVerkehrssicherheit


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