Radreise durch den Harz

Auf Goethes Spuren durch den Harz

Auf den Spuren Goethes hat Trekkingbike-Autor Sven Bremer seine Radreise durch den Harz geplant. Und dabei absichtlich die kleinen, unbekannten Forstwege mitten durch den Wald gewählt.

Sven Bremer am 14.06.2017
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Martin Kirchner
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Fotostrecke: Radreise durch den Harz

Die rund 275 km lange Trekkingbike-Route startet und endet in Goslar und verläuft in weiten Teilen auf auto-
freien Forst- oder Wirtschaftswegen inmitten der herrlichen Landschaft oder auf verkehrsarmen Landstraßen, manchmal auf so genannten straßenbegleitenden Radwegen.
Die Beschilderung lässt bisweilen arg zu wünschen übrig; auf die klassischen Radwegschilder (grüne Schrift auf weißem Grund) kann man sich nur bedingt verlassen. Wir haben uns überwiegend an den Hinweisen für Wanderer orientiert. Bis auf den Abschnitt zwischen Schierke und Oderteich (nur für ambitionierte und MTB-erfahrene Radler zu empfehlen) sind die Forstwege sehr gut mit einem normalen Trekkingbike zu befahren. Die Steigungen sind bis auf wenige Ausnahmen moderat. 

Anreise
Bahn: Von Hannover aus erreicht man Goslar mit der Regionalbahn in gut einer Stunde. Infos unter www.bahn.de
Auto: Aus Norden und Nordwesten kommend über Hannover auf der A7 bis Abfahrt 66 (Rhüden/Harz) und dort auf B82 und schließlich B6 nach Goslar. Aus Richtung Westen und Süden ebenfalls von der A 7 abfahren Richtung Goslar. Wer aus dem Südosten kommt, der fährt am besten auf der A14 Richtung Magdeburg und bei Bernburg via Quedlinburg und Wernigerode über die B6 nach Goslar. 

Sehenswert
Der Harz wartet gleich mit mehreren UNESCO-Welterbestätten auf. Das Bergwerk Rammelsberg, die historische Altstadt von Goslar und die einzigartige Oberharzer Wasserwirtschaft – das weltweit größte und bedeutendsten vorindustrielle Energieversorgungssystem – teilen sich das Weltkulturerbe-Prädikat. Während der Altstadt von Quedlinburg mit ihren mehr als 1000 Fachwerkbauten ganz alleine die Ehre zuteil wurde. Die Fachwerkstatt Wernigerode mitsamt des pompösen Schlosses ist ähnlich schön, Stolberg ist ebenfalls ein Kleinod in Fachwerk. Beeindruckend auf einem Felsen oberhalb des Selketals liegt die Burg Falkenstein, eine der am besten erhaltenen Mittelalter-Burgen in ganz Deutschland. Am besten per pedes erkundet man das wildromantische Bodetal, den steilsten und schroffsten Canyon nördlich der Alpen. Die besten Ausblicke hat man vom Hexentanzplatz und dem etwas mehr als 400 m hohen Granitfelsen Roßtrappe. Eine Attraktion unter der Erde sind die Rübeländer Tropfsteinhöhlen.

Unterkunft-Tipps
Sankt Andreasberg: Berghotel Sankt Andreasberg, www.berghotel-sankt-andreasberg.de
Von außen eher ein Albtraum in Waschbeton, ist das Berghotel aufgrund des freundlichen Service und des schönen Ausblicks dennoch zu empfehlen. (DZ ab ca. 96 Euro)
Stolberg: Naturressort Schindelbruch, www.schindelbruch.de
Exklusive, mitten im Wald gelegene Hotelanlage mit mehreren Restaurants sowie Wellness & SPA-Bereich
(DZ ab ca. 200 Euro)
Hotel Stolberger Hof, www.stolbergerhof.de
Mitten im Ort gelegen, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, freundlicher Service (DZ ab ca. 79 Euro).
Wernigerode: Hotel am Anger, www.hotel-am-anger.de
Zentral gelegen, aber nichts Besonderes. Freundlicher Service und schöner Ausblick aufs Schloss. (DZ ab ca. 90 Euro).
Goslar: Hotel Kaiserworth, www.kaiserworth.de 
Erstes Haus am Platze in historischen Gemäuern, direkt am Marktplatz gelegen. Super Frühstück, gutes Restaurant.

Essen und Trinken
Die Harzer Küche kommt zumeist herzhaft und gutbürgerlich daher: deftige Würste, Wild, Forellen aus den glasklaren Bächen, Pilze aus den Wäldern und vor allem der Harzer Käse zählen zu den traditionellen Spezialitäten. Am bekanntesten dürfte der durchaus gewöhnungsbedürftige mit Kümmel gewürzte Harzer Käse sein, auch "Harzer Roller" genannt. Zu allen deftigen Gerichten empfiehlt sich im Harz ein Bier der Brauerei Hasseröder oder aus dem traditionsreichen Brauhaus zu Altenau im Oberharz.

Trekkingbike-Tipp: Das Orchidea Huong in Wernigerode zählt sicherlich zu den besten asiatischen Restaurants in den neuen Bundesländern. Empfehlenswert ist das japanisch-vietnamesische Fünf-Gänge-Menü.
www.orchidea-huong.de

Literatur und Karten
Fahrradkarten aus dem Schmidt-Buch-Verlag (jew. Maßstab 1:50.000, 12,95 Euro), www.schmidt-buch-verlag.de
Bikeline-Radkarte Harz (1:75.000, 6,90 Euro), www.esterbauer.com
Kompass Rad- und Wanderkarten Harz (jew. Maßstab 1:50.000, 10 Euro), www.kompass.de,
www.harz-wanderkarten.de,
Die wichtigsten Infos zu Land und Leuten, Sehenswürdigkeiten und den einzelnen Regionen stehen im Marco-Polo-Reiseführer Harz (11,99 Euro, www.marcopolo.de)

Auskunft / Planung
Harzer Tourismusverband, Marktstraße 45, 38640 Goslar, Tel. 05321/34040, www.harzinfo.de
www.nationalpark-harz.de
 


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 4/2017. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop bestellen.

Sven Bremer am 14.06.2017

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