Die schönsten Radtouren in Oberösterreich: Innviertel

Barocke Städte und grüne Auen

Der Innradweg bietet ein grandioses Finale zwischen Salzach- und Donaumündung. Daneben winden sich kleine, feine Routen durchs ländliche Innviertel.

Armin Herb am 19.05.2018
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Moritz Ablinger

Das Innviertel ist das jüngste Viertel Oberösterreichs. Vor etwa 250 Jahren gehörte es noch zum Nachbarn Bayern, und man kann sich nicht des Eindrucks verwehren, dass bis heute am Inn noch etwas Urbayerisches in den Genen liegt. Die Verwandtschaft zu Bayern macht sich unter anderem in der Liebe zum Bier bemerkbar. Viele Brauereien, von der kleinsten Weißbierbrauerei der Welt bis zur großen Stiftsbrauerei, kultivieren ihre Bier-Spezialitäten. Und mehrere Stadtbilder werden dominiert von barocken Häuserensembles, wie sie am Inn auch in Bayern typisch sind.

Das Innviertel hat allerdings auch landschaftlich Interessantes zu bieten. Etwa das Ibmer Moor, die größte zusammenhängende Moorlandschaft Österreichs nahe der Landesgrenze zu Salzburg. Nicht zu vergessen die grünen Auwälder im Europareservat Unterer Inn, ein wahrer Geheimtipp für Naturfreunde. Und mittendurch führt die radtouristische Highlight-Strecke der Region, der Innradweg R3 zwischen Braunau, Obernberg, Schärding und Passau.

Auf weiten Strecken kann man sich aussuchen, ob man auf der österreichischen oder auf der bayerischen Seite dahinrollt, und je nach Wunsch sich sogar eine Rundtour gestalten. Wer Geschmack am Innviertel gefunden hat, sollte sich u. a. die Kürzel R21 bis R25 merken. Das sind Bezeichnungen für interessante Routen durch stille Flusstäler und sanftes Hügelland, wie der Pramtalradweg, Antiesenweg und Mattigtalradweg.

Tour 7: Innradweg R3 (63 km)

DIE TOUR

Am Fluss entlangradeln zählt zur idealen Kombination von Kultur, Sport und Genuss. Auf alle Fälle gilt das für den Innradweg von Braunau bis nach Passau. Im bayerisch-oberösterreichischen Grenzgebiet geht es nicht nur durch die Naturlandschaft der Auwälder im 5.500 Hektar großen Europareservat Unterer Inn, sondern auch durch mehrere historische Städte, die einst vom Salzhandel lebten. Erster Etappenort ist Braunau mit einer sehenswerten Altstadt, gefolgt von Österreichs schönstem Marktplatz in Obernberg und dem Kunsthaus Burg Obernberg.

Einen Zwischenstopp wert ist auch das Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg, das geistliche Zentrum der Region. Die barocke Klosteranlage liegt eindrucksvoll auf einer Terrasse hoch über dem Inn. Ein weiteres Highlight ist schließlich noch das barocke Schärding mit seinen prachtvollen Fassaden. EIN TIPP: Der Innradweg verläuft über weite Strecken an beiden Ufern, was eine ausgedehnte Rundtour zwischen Schärding und Burghausen ermöglicht.

SEHENSWERT

Braunau Erst mal einen Blick auf die Altstadt werfen – von der Aussichtsplattform am Kirchturm.

Schärding Highlight der Barockstadt ist die Silberzeile, das eindrucksvolle Häuserensemble am Oberen Stadtplatz.

Obernberg Im Mittelpunkt steht der Marktplatz mit seinen Rokoko-Stuckfassaden.

Reichersberg Historische Klosteranlage der Augustiner in barocker Architektur.

EINKEHRTIPP

Das traditionelle Wirtshaus zur Bums’n in der Denisgasse in Schärding. In urig-gemütlichem Gasthof-Ambiente isst man deftig gut und trinkt meist ein süffiges Bier dazu – drinnen in der Gaststube im alten Gewölbe und draußen im Innenhof oder im Schanigarten.

TOUR-INFOS

Tourkombinationen Donauradweg R1, Mattigtalradweg R24, Römerradweg R6, Pramtalradweg R21, Antiesen-Radweg R23, Apfelradweg, Rottalradweg

Radfreundliche Unterkunft Stadthotel Schärding


Tour 8: Drei-Städte-Tour (86 km)

DIE TOUR

In Braunau verlassen wir das Inntal Richtung Dietfurt. Dort trifft man auf den Mattigtalradweg R24, der zum Teil an der Mattig entlang über St. Georgen, Burgkirchen und Helpfau-Uttendorf nach Mattighofen führt. Von dort führt der R200 über Berg und Tal durch bäuerliche Kulturlandschaft.

Nach Ausblicken zur Alpenkette geht es hinunter nach Ibm und am R25 nach Norden Richtung Hochburg. Über die alte Salzachbrücke geht der Weg ins bayerische Burghausen. Von dort schwenkt die Runde auf den gut ausgebauten Tauernradweg am Ufer von Salzach und später Inn und bringt den Radler durch die Flusslandschaft des Europareservates Unterer Inn nach Ranshofen und wieder zurück nach Braunau.

SEHENSWERT

Braunau Die Altstadt verdient mehr Zeit als nur für einen kurzen Kaffeestopp zwischen Rathaus und Stadttorturm.

Mattighofen Stadtplatz, Schloss und Pfarrkirche sind die architektonischen Highlights. Die Eröffnung des KTM-Zweirad-Museums ist für Herbst 2018 geplant.

Burghausen Allein die längste Burganlage Europas verdient den kurzen Abstecher über die Innbrücke nach Bayern.

EINKEHRTIPP

Waldgasthaus Naturfreunde in Ach. Einfaches, gutes Wirtshaus in ruhiger Lage mit dem besten Ausblick auf Burghausen und seine berühmte Burg.

TOUR-INFOS

Tourkombinationen Innradweg R3, Mattigtalradweg R24, Römerradweg R6, Salzhandelsweg, Moorseentour R202, Genussradtour R201

Radfreundliche Unterkunft

Altstadthotel Mayrbräu in Braunau


E-BIKE-TIPPS

Eine spezielle Empfehlung für Pedelecfahrer ist die E-Bike-Tour Sauwald (52 km) – vom Pramtaler Knödelweg zum Baumkronenweg durch das Hügelland des Innviertels. Start ist in Andorf, über den Radweg R21 von Schärding aus gut zu erreichen. Infos unter www.tourismus-andorf.at.

Ein weiterer Tipp ist die Genussradtour R201 auf der Route Braunau-Mattighofen-Eggelsberg-Braunau mit 83 km. Diese Tour verbindet die diversen Gasthäuser der "Innwirtler". Die Tour kann auch als "Braunauer Runde" (40 km) und als "Mattighofener Runde" (58 km) gefahren werden, denn es besteht ein Verbindungsweg von Neukirchen nach Uttendorf. Weitere Infos zum Tourenverlauf unter www.tourismus-braunau.at.


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Armin Herb am 19.05.2018

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